Sonntag, 29. Juni 2008
Aus. Aus. Aus. Es ist aus. Deutschland ist jetzt wieder normal. Puuh (an dieser Stelle verweise ich gerne auf den ersten Absatz von WWWW). Damit droht das Sommerloch auch verenden. Das könnte für die Politik natürlich ein Problem werden. - In München wird ja gerade der "U-Bahn Schlägerfall" verhandelt. Die Süddeutsche hat einen interessanten Artikel, dass man in diesem Fall nicht einmal von Versagen der Behörden sprechen kann und soll, da diese alles andere als untätig waren. Die Komplexität der Fragestellung, ob die beiden Täter überhaupt noch in die normale Gesellschaft integrierbar sind, wird so allerdings nur um ein Vielfaches erhöht.
- Ich bin nicht allein: Sogar Studien sind langsam der Ansicht, dass das Fernsehen in seiner existierenden Form sich langsam selbst abmeldet
- Für Leute mit Passwortalzheimer eignet sich dieser Tip sehr gut. Einfach ein Buch als Hilfe nehmen..
- Völlig überraschend hat die Telekom auch Nutzdaten, vulgo: Gespräche mitgeschnitten. Daten und Möglichkeiten wecken halt Begehrlichkeiten - wenn man das Equipment schon im Haus stehen hat.
- Die taz schreibt noch sehr schön über den Armutsbericht und wie Opfer eines Systems zu Heulsusen gemacht werden...
- Google Web Toolkit. Exzellente, aber nicht einsteigerfreundliche Präsentation über das GWT (in Verbindung mit Gears) und eine Menge nicht so ausführlich dokumentierter Features anstatt immer nur das übliche "Java-to-JavaScript"-Compiler Gerede, wie ich es auch präsentieren würde. Außerdem gibt es noch ein zweites Highlight. Der größten Schwäche vom GWT, das Mappen von Daten in die UI, scheint sich Metawidget anzunehmen. Interessantes Projekt, dass man auf dem Radar haben sollte in der Zukunft.
- Grails (hat inzwischen in den Suchbegriffen das GWT auch überholt): Seit dieser Woche gibt es das Plugin Sparkline, mit dem man Graphen, Diagramme und Pfeile zeichnen kann. Außerdem gibt es noch eine einfache Einführungspräsentation zu Grails.
- Was heutzutage alles geht: Eine sortierbare drag-and-drop Tabelle in HTML nur mit Hilfe eines CSS Attributes...
- Ferner liefen: Ozone, ein cooles Konzeptauto, Häuser, die aus einer Boing 747 gebaut werden
Sonntag, 29. Juni 2008
Dieses mal wurde es ein episches Werk, welches ich schon immer mal lesen wollte. Der unvergleichliche Heinz Strunk (bekannt aus dem Tophit "Wie heißt du" von Fettes Brot) hat in diesem Werk seine Zeit als Tanzmusiker niedergeschrieben. Witzig zu lesen, aber bestimmt nicht witzig zu erleben (keine Groupies, ewiges Geschleppe, keine echte Bandfreundschaft, all die Nichtigkeiten und Probleme des Lebens), auch wenn einiges durchaus etwas übertrieben scheint. Aber die Fähigkeit, eine an sich sehr tragische Zeit allein durch die Wortwahl lustig zu gestalten, ist Heinz Strunk auf jeden Fall gegeben. Fleisch ist mein Gemüse eignet sich exzellent als leichte Lektüre für zwischendurch oder auf dem Heimweg von der Arbeit.
Freitag, 27. Juni 2008
Momentan lese ich eher lustige als ernste Bücher, da man sich bei dem Wetter morgens in der Tram sowieso schon nicht mehr auf richtigen Inhalt konzentrieren kann. Hier also schreibt Horst Evers in Kolumnenform über die Tücken des Alltags, in denen sich jeder mehr oder weniger wiederfindet. Das anscheinend Normale wird seziert und knallhart in wenigen Seiten pro Artikel auseinandergenommen. Äußerst kurze Sätze machen den Sprichstil aus. Die Rezensionen auf auf amazon loben dieses Werk in den Himmel. Das kann ich so leider nicht ganz unterschreiben. Es ist witzig, aber bei weitem nicht immer totkomisch und eignet sich perfekt als Geschenk an Mann oder Frau, wenn man keine Ahnung, was man schenken soll (guter Tip in einer der Rezensionen).
