Sonntag, 27. April 2008
Ein emotionales Werk über die unterschiedlichen Arten der Armut, die sich wie ein Schleier über diese Gesellschaft gelegt haben, bieten Najda Klinger und Jens König. Das Buch ist keine leichte Kost und sollte denen, die die nächste Kürzung von Hartz 4 und sonstigen Gesetzen planen, als Leselektüre und Entscheidungshilfe dienen, bevor sie der inzwischen allgemein gültigen Doktrin der omnipräsenten Kostensenkung Folge leisten. Verschiedene Menschen werden porträtiert, wie sie in eine Umgebung der Chancenlosigkeit hineinwuchsen, ohne Notausgang, aber dafür mit vielen Formblättern, bevor man das Licht am Ende des Tunnels überhaupt erst einmal sehen darf. Einzig die fehlende Lösung im Buch (Prinzipien des bedingungslosen Grundeinkommens werden nur am Rande erwähnt) schmälert den Eindruck, aber vielleicht ist es gerade dass, was dieses Buch ausmacht: Die komplette Chancenlosigkeit und Resignation innerhalb eines Systems, in das man geboren wird.
Samstag, 26. April 2008
Von einem Softwareentwickler, als es um Debugging eines ganzes Requests ging: "Wir schicken doch kein XML, wir schicken SOAP Nachrichten - auf eine tiefere Ebene zum Debuggen will ich nicht". Ja, war mir dann auch klar.
Samstag, 26. April 2008
- Interessante Lobbyhinweise des Tages: In den USA fließt so viel Geld wie nie, Schily muss vielleicht gar kein Geld bezahlen, und einige ehemalige Politiker fangen nach ihrem Job in der Wirtschaft an, in eigens für sie geschaffenen Abteilungen. Naja, ok, Oswald Metzger wechselt zur Biberacher CDU, der hat das noch nicht so raus mit dem Einschlagen der "richtigen" Wege.
- Herrlich: Ein Prof stellt eine Aufgabe "Ein Staat möchte die Telekommunikation seiner Bürger überwachen", um u.a. damit auf mangelnde Ethik unter Informatikern (aber auch Maschinenbauer und Betriebswirtschaftlicher sind da meilenweit von weg) hinzuweisen. Ein Fach, dass ich in meinem Studiengang auch irgendwie vermisst habe...
- Der MdB Edathy hat morgens kurz nach dem Aufstehen wohl noch keinen Humor, dafür beantwortet er aber Briefe schön giftig und droht mit der Juristenkeule
- Gedankenverbrechen und sonstiges: Die Ausbildung zum potenziellen Terroristen soll in nicht allzu ferner Zukunft unter Strafe stehen. Aber da wird bestimmt genau geschaut, dass man da keine Unschuldigen erwischt
- Das tägliche BKA Gesetz Special: Das Open Mind Blog hat das neue Gesetz etwas genauer betrachtet, bei daten-speicherung.de gibt es das auch in normalem Deutsch. Spätestens dass sollte einem Angst machen. Aber die Kritik des Plebs verhallt ungehört, dafür sind aber die Verursacher dieser dezenten Novelle umso beleidigter, und betrachten es als Verleumdung, wenn man sie als Verfassungsbrecher bezeichnet. Völlig abgehoben. Ob rechtens oder nicht, können wir uns inzwischen wenigstens sicher sein, dass wir bereits, so gut es eben geht, abgehört werden. Vor allem als Journalist sollte man zusehen, dass man sämtliche Kommunikation verschlüsselt betreibt. Ich sehe da einen Markt, den Journalisten Laptop... TrueCrypt, Tor, etc - alles ready-to-work. Naja, aber warum Sorgen machen, wenn wir wissen, dass der Bundestrojaner bereits jetzt mehr als 60 mal angewendet worden ist. Das Open Mind Blog hat exzellente Arbeit geleistet und eine Link Sammlung zur Abhöraffäre des angelegt.
- Ein französisches Gericht hat drei Webseitenbetreiber aufgrund des Inhaltes eines eingebetteten RSS Feeds verurteilt. Gottseidank bin ich hier Herr meiner del.icio.us Links. Unglaublich.
