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Der Dezember LinkrückblickSamstag, 27. Dezember 2008Der kommende Absatz wird eine Art Dezember-, Weihnachts- und Jahresrückblick (kostet auch keinen Eintritt im Gegensatz zum wirklich großen Theater der Neuzeit) - aber eigentlich nur deswegen, weil ich keine Lust auf eine schmucklose Liste habe und der Dezember immer einer der komischsten Monate des Jahres ist. Man weiss nicht, ob man sich freuen soll, oder weinen, wenn TrueCrypt zu den beliebtesten Programmen bei heise gehört und wenn solche Werbung für CCTV geschaltet wird (da hat sich ja jemand Gedanken gemacht, dass das Plebs beruhigt werden muss). Die deutsche Marine soll Landgänge machen (über die Rechtmäßigkeit der deutschen Marine in anderen Teilen der Welt wird ja nicht mehr diskutiert) dürfen. Bei Siemens wird währenddessen jemand als Antikorruptionsexperte eingestellt, der direkt nach seiner politischen Tätigkeit u.a. bei EnBW angefangen hat. Und zwischendurch - da fliegen Schuhe. Die implizite Dosis Angst kam dieses Jahr natürlich auch vor. Aber durchaus sehr irritierend in Form eines nicht durchgeführten Anschlags in einem Pariser Nobelkaufhaus. Auch in der Öffentlichkeit ungern breit getretene Themen wie Polizeigewalt sollen hier nicht zu kurz kommen (man verstehe dies nicht falsch - der Job Polizist verdient höchste Achtung, aber um dieses Image zu pflegen, müssen gerade hier die schwarzen Schafe herausgefiltert werden). Bei schwarzen Schafen fällt mir außerdem dieser absolut lesenswerte Artikel vom Stern zum Thema Steuerfahndung in Frankfurt ein - die ermittelnden Beamten werden da alle eiskalt abserviert. Dieser Text ist wirklich erschreckend. Der BND hat das Prinzip Internet wohl auch noch nicht verstanden und droht Wikileaks mit Strafverfolgung - und die haben demnächst Kontrolle über unsere Rechner. Sehr beruhigend. Vielleicht aber kommt alles ganz anders, und die Mitarbeiter der Computerbild wechseln direkt zum BND oder BKA, dann können die das sogenannte Zero Day Virus direkt mitbringen. Dafür macht sich auch in boulevardesker Nähe so langsam aber sicher die Armut breit - vor allem die geistige. Apropos: Wer gefälschte Nintendo Hardware kauft, unterstützt den Terrorismus. Unauffällig und dezent zur Weihnachtszeit hat Bertelsmann mal eben den Kampf um die Vorherrschaft im Lexikonmarkt zu einem Monopol erhoben. Das heisst, gedruckte Referenzen werden von nun an eine gewisse Subjektivität haben. Unliebsame Dinge können sehr simpel entfernt werden. Ein Hoch auf das Internet. Letzte Worte: Samuel P. Huntington, der mit "Kampf der Kulturen" eine der größten Brandstifterschriften der neuen Zeit veröffentlicht hat (es ist ja immerhin ziemlich selten, dass man das schafft, ohne dafür eine Religion zu gründen) ist gestorben. Wollen wir hoffen, dass das Loch, welches er versucht hat zu stopfen, bald mit echtem Inhalt gefüllt wird. Was sollte man für das nächste Jahr im Auge behalten? Die Antwort ist relativ einfach. Den Crash und alle Energieversorger - Gazprom deckt sich im Moment am lautesten ein, die anderen sind wahrscheinlich nur leiser. In diesem Sinne: Hauptsache Wachstum! Kann ja auch negativ sein. Und frohes neues Jahr schonmal an dieser Stelle.
