Freitag, 31. Oktober 2008
- Das wöchentliche Bankenkrisespecial: Eine weitere umgekippte Bank lockt ja keinen mehr, aber jetzt fangen die Banken auch schon an, die Konten zu sperren. Die Rentenkassen scheinen sich nicht nur in Argentinien, sondern auch in Grossbritannien verkalkuliert zu haben.
- Analog zur Autoindustrie fordern jetzt die Krankenhäuser auch Subventionen? Man lese den Artikel mal in Ruhe. Da steht nur Bullshit drin. Zum einen sind viele Kliniken privatisiert worden. Wieso jammern die bitte? Das ist doch viel effizienter, ist immer eins der Hauptargumente. Viel interessanter ist aber die völlige Abwesenheit von Zahlen in dem Artikel. 34% der Kliniken schätzen ihre Situation "eher unbefriedigend" ein. Was ist denn das für ein Kriterium bitte?! Ich schätze mein monatliches Gehalt auch als eher unbefridiegend ein, weil ich weniger bekomme als Wiedeking und Ackermann. Langsam hab ich das Gefühl, die tagesschau online Autoren kopieren direkt aus den Pressemeldungen einiger Webseiten.
- Aua. Die Telekom hat eigene Mitarbeiter bespitzelt, um das Leak mit den 17 Mio. Daten zu finden. Und schlussendlich war es doch ein Whistleblower mit dem entscheidenen Tip. Alleine hätten sie das also wahrscheinlich nicht geschafft.
- Attentatspläne gegen Obama vereitelt: Wie kann man sowas als Nachricht publizieren. Man achte mal auf eine der Bildunterschriften - "Sollte angeblich Opfer eines Anschlags werden". Morgen könnte übrigens auch die Welt untergehen...
- Die Regierung präsentiert: Mathe für Vollidioten. Um die Autoindustrie anzukurbeln, plant man jetzt Steuernachlässe beim Neuwagenkauf. Eine grandios peinliche Milchmädchenrechnung. Holgi hat das ganze mal für sich aufgeschlüsselt, und da gibt es wenig hinzuzufügen. Aber die ARD hat sich dann nicht entblößt, noch einmal zu schreiben, dass man gar nicht sooo viel spart. Was für ein kritischer Journalismus.
- Nicht nur am Hindukusch, auch am Kap Horn sind ja bekanntlich deutsche Grenzen. Daher werden sie da auch verteidigt. Ein Schelm, wer da an Rohstoffe denkt.
- Gute Freunde: Die katholische Kirche und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Wie man als Kirche ruhigen Gewissens derartig gesinnte Leute im Amt lassen kann, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Wobei, in Regensburg rollten ja nichtmal Köpfe für ganz andere Sachen...
- Der Hammer der Woche: Die Hartz Reformen sind links (okok, ist die taz, aber trotzdem)
- Jochen Hoff mit seinem Blog Duckhome hat wie von ihm angekündigt ein Ermittlungsverfahren mit Ursprung Sebastian Edathy bekommen. Schön, dass gewisse Menschen so berechenbar (und somit implizit langweilig) sind. Ich wünsche viel Erfolg und noch mehr Spaß.
- Technik: Ein Team mit Bruce Schneier hat einen neuen Hash Algorithmus namens Skein entwickelt. Mal gespannt, ob er sich hält.
- Ein Geheimdienstbudget in Höhe von fast 48 Milliarden Dollar haben wohl nicht sooo viele Länder..
- An die fähigen Ingenieure unter uns. Loremo sucht Leute. Wenn ich davon Ahnung hätte, würde ich ja sofort hinwechseln, aber ich bin ja absolute Ingenieurniete - allerdings kann man Loremo immer noch über ein interessantes Beteiligungsmodell helfen. Aber ich verspreche euch, dass ich mir einen Loremo zulegen werde, wenn es ihn mal gibt, und der Liter Benzin immer noch für Normalsterbliche bezahlbar ist.
