Freitag, 30. November 2007
Mal wieder sorgt der Staat für Fortschritt in unserem Land. Eigentlich müsste man ihm aus technologischer Sicht tief dankbar sein. Der Bundesrat hat die Vorratsdatenspeicherung abgesegnet. Das bedeutet, dass die technisch unbedarften Menschen die nächsten Bauernopfer von Film- und Musikindustrie darstellen werden. Die, die nicht wissen, wie man Verschlüsselungstechniken verwendet. Die, die einen lächerlich geringen volkswirtschaftlichen Schaden erzeugen werden, weil sie die heruntergeladene CD niemals im Laden gekauft hätten. Aber genau die wird es treffen. Mit aller "Raubkopierer sind Verbrecher"-Härte, für die der deutsche Staat den rechtlichen Weg geebnet hat. Die Rücken muss jetzt schon schmerzen vom vielen Schulterklopfen (oder alternativ vom fehlenden Rückgrat, das entscheidet jeder selber)... Der Rest wird weiterhin dem illegalen Laster fröhnen. Die Schattenwirtschaft um die neuesten Kinoreleases in P2P Netzen wird weiterhin prosperieren, da diese Menschen sich zu schützen wissen. Die nächste Generation von P2P Software wird anonym und verschlüsselt kommunizieren, Harddiskencryption wird exponentiell zunehmen, VPNs mit Endpunkt Cayman Islands werden in Zukunft angeboten werden (im Bundle mit den Steuersparpaketen und 5 Millionen Spammails doch ein Superangebot!), die Tor-Benutzung wird ansteigen, es gibt keine FTP, sondern nur noch SFTP Server (SSH Keys und SSL Certs werden zur Trader- und Warezware) - und der Staat wird einmal mehr blöd aus der Wäsche gucken. All das nur, um ein halbes Jahr zeigen zu können, dass sie kleine Fische fangen können. Und es wird ab jetzt in aller Hektik gefischt werden. Freitags ist eh Fischtag, gerade hier im katholischen Bayern... Ich bin raus. Schönes Wochenende allseits!
Mittwoch, 28. November 2007
Das Ende der Arbeit (und ihre Zukunft) war eines jener Bücher, die ich mir schon lange - zusammen mit dem Kampf der Kulturen - zu lesen vorgenommen hatte. Jeremy Rifkin fasst in diesem Buch das momentane Problem zusammen, dass mit Hilfe von IT gestützten Systemen die Produktivität so stark gesteigert werden kann, das massiv Arbeitskräfte freigesetzt werden können. Während dies während der Übergang vom landwirtschaftlichen in den industriellen und vom industriellen in Dienstleistungssektor in gewisser Art und Weise aufgefangen werden konnte (Stichwort strukturelle Arbeitslosigkeit), steht man jetzt vor dem Problem, dass es keinen weiteren Arbeitsmarkt gibt und auch kein weiterer vierter Arbeitsmarkt in Aussicht steht, der die aktuellen Arbeitslosen aufnehmen könnte. Das heisst, die Hauptproduktivität innerhalb einer Gesellschaft geht von einer kleinen, intelligenten Elite aus, während der Rest in Armut und Abhängigkeit leben muss. Diese Elite kapselt sich immer mehr ab, und es entstehen dadurch auch starke soziale Unruhen, da diese natürlich auch Besitz und Reichtum bündeln. Soweit ist das alles nichts neues, ebenso ist das größte Problem des Buches das Fehlen von Lösungen zu diesem Problem, es sei denn man regelt die technikgetriebene Gesellschaft zurück und senkt die Produktivität wieder - oder man wendet Prinzipien wie ein bedingungsloses Grundeinkommen an, so dass Leute nur arbeiten, wenn sie wirklich wollen. Das würde natürlich ungeahnte Kreativitätspotenziale freisetzen, gleichzeitig kann ich mir aber in westlichen Gesellschaften ein solches Modell momentan überhaupt nicht vorstellen, obwohl ich es sehr interessant finde. Kurz zusammengefasst merkt man diesem Buch seine 12 Jahre Alter schon an, so dass vieles inzwischen einfach obsolet geworden ist, da es oftmals schon eingetreten ist. Dennoch interessant zu lesen, da man als technikaffiner Mensch die Welt auch oftmals durch eine etwas anders gefärbte Brille (vor allem im Vergleich zu Volkswirtschaftern) sieht. Außerdem reicht die Zugfahrt von München nach Karlsruhe und zurück fast aus, um es komplett zu lesen.