- Nur 12% der Arbeitnehmer sind wirklich zufrieden mit Ihrem Job. Was für eine frustrierende Zahl bzw. Bankrotterklärung.
- Falls jemand eine Wanze an seinem Auto findet, die dem Staat gehört: Nicht wegschmeißen, sondern sorgfältig aufheben und zu den anderen legen. Das LKA verlangt Schadensersatz...
- Die NachDenkSeiten enthüllen schön, dass es bei den gefälschten Hitler Tagebüchern lediglich um Auflage und Geld ging und deswegen andere Magazine auch nicht höhnisch berichten sollten, denn es wird mit Sicherheit den nächsten der großen irgendwann mal treffen.
- Kleiner Ausrutscher im US-Wahlkampf oder Vorankündigung des Kurses: Will Hillary Clinton den Iran angreifen?
- Hat es dazu nicht vor ein paar Jahren schon ein interessantes Paper gegeben? Ich finde gerade nichts in meinen Linkarchiven: Building exploits by reverse engineering patches
- Grails Special: Pagination-Support mit AJAX und die Nominierung von Grails für den JAX Innovation Award
- Wirtschaftsspionage mit dem Babyfon.. klingt irgendwie zu lächerlich
- Wie man Open Source Projekte in den Sand setzt, heute ExtJS. Bei ExtJS handelt es sich um ein Splitoff von YUI, welches bis neulich unter der LGPL stand, es konnten aber beliebige kommerzielle Lizenzen erstanden werden. Jetzt steht es unter der GPL. Nicht nur Grails Gründer Graeme Rocher sieht das kritisch, der CEO von XWiki ebenso, der Autor von GWT-Ext ebenso. Konsequenz: Die User werden wegbleiben, zuallererst aber die nicht bezahlten Entwickler. So zerstört man eine Community. Ach, der Slogan von ExtJS: A foundation you can build on...
Dienstag, 22. April 2008
Ich muss es mal wieder zugegeben. Ich verstehe es nicht, wie dieses Konzept eine "insgesamt gute Lösung" ist, wie der Bundesarbeitsminister zu berichten vermag. Oder wie es ein " kräftiger Impuls für das Ziel" ist. Welches Ziel eigentlich? Schauen wir uns das Mitarbeiterbeteiligungskonzept doch mal an. Ich schreibe jetzt nur das, was ich aus den Artikeln mitgenommen habe. - Der Mitarbeiter zahlt Geld an die Firma - das ist dann ja erstmal nutto weniger (für den Witz: Schaut euch Volker Pispers an). Damit haben ja eher die Leute ein Problem, die die Prinzipien von Kapitalgesellschaften in Ihrem Leben bisher noch nicht gehört haben oder vielleicht auch steuerrechtlich den Konz noch nicht auswendig können.
- Der absolut unschlagbare Grund für diese Beteiligung: Deutschland hinkt hinterher im internationalen Vergleich der Mitarbeiterbeteiligungen (siehe Yahoo Artikel) - Ja, wir wissen zwar nicht, wie gut es woanders funktioniert, aber erstmal nachziehen. Ach, und der Bundesarbeitsminister - der mit der guten Lösung - ist sich jetzt sicher, dass die Zurückhaltung bei den Mitarbeiterbeteilungen jetzt stark nachlassen wird. Klar, kaum regelt der Staat etwas, wird sich die Wirtschaft drauf stürzen - wie das halt immer ist.
- Der Mitarbeiter hat kein Stück mehr Mitspracherecht, obwohl er ja so eigentlich schon Share- anstatt Stakeholder ist. Aber dennoch spricht CSU Chef Huber davon, dass man Arbeitnehmer zu Mitunternehmern macht.
- Die Staatsschulden steigen (wobei ja 300 Mio heute nicht mehr der Rede wert sind)
- Das Geld kann einfach so weg sein - Alternative: Branchenfonds
- Was passiert eigentlich, wenn ich den Arbeitnehmer wechsele? Kann ich meine Beteiligung daraus ziehen? Vielleicht habe ich ja das Gefühl, dass der Laden demnächst vor die Hunde geht? Wie sieht es mit Insiderhandel aus? Aber das ist bestimmt alles gut beantwortet... Wer Links hat, her damit.