- Zur Auflockerung am Ende noch ein paar Büroscherze
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Da die Book Reviews ja in letzter Zeit stark nachgelassen haben - ich komme irgendwie nur noch sehr eingeschränkt zum Lesen - haben vor allem die technischen Bücher am stärksten unter diesem Streik gelitten. Daher werde ich das mit diesem Post mal wieder etwas auflockern. Da ich probiere, im Bereich der Java-basierten Web Frameworks mit einem möglichst breiten Wissen zu punkten, um mich dann auf meine Favoriten zu spezialisieren, habe ich mir für letztes Wochenende mal ZK etwas genauer angeschaut. Da ich das Wochenende weitestgehenst ohne Internet verbracht habe, hatte ich mir dafür das passende Buch von Henri Chen und Robbie Cheng gekauft. Bei einem Preis von 18 EUR konnte man da nicht allzu viel verkehrt machen - da es auch anscheinend das einzige verfügbare Buch zu dem Thema. Bevor ich weiter mache, vielleicht erstmal einen kleinen Einschub zu ZK selber. ZK soll - wie jedes Webframework - die Entwicklung eigener Seiten total vereinfachen. Dazu bedient sich zum einen aus einer XML Datei, die die Applikation und deren Fenster beschreibt, sowie Java in den Backend Klassen, die sich dann an die ZUML Dateien binden lassen. ZK sieht sich selber als direkter Konkurrent zu GWT und vergleicht sich selbst auch damit, wo es nur geht (primär immer in den Bereichen, in denen es um möglichst wenig Codezeilen geht). ZK hat eine ganze Reihe praktischer Plugins für Dinge wie Dojo, Google Maps oder auch Spring Integration. Klingt also alles in allem zumindest so interessant, sich mal ein Wochenende damit zu beschäftigen. Das einzige Problem ist eigentlich, dass das Buch einen nicht gerade ermutigt, sich damit zu beschäftigen. Der Aufbau des Buches ist ziemlich misslungen. Am Anfang steht ein langatmiges Eclipse Setup Kapitel, gefolgt von einem direkten Einstieg, der überhaupt nicht zu verstehen ist, wenn man die Backend Klassen nicht kennt, die allerdings erst am Ende erklärt werden. So startet man zwar direkt mit ZK und dem Frontend, aber ohne Hintergrundinformationen. Der Trick, Dinge im Buch zu erklären, die man dann auf den letzten Seiten als "Bad Practice" markiert mit einer Lösung für dieses Problem, ist ebenfalls hochgradig verwirrend (es ging um Annotation Based Data Binding, welches einem das ganze Getue mit Gettern und Settern spart, da diese automatisch aufgerufen werden). Alles in allem verschafft das Buch einem einen kleinen Überblick, den man allerdings mit einer webrecherche am Wochenende genauso hinkriegen würde, daher gibt es hier keine Kaufempfehlung.
Samstag, 25. Oktober 2008
Eine Woche um, eine Woche neues Link Material gesammelt. - Bankenkrise Wochenspecial: Ich hatte es ja neulich schon geschrieben, dass die Autoindustrie schnell jammert, um Subventionen einzustreichen. Der Häuptling biedert sich da natürlich schnell an. Nachdem nach Tietmeyer ja Issing kam(und die SPD diesmal nichts zu meckern hatte), hatte sich an der Grundeinstellung ja eigentlich nichts geändert. Außerdem fangen jetzt langsam an, die Rückversicherer umzukippen. Dann brennt es wirklich, wenn es nicht schon abgebrannt ist, siehe Island oder die privaten Rentenkassen in Argentinien. Oder Hedge Fonds. Oder die WestLB. Gleichzeitig wird der Dollar stärker, der Ölpreis sinkt. Diese ganzen Entwicklungen passen überhaupt nicht zusammen, wenn man sich gleichzeitig noch andere Rohstoffpreise anschaut. Der Ackermann war noch so nett, die Bundeszuschüsse als Zuschüsse für Weicheier zu brandmarken, so dass das keine halbwegs seriöse Bank mehr will. So gehen noch ein paar mehr über den Jordan. Die Staaten haben schon den 15 November für weitere Ankündigungen verbrannter Erde beschlossen. Aber zu ertragen ist das eh alles nur mit Humor, daher hier noch ein Tip (auch Berlin bereitet sich schon vor).
