Endlich habe ich das Buch
"Morgen komm ich später rein", dass ich vor drei Monaten hier schonmal erwähnt hatte, auch durchgelesen. Und was soll ich sagen, es hat meine Erwartungen mehr als erfüllt. Zum einen steht natürlich für mich relativ wenig neues drin. Mein persönliches Arbeitsbild ist weitestgehenst geprägt - zumindest das, wie ich arbeiten will. Aber diese Lektüre eignet sich dafür, sie dem Chef mitzugeben, um ihm zu beschreiben, warum es sinnlos ist, pro Woche 45 Stunden und mehr in der Firma zu hocken - und schlussendlich doch nichts zu tun, als auf den Feierabend zu warten. Markus Albers erläutert auch mit Hilfe von vielen anderen Quellen die bitter nötige Wahrheit, dass es kein Problem sein darf, einfach mal einen Tag nicht in der Arbeit zu sein, oder später zu kommen - bzw überhaupt aufzutauchen, wann man Lust hat. Sei es, weil man mehr Zeit mit den Kindern verbringen will, oder man einfach ein notorischer Langschläfer ist.
Abgesehen davon ist das Büro der mit Abstand unproduktivste Ort, den man sich vorstellen kann: Kein Einzelzimmer, Meetings, Email, die bekannten "Zwischendurchfragen", da kann doch niemand ernsthaft erwarten, dass dort mehr als 4h produtkiv gearbeitet wird. Die Verlagerung des Arbeitsplatzes abseits des Büros ist erst durch die technischen Fortschritte der letzten Jahre möglich geworden. Aber die nächste Generation kennt das digitale Leben nicht anders und wird sich auch im Job nicht ins Büro ketten lassen. Die ersten Chefs, die all das verstanden haben, werden auch die sein, die die Mitarbeiter halten. Aber ich schweife schon wieder ab.
Kurz meine Empfehlung: Lesen, damit man es weiter geben kann. Wer jetzt schon in so einem Unternehmen arbeitet, kann sich das Buch sparen. Aber das werden wohl die wenigsten sein.