Dienstag, 27. November 2007
Auch wenn es so noch nicht in den Zeitungen steht, und die Züge vielleicht auch nochmal stillstehen werden, halte ich das Ende des Bahnstreiks für besiegelt. Und mit ihm das Ende der Lokführer. Die Bahn hatte von Anfang an in meinen Augen nicht die Intention, zu verhandeln. Und jetzt hat sie ein Geschenk erhalten. All das durch einen egomanischen, kurzsichtigen Verhandlungsführer der GDL, der mitten in den Verhandlungen in Kur geht (die einzige Taktik, die ich immer noch nicht verstanden habe) und sich ansonsten so gibt, als wolle er sich nur ein Denkmal setzen und gleichzeitig mit einer unglaublichlichen Kurzsichtigkeit glänzt (was aber ja zu den persönlichen Zielen des Denkmals passt). Der Ausgang, die Mitarbeiter in eine Servicegesellschaft auszugliedern, kurzzeitig ein paar Prozent mehr Lohn zu zahlen, und in 10-15 Jahren die ganzen Lokführer ohne Schmerzen auf die Straße stellen zu können (weil die GDL dieses Konstrukt ja initiiert hat), ist der fleischgewordene Traum jedes strategischen Controllers bei der Bahn. Dass die Automatisierung diese Arbeitskraft eh überflüssig machen wird, konnte man in Zwischenberichten während des Streiks ja schon angenehm herauslesen. Aber so wird die Bahn in Zukunft überhaupt keinen Entlassungskampf mehr führen müssen...
Montag, 26. November 2007
Das Buch, geschrieben von Rüdiger Lietke und frisch erschienen im Eichborn Verlag, zeigt Deutschland als Land, welches sich der freien Marktwirtschaft und der eisernen Regel "Privat ist immer besser, effizienter und günstiger" verschrieben hat. Es geht um Verkäufe von vormals staatlichen Monopolen (Post, Telekommunikation, Krankenhäuser, ÖPNV) und die daraus resultierenden Nachteile, auch ganz abseits von den teilweise absurden Preiserhöhungen um mehr als 100 Prozent. Auch hier geht es einmal mehr um die Verquickungen zwischen Politik und Wirtschaft sowie die daraus resultierenden Deals (Aufsichtsratposten nach Ausscheiden aus dem politischen Amt scheint bei milliardenschweren Aufträgen ja inzwischen Usus zu sein). Alles in allem ganz interessant zu lesen, das Buch eignet sich aber dennoch eher für Personen, die sich mit diesem Thema noch gar nicht auseinandergesetzt haben, für den Rest bietet es wenig neues.
Freitag, 23. November 2007
... sind nicht die besten Freunde. Mal wieder ein Paradebeispiel dafür ist die verpasste Teilnahme der EM für das englische Nationalteam und der Kurseinbruch der Umbro Aktie. Der Trikothersteller muss also für ein sportlich schwache Leistung des Nationalteams büßen. Ganz klar logisch. Die Anleger bestrafen sowas natürlich (einer meiner absoluten Lieblingssätze von sogenannten Finanzstrategen). Kann mir jemand erklären, warum der Audi Kurs nicht in den Keller geht, wenn Bayern Mücnhen verliert? Wieso geht der Telekomkurs nicht in den Keller, wenn Jan Ullrich dopt? (Jaja, weil er da schon ist, habs verstanden...). Wieso sinkt der Ferrariaktienkurs nicht, wenn ein Formel 1 Auto aufgrund eines technischen Defekts ausscheidet? Ist der Gasprom Kurs heruntergegangen, als Brasilien das riesige Ölfeld gefunden hat? Aber das ist schon wieder zu dicht an der Realität. Wir sollten mehr Vorschläge sammeln, wie dicht Sport und Aktienkurse miteinander verzahnt. Stellen wir uns vor, der Nike Aktienkurs sinkt, weil Tiger Woods beim Golfen seinen Caddy mit einem Slazenger Golfball (oh Gott, der Aktenkurs auch! Ein Teufelskreis) umgehauen hat, und deswegen nur Zweiter wurde... Also auf zum kommentieren.