Kurz gesagt: Das Prinzip ist genial. Für die Entmündigung des Arbeitnehmers (böse Zungen könnten auch vom Erhalt des Status Quo sprechen) auch noch Geld zu verlangen. Aber wie gesagt, vielleicht habe ich es auch einfach nicht verstanden. Bei dem Tagesschau Link ist noch ein SWR Video verlinkt, vielleicht löst das diesen Gedankengang ja in Luft auf.
Sonntag, 20. April 2008
- Der Chefermittler gegen PirateBay arbeitet jetzt bei den Warner Bros... Lobbyismus in einer anderen Form?
- Hammer: Ein neues Zak McCracken - von Fans. Darauf hat die Welt gewartet
 - Zum einen könnte man über den lupenreinen Demokraten bei dieser Meldung über die Schließung einer Zeitung wegen Verbreitung von News über die Präsidentenfamilie über die nicht vorhandene Medienfreiheit lästern. Zum anderen habe ich irgendwie das Gefühl, dass das nicht die ganze Geschichte ist. Falls da noch jemandem Quellen zu dem Thema mit mehr Informationen auffallen, bitte in die Kommentare packen... Hier habe ich noch was
- Die Story der Woche in allen Blogs. Das BKA Gesetz, jetzt auch nachlesbar. Es beschwert sich das gesamte politische Spektrum (das ist der wirklich interessante Fakt an der Sache - sogar die Freunde von der Polizei). Damit hat sich die Regierung nicht einen Freund geschaffen (nicht dass das vorher der Fall war). Wie kompetent die Regierung beim Thema der Sicherheit ist, wurde ja diese Woche auch wieder klar. Aber solange das Überwachen funktioniert, ist ja alles geregelt. Passend zu diesem traurigen Ereignis auch noch "Die Lidliesierung des Rechts" von Heribert Prantl
- Java: Tomcat wird gefährlich für die großen, wenn es so schnell weitergeht mit der Entwicklung. Hier gibts noch ein paar Informationen zu Inversion of Control. Ach, und Spring Security 2.0 formerly known as ACEGI ist jetzt raus.
- Thema Nummer zwei in den Blogs: Die Geschichte mit der Zeit und der freien Reporterin, die auf Druck von oben (oder auch nicht), dort nicht mehr arbeitet. Alles in allem IMO kein großes Ding, außer dass der sich angegriffen gefühlte Politiker vollkommen falsch kommuniziert hat, und die großen Geschütze in die falsche Richtung hat einschlagen lassen. Wichtig ist nur, dass es bekannt wird, damit man weiss, wie schnell bestimmte Zeitungen wirklich einknicken, wenn es mal wirklich hart auf hart kommen sollte.
- Terrorismus: Interessanter TP Artikel - wird der nächste Terroranschlag im Zusammenhang mit Schifffahrt stehen?
- "Wir haben nichts zu verbergen", aber sie schützen ihre Fingerabdrücke - ich weiss zwar nicht, inwieweit dieser Post von Fefe stimmt, aber ich halte alles andere als abwegig
 - Interessant: Die Idee einer extrem grünen Stadt...
- Hat jemand 100k EUR über? Ich will nen Tesla
- Wo es hingeht mit der EU: Interessanter Essay über "repressive" Staaten - in diesem Kontext solche Staaten, die mit Absicht Wissen zurückhalten. In Irland scheinen Mails zu leaken, die beweisen, wie der Staat die Bevölkerung mit bestimmten Entscheidungen überrumpeln will. Das lässt sich aber noch toppen, in dem man das Equipment sowie SIM Karte und Handy eines Entwicklers beschlagnahmt, der am Erforschen des Crackens des GSM Standards ist. All das zeigt, wie viel Angst eine gewisse Elite inzwischen vor der Bevölkerung zu haben scheint..
- Ich bin völlig überrascht: Sollte von Pierer bei Siemens etwas von Schmiergeldzahlungen gewusst haben?
