Sonntag, 23. August 2009
Da ich ja schon lange keine marketinglastigen Bücher mehr gelesen habe, bin ich neulich auf " Macht Schlagzeilen" von Christoph Maria Fischer gestoßen, ich glaube aus dem best-practice-business Blog. Das Buch wird sowohl in einer Amazon Rezension als auch im Blog sehr hoch gelobt. Und ich verstehe es nicht. Das Buch hat in Summe 1000 Beispiele für PR, oftmals in folgender Form: Unternehmen XYZ machte blablubb. Das Fachportal xyz.de/die lokale Zeiting blubb berichtete. Und das war es. Bei einigen wenigen Beispielen steht noch dabei, ob das Unternehmen seinen Umsatz steigern konnte. Und hier kommen wir auch zu einem zentralen Problem in meinen Augen. Das Buch bietet lediglich eine riesengroße Liste an PR Tätigkeiten. Mich als Leser interessiert aber doch viel brennender, inwieweit sich genau diese Tätigkeiten als Erfolg herausgestellt haben. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass Marketing oftmals nicht messbar ist. Soweit so richtig. Trotzdem erwartet man ja doch irgendwie von jeder Marketingaktion einen gewissen ROI. Sollte dieser nicht betriebswirtschaft messbar sein, gibt es vielleicht andere Faktoren (besseres Image, privates Interesse der Geschäftsführer, etc). Mir fehlt bei dem Buch einfach eine gewisse Art von Hintergrundinformationen, die bei einer Idee einfach noch mal einen "Aha"-Effekt auslösen, dass das doch eine ganz gute Idee ist. Genau dieser Gedankengang zündet beim Lesen des Buches bei mir nämlich so gut wie nie. Summa summarum kann man also sagen, dass sich das Buch vielleicht für Marketingmenschen lohnt, ansonsten aber wohl mehrheitlich im Schrank ruhen wird bei eher technisch-produktlastig ausgelegten Personen wie mir.
Samstag, 22. August 2009
Schon wieder Ende August. Bald ist ja schon dieses Bundesdings... nein, nicht der Song Contest. - Bundesdingsspecial: Von der Leyen mag Spiegel TV nicht, die CDU überklebt Wahlplakate, der Krieg wird bewusst nicht thematisiert. Man könnte meinen, die nackte Panik geht bei der ein oder anderen Partei um. Stefan Niggemeier hat eine der Kanzlerkandidaten "Diskussionen" mit Steinmeier auf
RTL mitverfolgt. Von dem, was er schreibt, muss es ja grausam sein, zu
der Zeit den Fernseher einzuschalten. - Zensur der Webseite eines kritischen Journalisten in Österreich innerhalb des Jusitzministeriums ist auch nur Versehen gewesen und ist wieder freigeschaltet. Aber wenn man die Infrastruktur doch hat...
- Apropos Von der Leyen: Wie man die "Argumentation" pro Zensur einfach und simpel widerlegt.
- Finanzkrise: Wundert es irgendwen, dass die Banker, die dass kommen sahen, gehen mussten?
- Beim Klima Lügendetektor gibt es wieder einen netten Beitrag, wie sich die Auto Industrie grün zu reden versucht, indem einfach mit schlimmeren Klimaproblemen vergleicht und dagegen ja locker mithalten kann.
- Was mit der Vorratsdatenspeicherung alles geht: In Aserbaidschan (das ist ja weit weg von uns) werden damit Wähler von Armenien beim Song Contest ermittelt. Diese Meldung ist aber wieder so bizarr, dass sie unglaublich platziert klingt. Vielleicht sollte man gerade irgendwas anderes aus der Gegend überlesen.
- Katastrophe der Woche: DNA kann anscheinend reproduziert werden. Damit kann man ja beliebig Dinge an Tatorten hinterlegen und Alibis biegen.
- Bizarres der Woche: Die Arctic Sea ist wieder aufgetaucht. Der Spiegelfecher hat einen interessanten Artikel, der allerdings eine Frage weitestgehenst offen lässt. Wie ist es möglich, dass mehrere Länder den Aufenthaltsort eines Schiffes nicht kennen. Die Satelliten über uns haben doch angeblich inzwischen eine Auflösung, dass sie rausfinden können, wie viele Lagen mein Toilettenpapier hat. Aber ein Frachter ist unauffindbar? Irgendwie geht mir das nicht so ganz in den Kopf. Die ARD hat noch ein bischen Blabla, aber nichts wirklich substantielles zum Thema. Was darauf passiert ist, kann man vielleicht nicht wissen, aber die Position des Frachters hat bestimmt den meisten Geheimdiensten vorgelegen, gerade wenn die vielleicht schon wussten, dass dieses Schiff mit irgendeiner Ladung vorbelastet ist.
- Boulevardisierung (super Wort) macht auch vor der ARD nicht halt. Ich hatte ja gehofft, dass wenn eine Meldung mit dem Titel "Skandal in Polen" auftaucht, eventuell zwei Brüder wieder irgendwelche komischen politischen Spielchen machen. Aber nein, es geht nur darum, dass irgendeine polnische ex-Big Brother Bewohnerin gesagt hat, die Bibel ist von einem Weintrinker und Kiffer geschrieben worden ist.