Geschrieben von Alexander
in Politik, Security, Sonstiges
um
20:40
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Book review: Little BrotherSamstag, 27. Dezember 2008
Wie jedes Jahr sind die Feiertage stressig.Zur Ruhe kommt man
hoffentlich ab jetzt. Genug Bücher habe ich jetzt auch erst wieder. Gerade durchgelesen habe ich "Little Brother" vom Papst, äh, Cory Doctorow. Zum einen kann man das kaufen, zum anderen aber auch einfach umsonst herunterladen, da es unter einer CC-Lizenz steht. Zur Story: Nach einem Bombenanschlag in San Francisco nimmt das DHS grundlos Gefangene, die zum fraglichen Zeitpunkt am falschen Ort waren. Einige dieser Opfer sind High School Schüler, die von da an anfangen, mit Hilfe von modernen Technologien wie TOR etc, die Limits des DHS umgehen und anfangen eine Protestbewegung zu gründen, damit diese Fälle des Eingreifen des Rechtsstaates bekannter werden. Und so wird Stück für Stück Widerstand organisiert, der nur von einer technisch hochgradig affinen Gruppe (also eigentlich nur jungen Menschen) initiiert werden kann, da diese unter dem Radar des DHS bleibt. Zwischendurch sind eine Menge technische Dinge sehr cool beschrieben, was es zu einem sehr kurzweiligen Buch macht - dass da nur immer noch die Standard Liebesgeschichte (die muss irgendwie in Cryptonomicon Manier immer drangedichtet werden, damit der Geek nicht so alleine ist). Vielleicht hilft es aber, den Grundstein für das Hackerverständnis bei technisch völlig unbedarften Menschen zu legen. Web 2.0 - hab ich voll verstandenMontag, 22. Dezember 2008Web 2.0 - das heisst ja, alles offen und so. Deswegen gibt es da ein tolles Event. Nennt sich Web 2.0 Kongress. Und ist in München. Das Wochenende kostet nur 1849 EUR. Zzgl MwSt. Da gibts auch eine Xing Gruppe. Ist aber freischaltepflichtig. Und dürfen nur Gruppenmitglieder lesen. Aber sonst isses voll offen, dieses Web 2.0. Mal im Ernst. Wie kann man ein Event von Grund auf derart disqualifizieren? Vor allem, weil es ja auch schon der sechste "Web 2.0 Kongress". Das heisst, die sind schon fünfmal durchgefallen. Und anhand der "Top Speaker" Liste sieht man vor allem, dass es nicht um neuartige Webtechnologien oder gar um das Web 2.0 geht, sondern um die Umsiedlung alter Geschäftsmodelle ins Digitale - und wie man sich dabei nicht komplett langmacht. P.S. Ja, ich bin schon wach, das ist kein getimerter Eintrag. Links 13.12.2008Sonntag, 14. Dezember 2008Wetter kalt, eigentlich sollte man viel mehr Zeit zum Bloggen habe. Ich habe aber die heimliche Vermutung, dass die Tage im Winter kürzer sind, so 18h oder so. Gestern abend gab es noch Hagen Rether in München - über dreieinhalb Stunden blanker Zynismus und Sarkasmus. Ein Traum. Trotz der kurzen Hasstirade auf das Internet und Blogs
Geschrieben von Alexander
in GWT, Linux, Politik, Security, Software, Sonstiges
um
12:28
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Book review: Oh wie schön ist Parkhaus 4Samstag, 13. Dezember 2008Warum verreisen, wenn es das alles schon vor der Tür gibt - fragt sich Lars Weisbrod in diesem Buch völlig zurecht. Für läppische 6,95 EUR kann man dem/der Bekannten mit einer Prise Humor und der Fähigkeit, die Skurilität (gibt es das Wort eigentlich?) des Alltags zu erkennen und darüber lachen zu können, garantiert eine Freude macht. Die Beschreibungen der Menschen oder Orte sind zwar immer detailliert beschrieben, aber die Vergleiche, die der Autor dann zieht, sind so gut wie immer witzig. Ein kleines kurzweiliges Buch für zwischendurch, dass man uneingeschränkt empfehlen kann. Webmontag in München - 08.12.2008Freitag, 12. Dezember 2008Am Montag war der erste rein technisch ausgerichtete Webmontag. Die Flex Usergroup sowie die PHP User Group hatten Mihai Corlan von Adobe geladen, der ein wenig über Flex referieren sollte. Während Adobe die Getränke und das Essen gesponsort hat, hat Optaros die Location gesponsort. Dafür erstmal vielen Dank. Durch die klare Ausrichtung, waren auch die Vorträge etwas Webmontag untypisch sehr viel länger. Gerade der Flex Vortrag ist hier nur teilweise gut angekommen, unter anderem wegen der Länge.