- Und dafür soll ich Steuern zahlen?? Die Kirche (sic!) sagt, der Staat soll Löhne aufstocken, und spricht sich sowieso gegen gesetzliche Mindestlöhne aus. Die Kirche! Ich fasse es nicht. Eine derartige Institution spricht sich für die Verarmung der arbeitenden Gesellschaft aus, und spricht damit ja wohl den eigenen Arbeitnehmern eine Unterqualifikation aus, dass sie ihr Geld nicht wert sind. Außerdem argumentiert sie, dass ein Mindestlohn gegen die kirchliche Selbstbestimmung geht. Inzwischen ist das neoliberale Gedankengut auch bei den kirchlichen Controllern (in diesem Fall sind sich evangelische und katholische Organisationen übrigens überraschend einig). Ich bin sprachlos und angewidert. Bitte schickt den Tagesschau Link an möglichst viele Leute, damit alle mal merken, was das für ein hinterlistiger Verein ist - wo sind eigentlich die rollenden Köpfe aus Regensburg?
Donnerstag, 17. April 2008
Wer hat eigentlich diese absolut sinnfreie Phrase erfunden? Sie scheint vor allem in der EDV Welt beliebt zu sein und ist hauptsächlich eins: Eine Killerphrase. Ein Mittel, um Hilfe und Mitarbeit im Keim zu ersticken, egal ob bei kommerziellen und freien Softwareprojekten - dieser Satz funktioniert immer. Die Bedeutung ist unterschiedlich. Mögliche Interpretationen aus der EDV Welt sind - Nerv nicht. Ich arbeite.
- Ich hab alles, nur keinen Bock, das ganze mit dir durchzugehen.
- Wohl wieder zu blöd fürs Setup?!
- Ich habs kaputt gemacht und gerade gefixt - und in dem Moment, wo du gehst, checke ich es ins Repository ein und sage, da liegt es schon seit gestern. HAHA!
- RTFM
- Geh sterben.
- Ich hab gleich Feierabend.
- Die Chaostheorie wird auch dich heimsuchen, und dann geht es auch bei dir
- Hey! Hinter dir! Ein dreiköpfiger Affe!
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und wer mir demnächst sagt, dass es bei ihm funktioniert, der schuldet mir ein Bier.
Mittwoch, 16. April 2008
Es wird mal wieder Zeit, das Backlog zu verringern.... - GWT vs. JSF: Endlich mal jemand, der das Google Web Toolkit nicht bis in den Himmel lobt, nur weil Google davor steht...
- Praktische Erfindungen: Änderung der Strassenfarbe bei Erreichen des Gefrierpunktes, wäre vielleicht auch für den Herd ganz praktisch - wobei das ja bei Induktionsherden nicht mehr nötig wäre
- Das lustige Korruptionsspiel: Siemens und Aldi sind mit dabei, und immer wieder liest man den Namen AUB und deren damaligem Chef. Wo wir gerade bei Siemens sind. Überrascht es irgendwen, dass, wenn Siemens Equipment für ausländische Behörden liefern, diese mit Überwachungsschnittstelle für den BND ausgeliefert werden? Glaubt irgendjemand, israelische oder amerikanische Firmen machen das anders? Andererseits, nichtmal konzerngebeutelte Siemens Mitarbeiter wollten zum BND wechseln. Das ist schon hart.
- Beim Rabenhorst gibt es einen sehr langen, exzellent geschriebenen und aufschlussreichen Artikel über die plumpe Zahlenspielerei der Regierung zur "Optimierung" der Arbeitslosenzahlen, wie man Bedürftige herausrechnet und das dann als Erstarken der Wirtschaft verkauft.
- Der Vorhersage, dass es mit Java Bloatware ala EJB den Bach heruntergeht, stimme ich in Teilen zu. Allerdings kommt der Post auch von Spring Leuten..
- Polylux TV ist einer Künstlergruppe auf den Leim gegangen. Bei einem Bericht über "dauernd auf Speed" haben sie einen gefaketen Charakter interviewed. Totkomisch in meinen Augen. Und das hat ohne Geld funktioniert, was geht dann erst mit...