Donnerstag, 26. Juni 2008
Anbei wieder mal die wöchentliche Linkshow, zu viel mehr komme ich aktuell nur schwerlich - irgendwie jammere ich in letzter Zeit ja ziemlich viel über das Thema, das wird sich auch wieder bessern  - PR für Einsteiger: Wenn man nochmal die Auflage eines Buches steigern will, sollte man sich verklagen lassen. Das Buch der "Deutschland-Clan" (auch hier bereits von mir besprochen) hat in Gerhard Schröder den perfekten Ankläger gefunden.
- Schocker der Woche: Fast eine Million abgehörte Telefongespräche bei 3 Mio. Einwohnern in Berlin im Jahre 2007. Ich glaub, aus Respekt vor der Zahl sollte man die Anzahl der Telefonate nicht für die gesamte deutsche Bevölkerung hochrechnen...
- Supersache: Datenbank der Parteispenden - wieso ist sowas nicht staatlich verordnet? Respekt an den Ersteller.
- Fernsehen im Internet: Der aktuelle Scheibenwischer mit dem Thema Überwachung zum komplett Anschauen
- Lockpicking für Fortgeschrittene: Wie man Schlösser mit einem magnetischen Ring öffnet - schaut am besten gleich das youtube Video an.
- Endlich sind wir wieder sicher. Die EU zeigt sich mal wieder dem transatlantischen Bündnis verpflichtet und friert Geld einer iranischen Bank ein. Ist halt blöd für die USA, dass sie aufgrund des Währungskurses in diesem Bereich langsam handlungsunfähig sind, aber ein wenig politischer Druck scheint da ja Wunder zu wirken.
- Horst Köhler zeigt einmal mehr seine wahre Herkunft und Gesinnung. Auf in die Agenda 2020... Apropos, beim Spiegelfechter gibt es ein paar interessante Hintergrundinformationen zum gerade erschienenen Armutsbericht und wie er zurechtgerechnet wird. Die Nachdenkseiten haben auch noch eine exzellente Interpretation seiner Berliner Rede. Aber ich bleibe dabei: Wer echten Populismus in der untersten Liga haben will, der geht nach Bayern.
- Wikipedia Edit Wars: Dieses mal nicht die INSM, sondern die IZA. Hauptsache, das Lager bleibt gleich.
- Web 2.0 Special: Eine Pagination Gallery, die zeigt, wie man dieses Feature am sinnvollsten implementiert.
- Wow. Ein Celeron als DVB-T Software Transmitter - ich hoffe da kommt bald Software passend zur Master Thesis raus. Wo wir gerade bei Software sind. Der RHN Satellite Server ist jetzt im Quellcode verfügbar.
- Ebook für Lau und online lesbar: Python Cookbook
- Mal wieder: Ankündigung, dass es das OpenMoko bald wirklich zu kaufen gibt. Ich glaub es ja noch nicht so ganz...