Freitag, 16. November 2007
Neulich hab ich eine Mail von einem Studenten an meiner ehemaligen FH bekommen zwecks Zugang zum Skriptarchiv. Die ersten Zeilen der Email waren wie folgt: Abs. XXX YYY feldmark 72 in wilhelmshaven
"Studentenwohnheim"" Wünschen wir uns nicht alle heimlich den guten alten Briefkopf in elektronischer Kommunikation zurück. Nachdem ja inzwischen schon Firmenemails die selben Angaben haben müssen wie Papierdokumente, sollte das ja im privaten Bereich auch nur noch eine Frage der Zeit sein.
"E-Mail, das unbekannte Wesen" vollständig lesen
Donnerstag, 15. November 2007
Hm. Ziel von Web Services (inzwischen schreibe ich es ja fast gebetsmühlenartig, weil es nie stimmt) ist ja die Interoperabilität. Neulich habe ich dann die neue Variant kennengelernt, wo es erst einen Webservice zum Einloggen mit login- und logout Methode gibt, und man daraufhin erst Zugriff auf einen zweiten Webservice erhält, wo man die eigentlichen Methoden der Geschäftslogik aufrufen kann. Das hätte man ja auch mit Sessions lösen können, war mein erster Gedanke. Komisch wird es dann allerdings erst, wenn man auf die WSDL Datei des zweiten Webservices nicht zugreifen darf, da "aus Sicherheitsgründen die Struktur der Datenbank" nicht offengelegt werden darf. Hauptsache, man nutzt dann Webservices, und nicht einfach irgendein beliebiges XML Format (ach halt, dann hätte man ja eine DTD beilegen müssen)...
Dienstag, 13. November 2007
Heute mal wieder eine technische Frage, die sich ideal fürs Lazyweb eignet. Es geht um Performance im Zusammenhang mit XML. Ich habe ein ca. 40-200kb großes XML-Dokument, dass vom Benutzer verändert werden kann. Wie speichere ich diese Daten nun? Grob gesagt hat man 3 Möglichkeiten - In der Datenbank in einzelnen Spalten und Tabellen, so dass das Dokument immer neu zusammengebaut und anschließend validiert werden muss
- In der Datenbank in einem Feld, so dass der gesamte Eintrag immer aktualisiert werden muss (unter Umständen halt 200 oder mehr Kilobyte)
- Als normale Datei im Filesystem, so dass in der Datenbank lediglich Metainformationen stehen, die Datei allerdings auch in diesem Fall immer komplett neu geschrieben werden muss
Was kostet am meisten Performance? Was bringt am meisten bei relativ wenigen Änderungen und vielen Abrufen der XML Datei (die dann allerdings wieder via XSLT anders ausgegeben werden wird).
Samstag, 10. November 2007
Harald Martenstein erläutert in seiner "Zeit"-Kolumne die wöchentlichen Auf und Abs eines Endverbrauchers. Dieses Buch fasst die Highlights der letzten Jahre zusammen. Es eines der witzigsten Werke, die ich seit längerer Zeit gelesen habe. Der Autor schafft es, mit seinen abstrusten Vergleichen des Alltags derart witzige Bilder in den Kopf des Lesers zu zaubern, dass ich während des Lesens des ganzes Buches (meistens lese ich beim Pendeln zum Job) eigentlich immer nur blöd grinsend in der S-Bahn gesessen habe. Absolute Kaufempfehlung und mit 7 EUR auch noch bezahlbar.