- Nichts neues, aber immer noch völlig unterschätzt in freier Wildbahn (zum Beispiel in Zügen, auf Flughäfen): Auslesen von Tastatureingaben über 20m Entfernung
- Apropos: Die BigBrother Award Ergebnisse sind raus. Bleibt zur hoffen, dass es nicht wieder so eine Selbstbeweihräucherung wie vor 2 Jahren war. Wählen kann man aber noch für Europas schlimmste Lobbyisten. Also nichts wie ran. Da kann man nicht falsch wählen. Ist wie bei normalen Wahlen, nur umgekehrt.
- Nettes kleines Howto: Was tun, wenn der Staatsanwalt klingt?
- Völlig überraschend: Weniger Studierende durch Studiengebühren. Geht der Plan des CHE doch auf..
- Das Java Special: XOM, eine Alternative zu DOM und dom4j.
- Lesen für Lau: Zwei neue OpenBooks von O'Reilly, zum Thema MySQL mit PHP und Internet-Sicherheit.
- Beim Ajaxian gibt es ein paar Links zu netten CSS und JavaScript Menus.
- OpenOffice downloaden und anschließend eine Rechnung bekommen. auch ein schöner Trick zur Umsatzgenerierung.
- Ich habe es ja schon seit Ewigkeiten in der Linkliste stehen, aber hier gibt es mal noch einen Kurzüberblick über Jamendo.
- Hm. Vielleicht doch mal einen Blick wert? Google App Engine bald vielleicht mit Java.
- Das Leben im Jahr 2030: 10 Vorhersagen. Sehr interessante dabei.
- Am Ende wie immer das geekige: Eine LED Uhr mit Hilfe einer Festplatte - extrem geek. Außerdem hat die Steinlaus ein eigenes Weblog. Fotos mit Infrarotkameras sehen auch sehr cool aus.
Sonntag, 19. Oktober 2008
Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich ja jetzt schon ein Jahr in München weile. Ist ja schon länger her, dass ich es irgendwo ein Jahr am Stück ausgehalten habe.
- Das Finanzmarkt Wochenspecial (könnte auch langsam schon als eigene Kategorie durchgehen): Egal wie unglaublich viel Geld in den Markt gepumpt wird, die nächste Krise kommt sowieso (interessant aber, wie frentisch kurzzeitige Kursanstiege beschrieben werden). Es auch nur eine Frage der Zeit, bis es das nächste Land erwischt. Der deutsche Rettungsplan wurde maßgeblich von den Leuten entworfen, die für die Krise verantwortlich sind. Hauptsache, der Staat tritt ein. Mit dem Geld hätte man ja auch was sinnvolles machen können. Interessanterweise scheint bei einer einfachen Online-Handelsblattumfrage versucht worden zu sein, dass Zertifikate immer noch als sinnvolle Anlageform gepusht werden. Außerdem ist gleichzeitig mit dem Finanzpaket wohl auch das Insolvenzrecht geändert worden - nicht im Sinne von Gläubigern, wie es scheint. Wenn dann in Zeiten wie diesen ein Friedrich Merz ein Buch veröffentlicht mit dem Titel "Mehr Kapitalismus wagen" (auch extra3 sorgt sich schon), fragt man sich wirklich, ob man die Abwasserproben im Bundestag nicht noch genauer untersuchen sollte.
- Juhu, er ist wieder da aus dem Sommerloch: Wolfgang Schäuble strikes back in einem Interview mit der taz. Fefe hat das mal schön anseziert.
- Das Phänomen Google Analytics, das sich immer weiter ausbreitet.. obwohl es mit Piwik ja auch lokale Alternativen gibt.
- Oh man, ich krieg zwar nicht viele, aber dieses Kommentare Blogs sollten jetzt nicht mehr via Email in die Welt rausgehen, weil das als Newsletter durchgeht und somit über Double-Opt-In bestätigt werden muss (wobei ja in diesem Fall wieder die Frage nach privater/kommerzieller Nutzung dazwischenfunkt?). Naja, dann gibt es bald hoffentlich ein S9Y Plugin
- Mal wieder eine bizarre Meldung aus Russland. Die stehen ja angeblich auf Vergiftungen. Da kann man auch mal wieder ne Ladung Quecksilber zum Vergiften benutzen. Wie dezent... und daher schon komisch
- Das tut weh. Der Unternehmer, der die Millionen T-Mobile Daten innehatte und sich an die Polizei gewandt hat, ist durchsucht worden. Der wird sich bestimmt nochmal melden, wenn der solche Daten hat. Ganz sicher.