- Hm. Zweimal hintereinander ein Stromausfall im Sendezentrum zur EM beim Deutschland? Keine Fallbackaggregate? Würde wahrscheinlich eh niemand zugeben, wenn er keine Kontrolle mehr über seine IT-Systeme hätte... aber genug der paranoiden Verschwörungstheorien für heute
- Was sonst noch wichtig war: Der geekige Pi-Kornkreis, das 10-Millionen Pixel Display, was mit Rapid Prototyping geht, Strom mit Solarvorhängen, die Kombination aus Post-It und Büroklammer, und zu gut erletzt das Ukulele Specia
Mittwoch, 25. Juni 2008
Montag war es mal wieder soweit, ein neuer Webmontag in München stand ins Haus. Anbei die Zusammenfassung der Vorträge sowie ein paar Impressionen. - Konzeptvorstellung einer viralen Kampagne für Focus Campus: Eine virale Kampagne mit Hilfe eines extrem witzigen Maskottchens, welches zum einen im Internet auf Social Networking Sites beheimatet ist, zum anderen aber auch Guerilla Aktionen wie Uni Besuche und Ubahn Fahrten mit dem Verteilen von Postkarten macht. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Video, wie "Cliff Farrell" im englischen Garten in München spazieren geht, absolut totkomisch. Leider habe ich hier keine URL zum Thema vorliegen und googlen ergab auch nicht wirklich was. Ich glaube aber im Hinterkopf zu haben, dass die Kampagne demnächst erst anläuft.
- Vorstellung netvibes: Netvibes ist eine Portalseite, auf der man seine persönlichen Widgets (RSS, Flickr, Birthday Reminder, Wetter, leo, youtube) einbinden kann. Widgets können auch selber entwickelt werden. Geschäftsmodell ist die Entwicklung von Widgets (nur am Rande) sowie Anbieten eines Premiumservices - so wie ich es verstanden habe, stellt man hier Kunden ihre eigene Netvibesplattform zu Verfügung. Ganz interessant, allerdings habe ich genau wie bei Google das Problem, dass meine Daten irgendwo zentralisiert liegen (deswegen hat man tinytiny rss und Konsorten), so dass das eigentlich nur etwas für den Enduser ist, der sich über derartige Themen keine Gedanken macht. Interessant (hat man zwischen den Zeilen allerdings nur rausgeholt) ist das Prinzip des virtuellen Unternehmens. Die Leute scheinen quer über den Globus verteilt zu sein, Netvibes Deutschland besteht nur aus Magdalena Böttger aktuell - darüber würde ich gerne mehr hören, Organisation, Infrastruktur, Kommunikation, Probleme etc... Nächstes Mal vielleicht?
 - Kurzvortrag über Barcamps: Nils Hitze hat kurz erläutert, was ein Barcamp ist und die nächsten beiden Termine in München genannt. Einer dieser Termine ist aber exklusiv für Frauen (und fällt leider mit einer Typo3 Konferenz in München zusammen). Das Barcamp für alle scheint im Oktober bei Sun stattzufinden. Bei genug Teilnehmern sogar zwei Tage - also nix wie anmelden. Irgendein technisch orientierter Vortrag für Webframeworks sollte ja dann von meiner Seite auch drin sein.
- oneaim.org: Der von technischer Seite mit Abstand komplexeste Vortrag des Abends, bei dem die Mehrheit wahrscheinlich sehr schnell abgeschaltet hat. Kurz zusammengefasst geht es um ein soziales Meta Netzwerk, welches das Internet zur besseren Vernetzung der einzelnen Organisationen verwendet. Auf technischem Level geht es hier um eine Erweiterung bestehender Standards (RSS, Atom), um eine bessere und zielgerichtete Suche bereitzustellen als dies im Moment der Fall ist. Außerdem soll auch die Einspeisung in das Netzwerk nicht zentralisiert erfolgen (hierbei stösst man natürlich auch Probleme wie Spam etc). Definitiv kein Thema für einen 10 Minuten Vortrag, aber für das Barcamp wäre das mit Sicherheit interessant, allein aufgrund einer etwas genaueren Vision des Projektes, um zu verstehen, wo diese Reise hingehen soll - der Anwendungszweck scheint wesentlich weiter gefasst als nur für social software.