Freitag, 9. November 2007
Nach langer Zeit habe ich mir mal wieder einen Roman gegönnt - und direkt innerhalb von wenigen Tagen aufgesogen. Michael Crichton's Buch stammt anscheinend schon von 1992, hat es aber jetzt erst als deutsche Übersetzung in die Läden geschafft. Thematisch geht es um einen Mord, der im Zusammenhang mit mächtigen amerikanischen Politikern und japanischen Konzernen steht. Allerdings steckt in dem ganzen Buch die Kritik am Ausverkauf amerikanischer Firmen an japanische Firmenkonsortien und damit den Abzug von Know-How und Hightech-Wissen, sowie die Bestechlichkeit der amerikanischen Politik durch japanisches Geld. Das Buch zeichnet Japan als rassistisch geprägtes Land mit ausgeprägtem wirtschaftlichem Protektionismus, dem die USA hilflos gegenüber stehen. Der Autor fordert gleiches mit gleichem zu vergelten und ebenfalls japanische Importe mit Strafzöllen oder ähnlichem zu versehen. Interessant ist die Ansicht dieses Falles alle mal, da gerade die USA an ihren südlichen Grenzen bereits eine sehr restriktive Grenz- und Importpolitik vertritt, woran sich aber der brave Amerikaner/Autor anscheinend nicht stört. Insgesamt ein kurzweiliger Roman, mit der ein oder anderen interessanten Wendung, der allerdings ein ungewohnt starke politische Botschaft innehat (im Unterschied zu Romanen wie Prey oder Jurassic Park von Michael Crichton, die sich primär mit nicht beherschbarer Technologie beschäftigen).
Donnerstag, 8. November 2007
Ökonomie 2.0 von Norbert Häring und Olaf Storbeck beschäftigt sich im Kern mit der Neuroökonomie, einem der interessantesten und heißesten Themen momentan im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, da sie eine Anzahl existierender Theorien mit einem Wisch vom akademischen Blatt fegt. Dazu gehört der Homo Oeconomicus, der stets und ausschließlich zu seinem eigenen Vorteil handelt. Ein Ammenmärchen, dass mit Hilfe von vielen Beispielen belegt wird. Dennoch hat man während des Lesens des Buches das Gefühl, dass hier versucht wird, möglichst viele Statistiken miteinander zu verknüpfen, so dass ein Eindruck entsteht, nur der Autor habe die entstandene Informationsflut im Griff und korreliert die verschiedenen Ergebnisse auf die richtige Art und Weise. Wer eine Einführung in die Neuroökonomie sucht, ist mit diesem Buch nicht gut beraten (dieses Wort findet sich aber auch nirgends auf dem Titel, dafür einige provokative Thesen wie "Was passiert, wenn ein Kindergarten Verspätungsgebühren erhebt? Die Verspätungen nehmen zu", die als Appetizer dienen sollen.
Mittwoch, 7. November 2007
Dieses Buch von Margareta Mommsen und Angelika Nußberger handelt, wie unschwer am Titel zu erraten, über Putins lupenreine Demokratie. Das Buch deckt die festinstallierten Apparate der Macht in Russland auf, die für und nur für Putin arbeiten. Wenn man sich ein wenig mit der Materie auskennt, wird man hier allerdings wenig neues, sondern weitaus mehr Details zu einzelnen Fällen finden. Es bleibt der schale Nachgeschmack, den man hier auch aus der Merkel'schen Politik kennt. Es ist ohne Zweifel schlimm, was in Russland, oftmals abseits einer Gesetzsprechung passiert. Viel mehr Sorgen sollte man sich aber vielleicht machen, dass Putin inzwischen mit dem Zeigefinger auf Deutschland zeigen kann, und ebenfalls Fälle von "gelenkter Demokratie" - wie es in dem Buch heisst - aufzeigen kann. Als Beispiele seien nur der G-8 Gipfel oder die Beschuldigung von Andrej H. als Mitglied einer Terrorzelle aufgrund seiner intellektuellen Fähigkeiten genannt. Wenn man sich wirklich für Russland interessiert, mag dieses Buch interessant sein, anderenfalls ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir hier ähnliche Aushählung existierender Rechtsprechung erleben (siehe Bücher wie der Grundrechtereport 2007).