Links - 06.12.2008Samstag, 6. Dezember 2008Endlich Wochenende. Zeit für Links. Noch ein kleiner Nachtrag zu meiner letzten Buchrezension. Ich habe mal der Autorin eine Mail geschrieben - zumindest denke ich, dass ich das habe. Trotz myspace und facebook Profil, einer eigenen Homepage oder auch Blogeinträgen bei der Huffington Post findet man partout keine Emailadresse an die man mailen könnte, ausser einer völlig nichtssagenden info@ Adresse. Als ob der Autor den Dialog mit den Lesern scheut. Komisch irgendwie...
Geschrieben von Alexander
in Politik, Security, Software, Sonstiges, Web 2.0
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11:37
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Book review: Wie zerstört man eine DemokrateMontag, 1. Dezember 2008Das Buch von Naomi Wolf besitzt noch den Untertitel "Das 10-Punkte Programm" und genau das trifft den Inhalt eigentlich auch sehr gut. Es werden 10 Punkte beschrieben, mit denen sich eine Entfernung von einer Demokratie in ein nicht mehr freiheitliches Land entwickelt und mit Hilfe von Beispielen der Dikaturen von Hitler, Mussolini und Stalin, aber auch aktuelleren Ländern wie Chile und teilweise China beschrieben werden. Ich denke es ist an dieser Stelle einfach mal sinnvoll, die 10 Punkte aufzulisten und zu schauen, ob diese in Deutschland schon zutreffen oder nicht.
Für Deutschland gelten also aktuell sechs bis acht dieser Faktoren - je nach Auslegung. Interessanterweise ist die Autorin auch selber schon in die Fänge dieses Systems geraten. So muss sie bei Flügen immer eine extra Kontrolle über sich ergehen lassen (fällt wohl unter Punkt 7). Ein schönes Zitat aus dem Buch, welches Hitler im Jahre 1936 zugeschrieben wird: "Ich bin kein Diktator, ich habe die Demokratie nur vereinfacht". Interessant ebenfalls die Äußerung (auf die Beschwerde, dass gute Wissenschaftler, die nicht der Parteilinie entsprechen und daher vom universitären Betriebausgeschlossen wurden), dass man zur Not die nächsten hundert Jahre auch ohne Physik oder Chemie auskäme im Zusammenhang. Das hat nicht geklappt. Doktoren dieser Fächer befinden sich ja nun wieder überall Kommen wir nun also zum eigentlichen Punkt des ganzen, der im Buch leider überhaupt keine Beachtung findet: Cui bono? (Jetzt sollten bei mir alle Alarmglocken schrillen, ich schreibe schon wie Wisniewski). Die Autorin schreibt, dass die USA (und auch die meisten anderen westlichen Länder) weit davon weg sind, komplette Diktaturen zu errichten - aber die Art und Weise der Einschränkung in bestimmten Bereichen ist mehr als besorgnis erregend. Bestimmte Maßnahmen nützen keinem Politiker, der nur zwei Legislaturperioden im Amt ist. Die Antwort auf diese Frage könnte allerdings ziemlich einfach sein und ist gleichzeitig der Grund, warum es Lobbyisten gibt. Langzeitorientiertes Gewinnstreben unabhängig von den in der Zukunft herrschenden politischen Rahmenbedingungen. Blackwater ist arbeitslos, wenn Frieden herrscht, ähnlich ergeht es dem kompletten militärisch-industriellem Komplex in allen Industriestaaten. Hier aber unterscheidet sich dann die Vergangenheit von der Gegenwart - damals waren es einzelene Individuen, die an die Macht wollten und dort bleiben wollten. Heute hat eine Anzahl von Unternehmen jeweils unterschiedliche Partikularinteressen, die keine komplette Diktatur benötigen. Das ich das Buch mehr als empfehle, sollte an dieser Stelle eigentlich unnötig zu erwähnen sein.
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