- einfallsreich.tv: Der Preis für den unterhaltsamsten Vortrag ohne Zuhilfenahme eines Maskottchens geht eindeutig an Burkhard Rosskothen von einfallsreich.tv, einer Plattform, bei der die Produzenten dafür zahlen, dass der Film auf die Plattform gestellt werden darf. Und das Geschäftsmodell funktioniert trotzdem. Ich denke hier darf man wieder mal getrost vom Long Tail sprechen - der Teil der Zuschauer wird relativ gesehen minimal sein, absolut aber wohl mehr als ausreichend. Dass das Fernsehen in seiner aktuellen Form eigentlich schon tot ist (etwas um eine bestimmte Uhrzeit schauen? Mit Werbung? Von gestern..), wissen außer den Fernsehanstalten immer mehr Menschen.
- Seneschall: Hier hat dann so langsam meine Konzentration in dem doch ziemlich vollen Vortragsraum abgebaut. Das Geschäftsmodell von Seneschall wurde aus dem Publikum mit "User-generated SEO" umschrieben. Der Benutzer (das Wort "Noweb" für Webeinsteiger war mir bis gestern auch noch nicht bekannt) legt sich eine Art Shop an, in dem er Produkte nicht direkt verkauft, sondern im Prinzip nur empfiehlt und "mit einer Geschichte" versieht, die den Surfer zum Kauf anregt. Durch die Provision beim Verkauf kann sich der Nutzer seine Zeit refinanzieren. Zwei Knackpunkte hat die Sache in meinen Augen. Erstens hängt das Prinzip vom Faktor Suchmaschine ab. Der "Shop" muss vor anderen gefunden werden. Soweit noch ok. Problematisch wird es erst, wenn beispielsweise Google den Suchalgorithmus ändert und seneschall Shops im Ranking herunterdreht. An dieser Stelle ist man einfach von externen Faktoren abhängig. Fatal als Geschäftsmodell. Punkt zwei ist der Fakt, dass bei der Suche nach einem Produkt noch keine Transaktion abgeschlossen ist. Ob ich mein Produkt jetzt bei amazon in einem der Shops kaufe für Preis X oder in dem Preis noch die Provision für seneschall und des Nutzers mitzahlen muss, macht sich ja wahrscheinlich im Endpreis bemerkbar. Und dass der Nutzer seine Suche abbricht und nicht mehr nach günstigeren Angeboten sucht, wenn er den Seneschall-Shop gefunden hat, bezweifle ich an dieser Stelle mal stark. Aber es scheint trotzdem zu funktionieren, wie der Geschäftsführer berichtet hat.
- Flamap: Yet another social network, aber diesmal natürlich alles ganz anders und besser. Hierbei handelt es sich um ein Social Network, in welchem die Freunde auf einer Karte als Stadt kartografiert sind. Man selber definiert sich durch sein Haus. Dieses Haus kann gegen Geld upgradet werden (Auto, Garage, wasauchimmer), und je aktiver man im sozialen Netzwerk ist, desto eher wird man in die Stadtmitte gestellt. Das UI erinnerte mich spontan an Sim City, die Idee an "Mein Haus, mein Auto, mein Boot" in virtuell. So wirklich begeistert bin ich von der Sache nicht (es ist nicht wirklich etwas neues), allerdings sind die Initiatoren das, man darf also gespannt sein, wie sich das noch entwickelt. Technisch interessant ist das Tool, in Flash geschrieben, mit dem man mit Sicherheit auch interessante "reale" Anwendungen entwickeln könnte, beispielsweise im GIS-Bereich.
Organisation: Top. Häppchen, Getränke, Musik, Zwei Sääle, da der eine letztes Mal schon aus allen Nähten platzte. Die Medienhochschule eignet sich aufgrund der Infrastruktur perfekt für solche Events. Die Moderation war auch super, die Vorträge sind dieses Mal auch gecuttet worden. Wirklich interessant war dann auch der Part nach den Vorträgen. Zum einen habe ich noch ein wenig über das Barcamp erfahren, zum anderen haben wir festgestellt, dass es in München zwar theoretisch eine Riesen IT Szene gibt, diese aber überhaupt nicht vernetzt ist. Weder Linux User Group (da es viele kleine Splitterungen gibt), noch GUUG noch PHP User Group sind großartig ausgeprägt. Eine Ausnahme ist die Java User Group. Da wird man in der Zukunft mal sehen müssen, was man noch machen kann. Des Weiteren habe ich ein wenig über das JavaScript Framework dojo erfahren, welches ich mir mal noch genauer ansehen werde, wenn ich die Zeit dazu habe. Momentan ist alles etwas eng. Zum einen habe ich noch ein paar interessante Dinge in meiner Queue, zum anderen habe ich auch gerade meinen Job gewechselt, so dass ich dort noch voll in der Einarbeitung stecke. Alles in allem bleibt nur zu sagen, dass ich mich auf den nächsten Webmontag freue, auch wenn er nur halb so gut werden würde.