- Aaaaahja: Wenn man seine Abwasser nicht mehr in Höhlen ablaufen lassen kann, dann karrt man das Zeug zum nächsten Fluss, ich wusste gar nicht, dass sowas in Deutschland überhaupt geht
- Linux/Radeon: Hat schon jemand den RadeonHD Treiber getestet? Funktioniert der und lohnt sich der Umstieg?
- Interessanter und gut geschriebener Artikel für Webentwickler: 12 things you shouldknow about REST and WOA
- Nokia hat eine nette Vision für den Kommunikator der Zukunft: Faltbar, hochflexibel, visuell komplett anpassbar. Interessantes Video
- Wieso nur im Urlaub in Lybien ausbilden, wenn man das auch in China kann und das hauptberuflich? Ist ja bald Olympia. Wenn der halbe Staatsapparat im Ausland Soldaten und Agenten fortbildet, ist es nur logisch, dass der Staat getreu dem Motto "quod lizet ovi non lizet bovi" fordert, dass Sicherheitsfirmen und ihre Exporteure doch besser kontrolliert werden sollen. Wenn man "Verschlußsache BND" gelesen hat, kommt man eh zu dem Schluss, dass Sicherheitsfirmen sehr gut überwacht, nie aber diszipliniert werden...
- Die in Berlin verschwundene Putin Kritikerin ist tot in der Spree gefunden worden. Es ist für Spiegel Online so wichtig und politisch, dass sie es gleich mal ins Panorama Ressort geschoben haben. Wahrscheinlich ist die gute am Ufer ausgerutscht, als sie Baden wollte...
- Ein interessanter Post eines Debian Entwicklers: Debian ist zu langsam geworden an einigen Punkten, und die sind so wichtig, dass Debian sich damit Entwickler vergrault, die dann halt einfach weiterziehen...
- Saigon bekommt eine U-Bahn - von deutschen Steuergeldern, weil vor langer Zeit ein paar Menschen diese Stadt besucht haben
Samstag, 12. April 2008
Neues Wochenende, mehr Zeit für Links... - Die Sache mit den vielen Wirtschaftslobbyisten in den Ministierien haben die meisten alle schon mitbekommen (es gibt also nicht nur den Weg weg vom Parlamentssessel in die Wirtschaft danach, sondern anscheinend auch andersherum). Die Reaktion lässt aber darauf schließen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Wieso sonst sollte man es als pubtertär darstellen, wenn der Verdacht einer zu engen Verbindung zur Wirtschaft behauptet wird, ohne dass es bisher faktisch belegt ist?
- Linux: Neues "Freies Magazin", die April Ausgabe
- JavaScript (ab)used: Super Mario in ein paar kb Code...
- Wäre witzig, wenn es nicht so ernst wäre: Vergleich zwischen Slotmachines und Wahlmaschinen
- Netter TP Artikel: China Bashing, etwas das Medien seit langem gut können
- Bruce Schneier bloggt ja freitags immer über Tintenfisch. Dieses mal gibt es einen interessanten Film über den "Humboldt Squid", einen vielfressenden Räuber, der gerade dabei ist, seinen Lebensraum immens zu vergrößern, interessanterweise sowohl den Lebensraum auf der Landkarte als auch unterschiedliche Tiefen. Und wenn man noch nicht genug von Tierfilmen hat, gibt es hier noch einen schönen über "Velvet worms" - wie heissen die eigentlich auf deutsch?
- GWT News: GWT ist als JSR eingereicht worden. Ich hoffe nicht wirklich, dass das GWT der Standard für die Erstellung von "Rich Internet Applications" mit Hilfe von Java wird
 - Keeloq - ein System, dass in vielen Funkfernbedienungen enthalten ist, unter anderem für Autos (Fiat, Lexus, Volvo, Volkswagen, um nur einige zu nennen), Garagentore, etc - ist interessant gehackt worden: Durch Messen von Signalen ist es möglich den Masterkey zu erlangen. Mit diesem ist es dann nicht nur möglich, Schlüssel zu klonen, sondern den ursprünglichen Schlüssel eines Autos für das Auto unbrauchbar zu machen... Witzig.