- Cooler XKCD Webcomic zum Thema Sinnlosigkeit von DRM.
- Das hatte ich auch noch gar nicht gelesen. EU Komissar Mandelson trinkt demonstrativ chinesische Milch... und landet wohl deswegen Krankenhaus.
- CDU Politiker in Ostwestfalen (meine Heimat) fallen mal wieder etwas weit nach rechts ab und hat einen Verleger einen eindeutig weit rechts außen positionierten Zeitschrift eine Heimat geboten. Mit der Zeitung schienen sich noch weitere CDU Politiker anfreunden zu können.
- Man muss ihn mögen: Hagen Rether mit seinem Programm Liebe (nicht das aktuelle)
- Nettes Tool und Debian Paket: memstat, welches detalliert Speicherfresser ausfindig machen kann.
- Wow. Youtube beantwortet mehr Suchanfragen als Yahoo.
- Java News: Jersey (JSR 311 - Java API for Restful Services) ist fertig, ein REST Framework für Java mit Annotations. Sieht sehr interessant aus. Außerdem noch ein Special zum Thema Logging mit OSGI-Anwendungen
- Skaten auf bayrisch: Do legts die nieder

Samstag, 18. Oktober 2008
Ich habe leider keine Kategorie "Dummheit", daher packe ich es mal in die andere peinliche Sparte. Da die Banken ja gerade so leiden, habe ich mir mal gedacht, dass ich sie unterstütze wo es geht. Wie also macht man das am besten? Indem man Geld verschenkt. Wenn ich es aber einfach nur ausgebe, dann ists ja uncool und auch weg für die Banken. Nein, man sollte sich anpassen. Wie ein Chamäleon. Also das Geld in der Versenkung verschwinden lassen. Wie macht man das am besten? Ganz einfach. Man überweist es ins Nirvana. Ein Dreher in der Bankleitzahl reicht und das Geld ist weg. Ich hatte jetzt über mehrere Monate Geld überwiesen, bis dem Empfänger aufgefallen ist, dass er es nicht bekommen hat. Mir konnte es nicht auffallen. Denn von meinem Konto war es weg, und somit war ich ja davon ausgegangen, dass es auch angekommen ist. Welch kapitaler (achtung Wortspiel!) Denkfehler. Denn anstatt, dass die Bank dort von alleine nachforscht, ist die Kohle erstmal einfach weg, und derjenige der diesen Fehler begangen hat (vulgo: ich) muss auch den Anstoß zur Korrektur liefern. Da das jetzt schon die zweite Bank ist, wo mir das passiert, kann ich mir langsam auch sicher sein, dass das Usus ist im Finanzsystem. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob eventuell die Bank, an die das Geld überwiesen wurde, das Geld einbehalten hat - naja, die deutsche Bank wollte ja eh gerade den privaten Sektor ausbauen, vielleicht ja auch Dienstleistung. Mal gespannt, wie lange es dauert, bis das Geld wieder auf meinem Konto ist in Zeiten wie diesen.