Freitag, 20. Juni 2008
- Interessantes Zeug zum Diskutieren, wenn ich ein wenig mehr Zeit hätte momentan: 25 Grundsätze unternehmerischen Handelns. Einiges stimmt, vieles ist IMO aber veraltet. Vielleicht finde ich Richtung WE Zeit für einen erweiterten Kommentar.
- Highlight Nummer eins der letzten Woche: Entfesselt. Überwachung allerorten. Irgendwie nicht wirklich überraschend, allerdings nimmt die Dimension von Tag zu Tag zu. Erstellung von Bewegungsprofilen ist eben nicht nur Sache des Staates. Und damit die Discounter nicht zu kurz kommen. Edeka kann es auch, nicht zu vergessen Securitas, und die staatliche Lotterieverwaltung in Bayern (alles natürlich über andere Auftraggeber und operativ von den Detekteien erledigt, die einach übermotiviert waren). Proteste gegen Überwachung aber führen in den USA mal eben zu Hausdurchsuchungen.
- Großes zweites Thema war und ist die Entmündigung der irischen Bürger, weil diese ja anscheinend zu doof sind für reale Politik (siehe mal wieder auch Spiegelfechter). Auch die ARD schwört natürlich sofort die Krise innerhalb der EU herbei. Und sofort werden Kommunikationsexperten wegen Verständnisproblemen mit der Politik zum Interview gerufen. Aber die Bürger haben ja auch einen Fehler gemacht.
- Wichtiges für zwischendurch: Interessante Couchtische...
- Ist der Hickhack um falsche Zahlen bei der Verschuldung von Berlin ein weiteres Armutszeugnis dafür, dass Politiker auch nur noch mit pawloschen Reflexen auf große Tageszeitung und die Sonntagssendung setzen um Akzente und Informationen an das Plebs zu verteilen?
- Ich habe hier von sonst wenig gelesen. Ist das mal wieder ein etwas einseitig propagandierter Artikel oder hat es mit der Verpflichtung für jeden Venezolaner, mit dem Geheimdienst zusammen zu arbeiten, wirklich etwas auf sich?
- Ebook für Lau: The Pirate's Dilemma erzählt darüber, wie Innovationen und neue Technologien von der Jugend adaptiert werden - ich finde es ja immer wieder interessant, wie man zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln Gespräche zweier etwa vierzehnjähriger Mädels mitbekommt, die völlig normal über Trojaner auf dem Computer erzählen. Das können die meisten in meinem Alter, die nicht direkt was mit Technik zu tun haben, eher nicht. Passend dazu zeigt auch die ältere Generation, dass sie das Internet in seiner Gänze noch nicht ganz verstanden hat. Der allgemein sehr geschätze Heribert Prantl (hier auch schon in einem Book review aufgetaucht), der sich sehr mit den Bürgerrechten beschäftigt, spricht hier von der "Enteignungsmaschinerie Internet".
- Die Überraschung, die keine ist: Auch Lichtblick schafft es nicht, sein Stromnetz ausschließlich mit Ökostrom zu fahren und muss auf der Strombörse nachkaufen. Welch Überraschung, dass die Herkunft dieses Stromes nicht von Lichtblick beeinflusst werden kann. Warum die ARD allerdings so laut schreien muss, verstehe ich nicht ganz.
