Ein Mitbringsel aus dem Urlaub von der Insel ist das just gelesene
"Flat Earth News" von
Nick Davies. Flat Earth News zeigt vor allem, dass die Presse inzwischen rein nach ökonomischen Aspekten vorgeht. Dass bedeutet zu allererst, dass nur ein minimaler Bruchteil ein Stories wirklich von den eigenen Journalisten recherchiert wird, sondern das meiste aus Agenturmeldungen schlicht und ergreifend dupliziert wird. Dies impliziert erstmal zwei Dinge: Zum einen haben die Agenturmeldungen weitreichenden Einfluss auf die Qualität des Mediums, zum anderen verflacht die Tiefe der Nachrichten und vor allem auch der Aspekt der Einmaligkeit der Zeitung (mit Ausnahme der Interpretation einer Meldung, dafür würde aber ja auch Zeit benötigt). Ein weiteres Thema ist der Rassismus vieler Zeitungen und die ökonomisch bedingte Wandlung einer Postillen, sich nicht politisch zu orientieren, sondern immer rein situationsbedingt zu handeln, was einer Zeitung natürlich im Endeffekt dass Gesicht raubt. Ein weiterer interessanter Punkt ist das, was Davies unter "Dark arts" definiert, und zwar das Beschaffen von Informationen jenseits der Legalität, welche dann über Mittelsmänner erledigt werden, so dass die Zeitung bei Bedarf die Hände in Unschuld waschen kann. Insgesamt fasst der Begriff
Churnalism viele Teile des Buches gut zusammen.
Zusammengefasst ist es zwar ganz nett zu lesen, aber insgesamt merkt man nur, dass sich Jounralismus in Deutschland und den UK anscheinend nicht mehr so stark unterscheiden (ja, ich weiss, UK ist natürlich viel boulevardesker...)