Freitag, 17. Oktober 2008
Heute gibt es mal zwei Book reviews auf einmal, da ich keine Lust hatte, die Einträge zu splitten und es sich eh nur um zwei Romane handelt. Zum einen hätten wir da die Fortsetzung von The Traveller, dass ich hier neulich schon rezensiert hatte. Leider gibt es den dritten Teil der Trilogie noch nicht, so dass man noch warten muss (ist ja wie bei Star Wars). The Dark River geht genau da weiter, wo The Traveller aufgehört hat: Kapitel, die mittendrin endet, damit die Spannung hochgehalten wird, relativ flache Charaktere, die aber durch die ganz alltägliche Überwachungsgesellschaft ausgeglichen werden, die den eigentlichen Inhalt des Buches ausmachen - Quantumcomputer, die eine vollständige Überwachung ermöglichen, ein sehr kleiner Kreis Eingeweihter sowie ein noch kleinerer Kreis von Leuten, die sich gegen dieses System wehren. Insgesamt wirkt der zweite Teil an einigen Stellen etwas langatmig und als hätte man ihn auf den Film vorbereitet (eine weitere Widerstandswelle, auf die der Hauptdarsteller stößt, sind Freerunner...), aber ansonsten ist das Buch flüssig und schnell zu lesen. Eine ganz andere Richtung dagegen schlägt Robert Khoury mit Scriptum ein. Nämlich die Glaubensrichtung. Somit erinnert das Buch automatisch ein wenig an die Brown'schen Geschichten. Hier geht es einmal mehr um das entscheidene Schriftstück, welches die Grundmanifeste des Christentums erschüttern könnte. Dazu noch die übliche Prise mit einem Hauch Liebesgeschichte, ein wenig Spannung, dem Rätsel, wer jetzt gut oder böse ist, und ruckzuck hat man den Standardroman erstellt. Leider viel zu offensichtlich alles. Dennoch legt man das Buch erst aus der Hand, wenn man es durch hat. Das dauert allerdings auch nichtmal eine Woche. Gottseidank war es nur geliehen. Und nun wieder zurück zu Sachbüchern.
Sonntag, 12. Oktober 2008
Da will man schnell noch heise.de als gute Nacht Lektüre lesen und dann steht da so ein Kracher - leider mit Quellenangabe, aber ohne Link dahin - wieso eigentlich? Kreditkartenbetrug, indem man die Lesegeräte schon bei der Produktion mit einem Extrachip versieht, der nach Hause telefoniert - im Original beim Wall Street Journal (hätte ich heute Slashdot gelesen, wäre es mir auch schon früher aufgefallen). Das Gerät scheint ziemlich intelligent konzipiert zu sein, wenn man die spärlichen Informationen liest. Zum einen besitzt es einen Stealth Modus, zum anderen kann es sich beim Hochladen der Kreditkartendaten wohl auch mit neuen Pattern bestücken, welche Daten gespeichert werden sollen. Sehr nett. Auch die Auswahl der Geräte war intelligent. Wal-Mart und Tesco sind große Fische in den UK. Und herausgekommen ist es durch Zufall, weil ein Sicherheitsmitarbeiter anscheinend Störungen mit seinem Handy hatte. Gefunden wurden schon mehrere hundert Maschinen - gefährlich schwammig formuliert. Das führt jetzt natürlich mal zu mehreren Überlegungen: - Wie sieht es eigentlich mit QA in einem derart sensitiven Sektor aus? Falls die Produktion outgesourced wird (wenn sie das nicht wurde, ist das Sicherheitsproblem intern zu suchen. Da ist es wirklich dreckig), werden anscheinend lediglich Funktionstests gemacht mit den Geräten. Und die interessante Frage: Wer fängt jetzt an, seine Geräte beim Kunden zu checken? Wäre ja auch irgendwie peinlich wenn man da was findet. Interessant wäre trotzdem zu wissen, wie dieser Chip - der ja stark angepasst sein muss - seinen Weg in das Gerät gefunden hat. Austausch der Baupläne? Nachträgliche Manipulation? Leicht abgeänderte Produktion in der Fabrik? Ich hoffe, das wird veröffentlicht. So recht dran glaub mag ich aber nicht.
- Wie sehr trauen wir unseren Endgeräten? Ich tippe hier gerade auch auf einem Erzeugnis fernöstlicher Produktion, und mir würde es garantiert nicht auffallen, wenn mein Laptop ein paar Gramm schwerer wäre.
- Wie sehr dürfen wir vor allem Endgeräten trauen, die sich fernab unserer Aufsicht befinden? Beispiele wie Geldautomaten, Kreditkartenleser, Zigarettenautomaten, elektronische Zugangs- und Abrechnungssysteme (wie in U-Bahnen), Lesegeräte für Versicherungskarten (man platziere einen solches Lesegerät in einer schönen Privatklinik und kann dann die Kunden mit einem dezenten Hinweis auf die Schweigepflicht finanziell erleichtern). Welche Geräte sind da schon indem Land produziert, in dem auch die Firma residiert bzw. generell unter Aufsicht?