- Heimlich, still und leise ist das diesjährige Bilderbergertreffen über die Bühne gegangen. Medienecho in der Printpresse? Fehlanzeige...
- Ich habe leider nicht nachgerechnet. Weiss jemand den aktuellen Benzinverbrauch in Deutschland? Könnte der Staat trotz eines Rückgangs des Verbrauchs um 8% trotzdem noch Gewinn machen aufgrund der höheren Steuereinnahmen? Wo wir gerade beim Staat sind. Schön, wenn dieser demnächst alte Glühbirnen verbieten will. Wie sich dann wohl die Preise für Energiesparlampen entwickeln... nach unten bestimmt nicht.
- Dinge die sonst nicht in der Presse stehen: Putschversuch in Äquatorial-Guinea 2004, laut einem Söldner gestürzt von westlichen Ländern?
- Glaubt eigentlich irgendwer, dass die Geheimdokumente unabsichtlich im Zug liegen gelassen worden sind? Es geht nur zufällig um "irgendwas mit dem Iran"...
- Wow. Sogar die FTD mokiert sich allmählich über die neoliberalen Dauerprediger...
- Zum Thema Ölpreis hat der Spiegelfechter einen interessanten Artikel. Vor Brasilien gab es ja gerade einen großen Fund, aber ich habe da glaube ich schonmal drüber berichtet
- Wilhelmshaven hat anscheinend einen Korruptionsskandal mit dem JadeWeserPort - ein wirklich tolles Projekt. Schade um den schönen Sandstrand...
- Größter Massengentest in Deutschland führte gestern noch zum Erfolg, aber heute schon ist es nur noch Polizeiarbeit gewesen. Da wird aber nach der ersten Krachermeldung keiner mehr drüber berichten...
- Sprache evolviert seit je her. Aber die Angst davor ist anscheinend riesig, sonst müsste man es ja nicht Gossensprache betiteln.
- Zum Abschluss noch ein wenig technisches: Grails mit Ajax/Yui Support als Video, Grails auf JBoss 4, YUI Data Table Beispiel
- Interessanter JavaScript Validator: Validlanguage
- Netter Ansatz: Low-tech ssl certificate maintenance - mit Hilfe eines Makefiles und für ein paar Zertifikate sehr praktisch
- Wichtiges am Ende: Passwords are like pants und Diamanten aus Tequila sowie die Maus von morgen. Außerdem steht KITT zum Verkauf.
Freitag, 20. Juni 2008
... mir zu glauben, dass ich Fussball primär wegen des dabei zu konsumierenden Getränkes sowie den Mitzuschauern anschaue (weswegen ich auch überhaupt nicht auf Public Viewing stehe, sondern lieber mit großen Fernseher oder Beamer irgendwo zu Hause sitze), anstatt dass ich mich für die Nationalität der Mannschaften interessiere? Anscheinend schon.
Samstag, 14. Juni 2008
Eine weitere Folge aus der stets beliebten Reihe "Wie ich meine Führungsqualitäten raushängen lasse": Am Mittagstisch (und somit mit anderen Mitarbeitern) unterhalten sich zwei Personalverantwortliche. "Wo ist denn XYZ" "Der hat heute ein Bewerbungsgespräch" - kurze Pause - "Hm. Wünschen wir ihm viel Erfolg oder nicht?" "Ja, so 1-2 Monate können wir denn noch gebrauchen" - kurze Pause - "Aber dann kann er auch gehen"... Unnötig zu erwähnen, dass die beiden ursprünglich mal aus der Technik kommen (alternativ könnten es natürlich auch Hardcore Betriebswirtschaftler sein). Unabhängig davon, ob der Mitarbeiter gut ist und noch gebraucht wird, zeugt ein derartiges Verhalten vor anderen Mitarbeitern (die wohl zum Teil auch diesen beiden unterstellt waren) schon vor einer gewissen Selbstsicherheit und Arroganz im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Dass sich sowas zum Boomerang entwickeln kann, ist wohl noch nicht angekommen.