- Für Einsteiger: Extra3 erklärt die Bankenkrise
- Wo wir gerade bei Videos sind: The briefing center, eine Dokumentation vom G8 Gipfel in Heiligendamm, aber aus der Sicht innerhalb des Zauns - wobei ich sagen muss, dass ich das so total kommentarlos nicht übermäßig interessant finde...
- Zum Thema Fitna gibt nicht so viel zu sagen, was nicht schon beim Spiegelfechter oder im Parteibuch stehen würde
- Laserpointer sollen jetzt in Australien verboten werden, weil damit wohl zum wiederholten Male landende Flugzeugpiloten geblendet worden sind. Ich dachte bisher immer, dass seien mehrheitlich Fantasiegespinste von Romanautoren wie Tom Clancy (Ehrenschuld - böse japanische Raderaufklärer werden damit vom Himmel geholft) oder Frank Schätzing (Lautlos, Planung eines Attentates auf den US-Präsidenten)
- Skandalös: Die Wahrheit über die ooxml ISO Abtimmung...
- Street Credibility (ich find diesen Ausdruck ziemlich cool, nicht erst seit Hardcover) für Einsteiger: Cisco macht einen auf Zielgruppe, baut dabei aber einen völlig unauthentischen Skateboardhersteller auf. Schade, Storytelling in der Werbung gehört ja dazu, aber darf sich doch auch ein wenig an der Realität orientieren...
- Hammer der Woche: Der Satellit, den SES diese Woche aufgegeben hat, ist wegen eines Patentes nicht gerettet worden... da fällt einem nichts mehr zu ein. Ich hoffe immer noch, dass das ein Fake ist.
- Kaum da, schon gehackt: Google App Engine
Freitag, 11. April 2008
Bill Bryson berichtet in seinem Buch "Streiflichter aus Amerika. Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene" in einer Kolumnensammlung über die Unwegbarkeiten, die 20 Jahre exil in England bei seiner Rückkehr in die USA angerichtet haben. Typische Phänomene wie Einheitsmotels, Straßenschilder, die 100 Meilen im Voraus auf unwichtige Sehenswürdigkeiten hinweisen, Steuererklärungen die eigentlich nur aus Ausnahmen von der Regel bestehen oder Probleme bei der Einwanderung. Allerdings ist es mal witzig, die Hälfte der Zeit aber ebenso an einer gewissen Kalauergrenze, dass es scheint, als sei zwischendurch das Restniveau beerdigt worden. Kann man mal lesen als Bettlektüre, muss aber nicht in der eigenen Sammlung stehen. Es wird wieder mal Zeit für Sachbücher...
Dienstag, 8. April 2008
Demonstrationen gegen das chinesische Regime soll man ja nicht per se verurteilen. Ich will mit diesem Post auch nicht pro-chinesisch schreiben. Aber eins und eins zusammenzählen sollte trotzdem drin sein. Mein heutiges Augenmerk ging auf die Meldung, das Frau Clinton einen gnadenlosen Olympia Boykott fordert (nein, keine Sorge, nicht von den gedopten Sportlern, nur von Bush bei der Eröffnungsfeier). Verständlich? So verständlich wie politische Kleinkindspielereien halt sein können, wenn man nicht merkt, wie man instrumentalisiert wird. Aber zurück zur Theorie. In dem Artikel steht auch, dass Behörden von ein paar Kletterern an der Golden Gate Bridge "kalt erwischt" worden sind, und erst nach dem Ausrollen des Transparentes und einer tibetischen Flagge tätig werden konnten. Na, so ein Zufall. In Paris kam es am Montag zu Tumulten, bei denen die Fackel gelöscht worden ist. Kaum symbolträchtig. Stellen wir uns einmal vor, ein paar Amerikaner und Europäer (und eventuell auch Tibeter, aber die sind unwichtig) setzen sich zusammen, und diskutieren, wie man Chinas Image passend zu Olympia so richtig in den Keller bekommt. Was fällt einem da besser ein, als Tibet zu instrumentalisieren. Man könnte anfangen, dort ein paar Aufstände anzuzetteln, die in Gegengewalt resultieren. Damit macht man die Weltgemeinschaft wach, fächert dann europäische Demonstrationen noch etwas an, und ruckzuck hat man die perfekte Stimmung, dass das Volk nachdenkt, weniger chinesische Produkte zu kaufen. Dann wären wir ja bei den wirtschaftlichen Zielen angekommen. Auf einmal macht es auch Sinn, wieso einige deutsche Medien falsche Bilder veröffentlichen. Es geht nicht nur um Quote. Räuberpistole? Vielleicht auch nicht... Lesbefehl!