- Streiten sich demnächst ein in Hardware gegossener Bundestrojaner sowie das chinesische Implantant um die Passwörter, so dass beide nicht mehr funktionieren? Dann hätte die Sache wenigstens etwas gutes.
Samstag, 11. Oktober 2008
Hektische Zeiten momentan. Und das noch vor Weihnachten. - Lieblingsthema Bankenkrise: Abgesehen davon, dass der DAX auf den Stand von 2005 ist, sind seit dieser Woche nun auch staatliche Einrichtungen dran. Angefangen hat es mit Island (dazu auch der Spiegelfechter), aber auch kleinere Einheiten wie Kommunen scheinen sich verplant zu haben. Einige Politiker meinen immer noch, dass der Markt selber ja ok ist, was ja auch irgendwie stimmt, denn Warren Buffett wusste den Markt zu nutzen und ist nun der reichste Mann der Welt. Dass sich das ganze nicht nur auf das Finanzsystem beschränkt, wie die letzten Monate immer weissgemacht wurde, zeigen als erstes die Produktionsstops der Autobauer, wobei auch dort die Theorie besteht, dass das nur der weiteren Subventionszufuhr gilt, was auch nicht zu abwegig ist. Interessant ist aber auch, dass die DIW in der ganzen Krise, die vermutlich ja erst noch richtig einschlagen wird, zum Jahresende in Deutschland schon wieder Wirtschaftswachstum sehen will. Und wer noch einen Schuldigen sucht, kann es sich einfach machen: die Kunden! Gleichzeitig scheinen genau diese in Form von Privatkunden allerdings auch der Rettungsanker zu sein oder wieso sonst will die deutsche Bank gerade ihr Filialnetzwerk ausbauen? Abgesehen davon macht gerade eine Studie die Runde, die den Aufsichtsräten in Banken überhaupt keine Kompetenz bescheinigt. Auch mal schön.
- Extra 3 hat mal wieder eine schöne Liste, die passend zur Krise kommt: Wer in Deutschland wirklich Geld bzw. Macht hat
- Lobbyismus für Einsteiger, diesmal die FDP: Die Mehrwertsteuer auf Benzin muss gesenkt werden. Wenn man das jetzt noch richtig argumentieren könnte... Allerdings sinkt der Ölpreis ja gerade so schön, da sinkt die Mehrwehrsteuer doch quasi automatisch!
- Sichere Anlage in Zeiten der Finanzkrise: Kiva, mit 1,36% Ausfallquote unangefochten und außerdem gerade 3 Jahre alt geworden.
- Hinter dir, ein Quantencomputer. Dreiköpfige Affen waren gerade aus..
- Wer kann eigentlich mal den BITKOM abschalten? BITKOM will mehr Videoüberwachung... mal wieder oder immer noch
- Sack Reis des Tages: Hitler Profile in Skype. Ob da der echte dabei ist?
- Logik des Tages: Das Bundesjustizministerium stellt einen nicht rechtsverbindlichen Leitfaden zur Impressumspflicht vor. Respekt.
- JavaScript News: Dojo 1.2 ist released worden.
- Wow: Ein Oktopus, der das Verhalten und Aussehen anderer Tiere nachahmt
- Wichtiges Plugin für den Mozilla zusammen mit RefControl: User Agent Switcher - lässt sich in 30 Sekunden so konfigurieren, dass keinerlei Daten übertragen werden oder halt einfach Daten von Standard Browsern. Ich verstehe ja bis heute nicht, warum einige Linux Distributionen ihren eigenen Müll da rein packen.
- Ferner liefen: Judo lernen mit Putin, Web 2.0 Logos, und das kugelsichere Polo-Shirt
Dienstag, 7. Oktober 2008
- Vielleicht sollte man eine eigene Kategorie mit Schwerpunkt Datendiebstahl machen: USB Sticks aus britischem Luftwaffenstützpunkt geklaut, T-Mobile verliert mal eben ein paar Millionen Daten. Eigentlich gibt es bei den Telekom Skandalen nur einen Grund, warum der Chef noch nicht gekippt worden ist: Da liegt noch was im Keller...