Mittwoch, 11. Juni 2008
Ich hab zwar ein wenig länger für dieses Buch gebraucht, das könnte allerdings auch etwas damit zu tun haben, dass es sich hier um die Vorstellung eines komplett neuen Paradigmas der Wirtschaft dreht. Christian Felber beschreibt in diesem Buch den Mittelweg zwischen Kommunismus und Kapitalismus als Parecon (der Ausdruck kommt allerdings von einem anderen Buch, dass seit langer Zeit in meiner Book wishlist schlummert). Dafür seziert der Autor im ersten Schritt natürlich das aktuelle Problem des Kapitalismus und entlarvt Worte die Freiheit und Phrasen wie "Leistung muss sich wieder lohnen" als Lügen. Nur die wenigsten Menschen sind wirklich frei (Beispiel Berufswahl) und dass sich Leistung lohnen muss, funktioniert am Beispiel des Erbens von Milliarden Dollarn schon mal nicht, denn diese Person hat ja unter Umständen in ihrem Leben nichts geleistet (naja, vielleicht mal nen Film gedreht..). Der große Haken an dem Buch ist der Lösungsvorschlag. Prinzipiell geht es darum, dass Leistung dem Kollektiv und nicht dem Einzelnen zu gute kommt, bzw. diesen "nur" bis zu einem gewissen Level. Der ist zwar gut und intelligent. Aber wie dieser in einer Gesellschaft mit westeuropäischen/amerikanischen Normen umgesetzt werden soll, ist wohl noch ein Rätsel. Kurz zusammengefasst: Lesen, wenn man sich für Alternativen als dem aktuellen Gerede interessiert. Der gemeine BWL'er wird hiermit vielleicht weniger anfangen können...
Dienstag, 10. Juni 2008
Momentan eher eine Weekly Link Show - ich gelobe Besserung, habe aber momentan relativ viel um die Ohren, dafür aber coole Sachen - mehr demnächst. - Ein Jahr nach Heiligendamm, die skurrilsten Gefährdungen... Wo wir gerade beim Stern sind, Auflage nicht mehr siebenstellig - aber Print ist ja nicht tot.
- Unterhaltsames zwischendurch: DMCA Takedown notice für einen Drucker...
- Zum Nachdenken über die eigenen Daten: Daten-Prostitution
- Überrascht das noch wen: Ist der nächste Chef der Grünen (schon wieder) ein absoluter Verfechter der "neuen Welt"?
- Mehrere Theorien zu diesem Peak-Oil Artikel: Erstens, es gibt wirklich kaum noch Öl, zweitens jemand versucht gerade den Preis zu treiben, drittens jemand will die OPEC ärgern und forcieren, dass andere Energien verwandt werden. Ein paar weitere Links gibt es im FR-Blog
- War ja auch irgendwie Atomwoche - die einen berichten über irgendwelche beinahe Unfälle und Warnsysteme (ich war da gerade im Restaurant mit Freunden und auf NTV kam einmal dieses nette gelbe Zeichen, und dann war wieder eine halbe Stunde dem Kronzucker ihm sein Kosmos dran, da sieht man mal wieder, wie wichtige wahre Neuigkeiten im Fernsehen sind, wenn man keine passenden Bilder dazu hat), die anderen schaffen es, ihre Systeme aufgrund eines Updates im Verwaltungsnetz herunterzufahren. Alles safe...