Samstag, 5. April 2008
Als Zugezogener und in den letzten Jahren - zumindest was die unterschiedlichen Wohnorte angeht - etwas Herumgekommener (zwei Drittel der Leserschaft haben hier wahrscheinlich instinktiv "Heruntergekommener" gelesen) kann ich mit dem Begriff Lokalpatriotismus inhaltlich eigentlich nichts anfangen. Dafür aber in München umso mehr andere Leute. Fangen wir mit dem fachfremden Beispiel an. In meiner Post landete neulich das Magazin "locallife", welches sich mit dem Leben in meinem Stadtteil Neuhausen/Nyhmphenburg/Gern beschäftigt. Wow, ein Stadtteilmagazin. Immerhin noch nicht localBlock,aber das kommt dann demnächst wahrscheinlich. Spannende Berichte über eine Frauencomputerschule, den Gemüsehändler des Rotkreuzplatzes, geniale Wortspiele aus der Kalaueramateuroberliga wie "so gern in Gern" und ganzseitige Werbungen "Endlich Schluss mit Rasieren und Epilieren" gereichen diesem Blatt die Ehre, dass ich es nichtmal als Toilettenlektüre empfehlen würde. Immerhin weiss ich jetzt, dass Anneliese, Waltraud, Heidrun und Franz meine Nachbarn sind und sich hier wohlfühlen. Viel gewonnen. Aber das war erst der erste Part dieses Posts. Dass man Selbstbeweihräucherung auch professionell verpacken kann, zeigt das Magazin "IT-Szene München", der "Computerzeitschrift für München und Oberbayern". Normalerweise lese ich dieses Magazin ganz gerne, ein paar interessante Artikel sind drin, Jobanzeigen aus der Region, alles leicht verdaulich. Dieses Magazin scheint aber von einer anderen Redaktion ersonnen worden zu sein. Seite für Seite pures Eigenlob, wie toll die Region ist: - Münchener Unternehmen sind beim einem von Deloitte ausgerichteten Unternehmensvergleich ganz weit vorne
- Der Flughafen wurde bei XYZ Awards zum besten gekürt
- Ganz groß auch ein Stück Text mit Konterfei des TU Präsidenten: "Für die TU München bedeutet Innovation 'eine Gemeinschaftsleistung aus Tradition'" - dingdingdingding. Entschuldigung, das war mein Bullshitdetektor.
- Die Informatik Fakultät der TU München wird 40 - dingdingdingding. Dieses Mal aber der Sackreisdetektor.
- "Firma XYZ seit 20 Jahren erfolgreich." Informationsgehalt auf dem Gefrierpunkt
- Aus den Kurznachrichten. Überraschung! Die TU München ist forschungsstärkste Uni in Deutschland. Jetzt war der Zeitpunkt, wo ich nochmal nachgeschaut habe, ob ich nicht das Unimagazin in der Hand halte. Mist, war doch noch "IT Szene München".
Das einzige Licht gab es am Ende des Tunnels. Da gab es dann Adressen und Daten von Vorträgen, die in den nächsten Wochen stattfinden sowie Ansprechpartner einiger Arbeitskreise. So und jetzt lese ich mal eine Runde Java Magazine. Wenn die auch so gut sind, werde ich sauer. Dafür habe ich nämlich Geld bezahlt (wobei mir gerade auffällt, dass die IT-Szene auch 4,90 EUR kostet...)