- Kleine Werbedesaster für zwischendurch. RWE hat ja einen tollen Imagefilm gemacht, der dann direkt von der "Netz Community" (ich mag ja dieses Wort so) und auch von Greenpeace weiterverarbeitet worden ist. Hier gibt es beide Filme.
- Java Special: Terracotta hat EhCache und deren Entwickler gekauft. EhCache ist ein so essentielles Produkt, dass man damit durchaus Einfluss im Java Bereich hat. Allerdings hat Terracotta das eh bald. Wobei Spring sich diese Woche gleichzeitig als Konkurrent zu Terracotta geoutet hat. Und zwar mit einem ganz heißen Produkt namens CloudFoundry, ein Aufsatz auf Amazons EC2, mit dem ganz leicht Spring und Grails Anwendungen auf EC2 deployen, skalieren und monitoren kann. Das muss ich mir unbedingt mal näher anschauen.
- Ferner liefen: Hier ein paar echt coole Bilder von großen Wellen. Kurz und bündig - East meet West.
Montag, 17. August 2009
Der aktuelle Grundrechtereport liegt hier eigentlich schon herum, seitdem er herausgekommen ist (irgendwie wird der Stapel Bücher nicht weniger, ich muss mir mal wieder angewöhnen, sowas nicht auf Halde zu kaufen). Thematisch ist der Report eigentlich überhaupt keine Urlaubslektüre, dennoch liest er sich relativ flüssig, verdaut sich aber dafür umso schwerer. In meinen Augen gibt es aktuell einige absolut kritische Schwerpunkte: - Das Ausländerproblem in der EU: Frontex ist nur die Spitze des Eisbergs. Dinge wie das Wegsperren von minderjährigen Flüchtlingen in Auffanglager am Frankfurter Flughafen oder die die Asyl-Lager, die inzwischen (wie konnte ich auch nur einen Moment daran zweifeln) von privaten Firmen geleitet werden oder Gentests, um nachzuweisen, dass der nachreisende Familienvater auch wirklich der Vater ist (und hey, wenn man die Daten schon mal hat..)
- Grundrechte von Andersdenkenden/Demonstranten: "Langzeitgewahrsam", Hausdurchsuchungen, Gefahr im Verzug, präventive Handlungen ohne Ansatz einer durchgeführten Tat (unter dem Deckmantel des Terrorismus)
- IT-Systeme: Immer mehr IT Systeme mit immer mehr Daten werden immer näher vernetzt
- Militarisierung der Gesellschaft: Einsatz der Bundeswehr im innern, der GSG9 im Äußeren (Schiffe entern...)
Dies sind bei weitem nicht alle Themen, aber diejenigen, die für mich hervorgestochen sind. Insgesamt hat man also für wenig Geld ein ziemlich erschreckendes Buch, das zeigt, das Grundgesetz in Theorie und Praxis anscheinend auch beabsichtigt anders interpretiert werden.
Sonntag, 16. August 2009
Nach einer Woche Urlaub in Wales bin ich dort mal zu ein wenig lesen gekommen (wobei man da primär wandern sollte, vielleicht liefere ich noch ein paar Bilder nach, aber die Szenerie ist wirklich schön) und hatte mir vorher die ersten vier Ausgaben des Magazins "Hintergrund" bestellt, welches einmal pro Quartal erscheint. Ich weiß leider nicht mehr, wie ich das Magazin gefunden hatte, aber die Autoren, von denen ein paar den meisten Lesern hier mit Sicherheit auch bekannt sind und vor allem die Artikel klangen durchaus interessant. Interessant ist das Magazin allerdins nur für diejenigen, die nicht mehr wirklich an Information aus altbekannter und großer Mainstream Presse glauben und somit nach den wenigen noch papiergebundenen Alternativen suchen. Jedes Magazin hat zwar einen Schwerpunkt, aber nicht nur dieser wird bedient, sondern auch ein paar andere Themen. Die Schwerpunkte der letzten Magazine waren u.a. die Finanzkrise (vor einem Jahr erschienen und dabei noch immer sehr informativ), die 9/11 Lüge, Krieg und Konzerne (Stichwort "militärisch industrieller Komplex", sehr interessant hier auch ein ziemlich furchteinflößender Einblick in das Arsenal der deutschen Marine, die trotz der kleinen Wassergrenzen des Landes technologisch anscheinend einer außergewöhnlich gut ausgerüstete Marine hat) sowie Macht- und Medienmanipulation. Mit 4,40 EUR pro Ausgabe (weniger als 16 EUR kostet das Jahres Abo) ist das Magazin in meinen Augen auch noch sehr günstig, da in 60-70 Seiten keine Werbung ist und es somit quasi vor Inhalt überquillt. Ich hoffe, dass Hintergrund sich auf die Dauer finanzieren kann und hoffe auf weitere derart informative Magazine in dieser Sektion. Dicker, dicker Kauftipp an dieser Stelle also.
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