- Ja, die andere Explosion der Woche war die Telekom. Aber: überrascht das wen - ebenso die Dauer, seit dem das läuft? Überwachung von Journalisten, die bei E-Plus sind? Ja, klar werte ich dieses Daten besonders aus. Was mich immer wieder daran erinnert, dass ich vor Jahren auf dem Congress mal gehört hatte, dass ein israelisches Unternehmen die Rechnungen für mindestens zwei der drei großen Handyprovider schreibt. Aber kein Grund sich über seine Daten zu sorgen. Das Verhalten ändert sich ja nicht. Ironisch an der Sache ist ja schon ein wenig, dass man wohl auch den Staat bespitzelt hat. Außerdem hat man jetzt einen Denkansatz, wofür es die Lufthansa Lounges gibt... Und als hätte da jemand besonders viel Humor, hätten wir dann noch 1984 als Hörbuch im Angebot für heute
- Should I be worried now - und wo wir gerade beim Thema sind: Das law blog beschreibt ein merkwürdiges Verhalten bei Mobiltelefonen, welches ich auch schon hatte. Die einen sprechen jetzt wahrscheinlich von maßloß übertriebener Paranoia, die anderen von schlechten Filmen. Also macht euch nur lustig.
 - Um hier nicht komplett ohne technischen Link in die Woche zu gehen, gibt es hier noch ein EJB3 Cheat Sheet
Mittwoch, 4. Juni 2008
Der Titel sagt eigentlich alles. Ich bin auf der Suche nach einem JavaScript (kann auch auf einem x-beliebigen Framework basieren), welches nicht nur die besagte Layerfunktionalität hat, sondern auch eine Art History, damit ich beliebig viele dieser "Boxen" stacken kann. Sprich von Layer 0 auf Layer 1, in diesem Layer soll ein weiterer Layer aufgemacht werden können, ohne dass ich nun Layer 0 verliere der direkt von Layer 2 auf Layer 0 springen kann. War das deutlich?  Für Tips wäre ich sehr dankbar.
Mittwoch, 4. Juni 2008
Es wird mal wieder Zeit. Die Stille entstand durch annähernd 2 Wochen Resturlaub, der nun allerdings vorbei ist... - Endstation Zeitarbeit. Netter Artikel im Stern. Gleiche Arbeit, schlechtere Bedingungen wie Urlaub und Überstundenausgleich resultiert in... absoluter Mitarbeitermotivation. Interessant auch der Part mit dem Betriebsrat.
- Der CCC hat mal aufgrund der aktuellen Desaster ein Datenschutz Manifest veröffentlicht. Kann man nur unterschreiben...
- Bei Fefe gibts eine komische Meldung über ein gefährlich gutes Trojaner Tool, welches Executables in PDFs embedded... Das Tool allerdings sollte einem schon Sorgen machen.
- Alle Jahre wieder ein Thema: Das Klassenwahlrecht. Super Erfindung. Wer mehr isst, soll auch mehr wählen.
- Interessiert an einer Liste, an welchem Gesetzen Lobbyisten mitarbeiten? Nichts einfacher als das
- Und für Musikindustrie: Mozart brauchte kein Copyright
- So langsam gibt es auch die ersten Green Supercars... muss nur mal jemand den Trend aufschnappen
- Thema der letzten Tage ist ja ganz klar die Telekom. Die einen berichten so gut wie gar nicht, Fefe hat interessante Theorien, dass das ganze seit dem Jahr 2000 lief, sollte auch niemanden mehr überraschen. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass das große T nicht alleine ist (ach, und im Ausland auch)- Konzerndurchsuchungen sind da nur noch mediale Ausschlachtungen. Die Politiker reagieren wie immer und wissen nicht was Vorratsdatenspeicherung ist, gerieren sich aber gleichzeitig gegen die großen bösen Unternehmen. Wovon Politiker noch träumen, ist bei anderen schon Wirklichkeit...
- Netter Clip am Rande: Social media in plain english
- Mal wieder völlig untergegangen: Stundenlöhne von Kik sind anscheinend sittenwidrig...
- Freies Magazin 06/08: Ich habe auch noch nicht reingeschaut, aber es gibt ein neues freies magazin
- Staat ist Staat: Peilsender nur gegen Quittung...
- Fussballer müssen nicht studieren, andere hingegen kämpfen trotz Nationalmannschaftsbonus an ihren Hochschulen. Apropos Hochschulen. Hessen kippt gerade die Studiengebühren
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