Dienstag, 6. November 2007
Am 29.10 war hier in München das Treffen der Java User Group. Da mich der Vortrag über Grails/Groovy interessiert hat, bin ich dann auch gleich mal da hin, von wegen zurechtfinden in der neuen Stadt und so. Sehr interessant war dann auch die Zusammenstellung der Leute. Der Standard-Informatiker und auch die passenden Studenten dazu mischten sich dann mit Anzugträgern aus dem Consulting- und Finanzbereich (na, wo hab ich mich einsortiert? . Der Vortrag war dann nicht weiter wild, es war nur ein kleiner Einstieg mit einer einfachen Skillmanagementsoftware, 2-4 Manntage einlesen. Der Vortragende war auch ein Freund von Buzzwords ("technisch getrieben", "das gibt es geschenkt" bei automatisch erstellten Views und Controllern, allerdings hat seine Firma ihm auch die wohklingende Position "Advanced Software Engineer" verpasst, vermutlich die Mitte zwischen Junior und Senior mehr zum Junior hin - wer mehr weiß, kommentiere bitte...). Blöderweise haben sich die Personen ziemlich direkt nach dem Vortrag mehrheitlich aufgelöst (also die Gruppe jetzt, ne?!), so dass für das webzwonullige Socializing kaum Zeit blieb. Irgendwie finde ich das Prinzip des einzigen Vortrages am Abend (und dann noch ohne Kneipenatmosphäre) nicht ansatzweise so cool wie die Webmontage. Also mal sehen, ob sowas es sowas in München gibt.
Montag, 5. November 2007
Die Denkanstösse-Serie ist eines dieser Bücher, die immer im Kassenbereich von Buchhandlungen rumliegen, wenn man gerade in der Schlange wartet, dass man bezahlen kann. Es ist quasi eine intellektuelle Quengelzone, in der das lesende Alter Ego so lange keine Ruhe gibt, bis man nicht einer der dort ausliegenden günstigen Bücher während des Wartens schnappt und kauft. Bei 5 EUR ja auch verständlich. Dieses Jahr fand ich den Band aber sehr viel zwiespältiger als letztes Jahr. Zum einen wurde der Band anscheinend massiv vom Spiegel gefördert mit Beiträgen von meinem absoluten Lieblingsautor Henryk Broder, der mal wieder kokettierenderweise seine standardisierten Plattitüden an den Mann bringt und dabei noch versucht, witzig zu sein. Aber auch Herr Aust durfte sich verewigen, ebenso Wendelin Wiedeking, Ulrich Wickert und Gabor Steingart (ebenfalls ja einer meiner Favoriten). Interessant zu lesen ist ein Artikel von Garri Kasparow, in der er sein Leben viel mit einem Schachspiel vergleicht. Kurz gesagt, sehr viel weniger philosophisch als die letztjährige Version, aber auch wieder ein Echo der momentan "schreibenden Elite". Kauftipp.
Samstag, 3. November 2007
Mal wieder Webservices als Thema, heute mit dem Fokus auf Sessionmanagement. Simpel zusammengefasst handelt es sich ja um XML Dateien innerhalb eines verbindungslosen Netzes. Wenn man jetzt ein Sitzungskonzept einführen will, so sollte man das ja sinnvollerweise innerhalb der XML Dateien machen. Es gibt da zwei Möglichkeiten in meinen Augen - Bei Erstellung der Sitzung wird ein Session Key vom Server an den Client geschickt. Dieser sendet den Schlüssel bei jeder Anfrage an den Server mit. Nach Zeit X, in der kein Key von diesem Client an den Server gesendet worden ist, wird diese im Server als ungültig markiert.
- Bei jeder Übertragung wird vom Server ein neuer Session Key erstellt. Der jeweils letzte Key muss vom Client bei der nächsten Anfrage an den Server gesendet werden.
All das sollte natürlich innerhalb des XML Dokumentes passieren. Man kann es aber auch wie ein großer Softwarehersteller machen, und verwendet Cookies zum Sessionmanagement. Das bedeutet, dass der Anwendungsentwickler mühselig den HTTP Request auseinander nehmen muss, um an die Cookies zu gelangen, da diese nicht in den übertragenen Nutzdaten stehen. Gerade aus Entwicklersicht ist ein Springen zwischen den Nutzdaten einzelner OSI-Schichten natürlich ein Traum. Aber egal, das hält die Herausforderung weit oben... Mir ist immer noch kein Webservice unter die Augen gekommen, der einfach funktioniert (Bedingung: Unterschiedliche Programmiersprachen zwischen Server und Client). Man darf weiterhin gespannt sein...
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