Da ich noch nicht wirklich in denkfähigem Alter war, als Uwe Barschel tot aufgefunden wurde (ich glaube mein Hauptproblem war zu der Zeit eher, ob es möglich ist, auch ohne Stützräder zu Fahrrad fahren), habe ich mir die aktuelle Auflage von
"Der Doppelmord an Uwe Barschel" von Wolfram Baentsch gekauft, welches die Ereignisse seit dem Tod Stück für Stück aufarbeitet. Viele Dinge sind bis heute unklar: Niemand weiss, wer Barschel nach Genf gelockt hat; wieso sind keine härterem Strafen für die Journalisten, die den Tatort kontaminiert haben, verhängt worden. Wieso fehlen Flüssigkeiten, die eine Obduktion erschweren. Vorsicht Spoiler: Das Buch geht davon aus, dass der Mossad in weiten Teilen für den Mord verantwortlich ist, da Barschel zu viel von Waffengeschäften wusste, die internationale Beziehungen nachhaltig torpediert hätten. Gleichzeitig vermutet der Autor aber (aufgrund eines anonym der Ehefrau zugesandten Briefes), dass ein hochrangiger Deutscher den Mord in Auftrag gegeben hat. Wer damit gemeint ist, wird im letzten Wort des Buches klar, welches von einem nicht fliegenden Vogel spricht (interessanterweise hat Gerhard Wisniewski in seinem "Verheimlicht, vertuscht, vergessen" Buch vom letzten Jahr auch der Ikone FJS ein allzu natürliches Ableben abgesprochen).
Fazit: Auf jeden Fall einen Blick wert (wenn auch nur als Hardcover Buch im Moment). Alles in allem werden wir wahrscheinlich noch 20 Jahre warten müssen, bis jemand kurz vor seinem natürlichen Ableben öffentlich über die Sache spricht.