Freitag, 4. April 2008
Wer einen schnellen Überblick über die neuen Features in Java 6 mit Codebeispielen braucht, ist mit dem Buch "Java 6 New Features: A Tutorial: New Features" gut beraten. Etwas mehr als 15 Kapitel informieren gezielt über Neuerungen, unter anderem in den Bereichen Swing, AWT, XML (JAXB, StAX, XML Digital Signature), JDBC 4.0, I18N, Webservices und noch weitere. Außerdem gibt es noch eine kompakte, aber ebenfalls gelungene Einführung in die Java5 Neuheiten Generics, Annotations und Enums. Das Buch kann in einem halben Tag durchgearbeitet werden und lohnt somit vielleicht auch für die Überlegung, welche Java Version man für das nächste große Projekt verwenden soll. Ganz abgesehen von der Buchqualität kriegt man diese Infos natürlich auch im Netz, aber die Kompaktheit und die Codebeispiele stellen hier natürlich den eigentlichen Vorteil dar.
Donnerstag, 3. April 2008
Da ja gerade in der Diskussion ist, die Studiengebühren in Hessen wieder zu kippen, keimt auch die Diskussion der sozialen Ungerechtigkeit wieder auf, wenn keine[sic!] Studiengebühren erhoben werden. Die Argumentationskette lautet dann immer, dass die gemeine Krankenschwester das Studium des Ärztesohnes schultern muss, da dieses ja aus Solidarmitteln finanziert wird. Besser wäre da das Stipendiaten- und Kreditmodell aus den USA - nur hat der deutsche Staat leider verschlafen, so etwas einzuführen. Na, sowas. Abgesehen davon halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass nach Einführung der Studiengebühren die Krankenschwester auf einmal weniger Steuern oder sonstiges zahlen müsste (ist ja bis jetzt auch nicht in Planung). Nun aber zu meiner eigentlichen Frage: Hat jemand zufällig Zahlen, die aufzeigen würden, um wieviel weniger die Abgaben pro arbeitender Person wären, wenn das komplette Hochschulbildungswesen privatisiert wäre? Am besten wäre eine ähnliche Rechnung noch für Schulen, damit man das noch zusätzlich argumentieren kann...
Mittwoch, 2. April 2008
Neuer Monat, neuer Müll... Insgesamt enthielten annähernd 3% der Suchanfragen das Wort "gwt", scheint also noch beliebt zu sein. Krankerweise entfallen auf "wilhelmshaven" mehr Suchanfragen als auf "münchen", da muss ich wohl öfter gelästert haben. Ansonsten sind "linux", "siemens" und "alice" noch weit oben, sowie "sklavenvertrag" - whatever - origami yoda hilfe - man hilft ja wo man kann...
- Ölsand diplomarbeit - bestimmt ein interessantes Thema, nur nicht hier
- suche dance dance revolution automat - ein Automat, der für dich tanzt?
- wie kann man sich bei soaps bewerben - möglichst verstrahlt tun? Äh, ich meine, voll real...
- bluej zigarettenautomat - interessante Kombination, gibt mir Rätsel auf
- wieso will ich für jemanden arbeiten bewerbung - nur wegen des Schmerzensgeldes. Es ist wichtig, dass man das schon im ersten Bewerbungsgespräch möglichst klar macht.
- bewerbung platt - besser auf hochdeutsch
- ist das buch minority report glaubwürdig - eh, klar. Ist ja nen Tatsachenbericht
- ein lied ... lächerliche hosen... mit video ich weiß nicht genau wie dass heißt!!!!!!!!!!!! - Interpunktion eins zu eins übernommen. Mein Tipp: Kris Kros
- was schreibe ich in der bewerbung nach der frage des gehaltes - den Stundensatz der Putzfrau? Ich nehme immer eine gewisse Spanne
- wie tritt man richtig auf? - man setzt zuerst die Ferse auf und rollt dann über den Ballen ab --Dr. R.
- alice techniker kommt muss ich zu hause sein - nicht, wenn du die Tür auflässt
- produktionstechnik studium schwer - in meinem Fall vor allem überflüssig
- alice student router - was soll mir dieses Query sagen?
- papierflieger knicken - besser als knüllen
- mp3 mit siegel abhanden gekommen - der Arme, muss er ein neues machen
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