Da die Book Reviews ja in letzter Zeit stark nachgelassen haben - ich komme irgendwie nur noch sehr eingeschränkt zum Lesen - haben vor allem die technischen Bücher am stärksten unter diesem Streik gelitten. Daher werde ich das mit diesem Post mal wieder etwas auflockern. Da ich probiere, im Bereich der Java-basierten Web Frameworks mit einem möglichst breiten Wissen zu punkten, um mich dann auf meine Favoriten zu spezialisieren, habe ich mir für letztes Wochenende mal ZK etwas genauer angeschaut. Da ich das Wochenende weitestgehenst ohne Internet verbracht habe, hatte ich mir dafür
das passende Buch von Henri Chen und Robbie Cheng gekauft. Bei einem Preis von 18 EUR konnte man da nicht allzu viel verkehrt machen - da es auch anscheinend das einzige verfügbare Buch zu dem Thema.
Bevor ich weiter mache, vielleicht erstmal einen kleinen Einschub zu ZK selber. ZK soll - wie jedes Webframework - die Entwicklung eigener Seiten total vereinfachen. Dazu bedient sich zum einen aus einer XML Datei, die die Applikation und deren Fenster beschreibt, sowie Java in den Backend Klassen, die sich dann an die ZUML Dateien binden lassen. ZK sieht sich selber als direkter Konkurrent zu GWT und vergleicht sich selbst auch damit, wo es nur geht (primär immer in den Bereichen, in denen es um möglichst wenig Codezeilen geht). ZK hat eine ganze Reihe praktischer Plugins für Dinge wie Dojo, Google Maps oder auch Spring Integration. Klingt also alles in allem zumindest so interessant, sich mal ein Wochenende damit zu beschäftigen.
Das einzige Problem ist eigentlich, dass das Buch einen nicht gerade ermutigt, sich damit zu beschäftigen. Der Aufbau des Buches ist ziemlich misslungen. Am Anfang steht ein langatmiges Eclipse Setup Kapitel, gefolgt von einem direkten Einstieg, der überhaupt nicht zu verstehen ist, wenn man die Backend Klassen nicht kennt, die allerdings erst am Ende erklärt werden. So startet man zwar direkt mit ZK und dem Frontend, aber ohne Hintergrundinformationen. Der Trick, Dinge im Buch zu erklären, die man dann auf den letzten Seiten als "Bad Practice" markiert mit einer Lösung für dieses Problem, ist ebenfalls hochgradig verwirrend (es ging um Annotation Based Data Binding, welches einem das ganze Getue mit Gettern und Settern spart, da diese automatisch aufgerufen werden).
Alles in allem verschafft das Buch einem einen kleinen Überblick, den man allerdings mit einer webrecherche am Wochenende genauso hinkriegen würde, daher gibt es hier keine Kaufempfehlung.