- Warum das IPhone gegen Android verlieren wird.. glasklar eigentlich
- Ein kleiner Vortrag zum Thema DB-Skalierung bei Webapps von den Jungs von Telewebber, der auf dem Barcamp Stuttgart gehalten wurde. Was mich dran erinnert, das ja nächste Woche das Barcamp München bei Sun ist...
- Die deutschen Autohersteller haben Glück. Die Klimaziele werden erst 2015 verbindlich..
- Bei Netzpolitik gibt es ein nettes Video zum Thema Überwachung und Vorratsdatenspeicherung in Schweden- die haben da auch tolle Gesetze
- Na endlich darf die Bundeswehr auch im Inneren eingesetzt werden. Wer wünscht sich das nicht? Laut Politik kann uns jetzt unsere Marine intern unterstützen - auf Juist und Baltrum oder was? Ach, und gekaperte Flugzeuge sollen wohl auch... hatte da nicht das Verfassungsgericht? Aber wen interessiert das schon. Beim Öffinger Freidenker gibt es auch noch etwas dazu
- Gefahr, Gefahr: Die gerade aufgetauchten Terroristen, die aus einem Flugzeug gefischt worden sind, sind genau so eine Gefahr, wie die letzten - jemand überrascht?
- Phenoelit zum gerade aufkeimenden Hype der gefährlichen TCP Attacken aufgrund einer Protokolschwäche - etwas objektiver als die meisten Newsmeldungen
- Der Stoiber hat wohl im Hintergrund bei der letzten Wahl noch ein wenig beleidigte Leberwurst, äääh, Mephisto gespielt
- Aus der Abteilung "vom Bundestag direkt in die Wirtschaft": Joschka Fischer und Hildegard Müller
- ORM in JavaScript: JStORM - was es nicht alles gibt. Und wo wir gerade bei JavaScript sind, gibt es beim Ajaxian noch eine schöne Präsentation, die einen Überblick der großen Bibliotheken zeigt.
- Vielleicht interessiert es ja wen, ich habe damit am Rande beruflich zu tun: Neue SMIL Version 3.0 raus
- Nett: Ein GMail Ersatz für Cyrus namens minig. Ich bitte um Feedback, falls das mal jemand testet.
- Für lau: Freies Magazin 10/08 erschienen
- Puh, doch noch Chancen: Nerdiness turns Women on
 - Trinkwasser aus der Luftfeuchtigkeit extrahieren: Coole Idee eigentlich. Ist nur die Frage, ob das in Industriegebieten auch noch funktioniert.
Sonntag, 5. Oktober 2008
Eine weitere Folge aus der stets beliebten Reihe "Wie ich meine Führungsqualitäten raushängen lasse" und wie immer, liegt das hier schon eine unbestimmte Zeit zurück. $Kunde ruft an, es fehlen Datensätze, die wohl bei einem initialen Datenimport nicht mitgekommen sind. Mein erster Gedanke, die Datensätze noch nachzuziehen habe ich dann auch per Mail bei einem Vorgesetzten angefragt. Die Antwort (gern zitiere ich an dieser Stelle auch die professionelle Interpunktion): Auf gar keinen Fall!!! Der geneigte Leser mag sich jetzt denken, ich hätte den Inhalt der Mail auf das Nötigste zusammengekürzt. Wenn man das Kürzen der Signatur dazu zählt, trifft das auch zu. Ansonsten war das der einzige Inhalt. Führungskompetenz hat ja auch immer ein bischen was mit Lösungskompetenz und dem Aufzeigen alternativer Lösungswege zu tun - vor allem, wenn man die Vorschläge der Mitarbeiter derart dezent und eloquent ausschlägt. Nicht so hier, Lösungen werden präferiert durch den Kaffeesatz angeboten. Auch ein Weg. Vielleicht nicht der Königsweg. Aber, Schwamm drüber, Ansichtssache. Wie auch immer, ich bin dann mal Kaffee kochen - sonst komme ich nie auf die Lösung.
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