Dienstag, 15. Mai 2007
Der folgende Eintrag wird wahrscheinlich der längste dieses Weblogs für eine lange Zeit. Ich werde mein gesamtes Studium an der FH in Wilhelmshaven einmal Revue passieren lassen, da ich jetzt dabei bin, mein Diplom zu schreiben und just komplett scheinfrei geworden bin. Ich werde versuchen, alle notwendigen Dinge wie jedes einzelne Semester inkl. Bewertung der Fächer, Wohnungssuche, FH, Umgebung, Freizeit mit einzubeziehen, so dass ein möglichst komplettes Bild entsteht. Kommentare/Verbesserungen wird es vielleicht zu der ein oder anderen Zeit mal geben. Die meisten Leser werden wahrscheinlich über ein Google Query auf diesen Artikel stossen. Wenn ihr ein paar Minuten Zeit habt und überlegt in Wilhelmshaven zu studieren (ist im Groben egal, dass ihr jetzt Bachelor studieren müsst, die Inhalte unterscheiden sich nur grob, die Vorlesungsnamen haben sich aber komplett geändert), lest euch den Artikel durch. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir einfach eine Mail oder hinterlasst einen Kommentar.
Die Stadt - Wohnungssuche, Nachtleben, etcWilhelmshaven, weit nördlich, am Wasser gebaut, mit einer perfekten Anbindung für Autos dank der kaum befahrenen A29, dafür aber gleichzeitig mit einem Sackgassenbahnhof gesegnet sowie einer reinen Nahverkehrsanbindung. Die Reise mit dem Auto nach Hause in die Nähe von Bielefeld dauert gute 2 Stunden, während ich mit dem Zug 4,5h brauche. Da ich mein Auto im 2. Semester verkauft habe, hat sich das mit dem regelmäßigen Nachhausefahren dann gleichzeitig auch erledigt (naja, nicht ganz, gottseidank kannte ich eine Handvoll Leute, die regelmäßig wieder in meine Nähe gefahren sind). Kann ich aber jedem nur empfehlen mit dem Verkaufen des Verkehrsmittels, denn nur so lernt man auch vernünftig Leute kennen. Wilhelmshaven an sich hat etwas unter 90.000 Einwohner, nach einer Woche denkt man aber bereits, es handele sich um ein 5000 Seelen-Kaff. Nachts unter der Woche muss man sich nichtmal im Ansatz die Hoffnung machen, dass dort irgendetwas geht (außer die Mittwochs eine Standarddiscothek), die letzten Buslinien fahren zwischen 23 Uhr und halb eins (manchmal auch nur noch bei vorherigem Anruf als Taxi, also vorher informieren). All das führt natürlich dazu, dass man in der "Innenstadt" wohnen will, was aber dank der günstigen Mietpreise überhaupt kein Problem ist. Man kann für ca. 180 EUR im Monat warm inkl. allem (DSL, TV, Strom, Wasser) wohnen, und wohnt dann immer noch nicht in einem 8qm Zimmer (apropos: Das Stuwo ist meiner Meinung nach überhaupt nicht zu empfehlen, da 1,5km von der FH entfernt, 5km vom Zentrum, viel zu kleine Zimmer - aber ich habe da auch nicht gewohnt). Wenn ihr euch am Anfang über Wohnungen in Wilhelmshaven mit Hilfe der Wohnungsbaugesellschaften informiert, werden ihr sehr schnell feststellen, dass viele Wohnungen in Fedderwardergroden, einem sehr nördlich liegendem Stadtteil, liegen. Wenn ihr kein Auto habt, seit ihr dort abgeschnitten von der Außenwelt. Also macht das nur im absoluten Notfall. Abgesehen davon wohnen da aber auch relativ viele Studenten, die ebenso wie ich am Anfang ihres Studiums nicht wussten, dass das Wohnen in der Innenstadt genauso günstig ist. Ich habe am Anfang in Fedderwardergroden in einer 3er-WG gewohnt und von da an direkt beim Rathaus (ein paar Minuten Fußweg in die Innenstadt, direkte Busverbindung zur FH) in einer super 2er-WG bis zum Ende meiner Zeit in Wilhelmshaven. Achja, das Nachtleben. Das ist in Oldenburg. Auf keinen Fall in Wilhelmshaven. Nehmt so viele FH Parties mit, die ihr kriegen könnt, die am Wochenende (außer WG Privatparties, die waren fast ausnahmslos top) sind auch nicht besser. Es gibt ein paar nette Locations für FH Parties (Pumpwerk im Süden am Wasser, Casablanca im Ostteil der Stadt, Palazzo, Klingklang, Fun, Visage in Fedderwardergroden), die aber sonst am Wochenende allesamt ziemlich mäßig sind. Von den Preisen für Getränke sind die FH Parties alle teuer, das einzige was Spaß macht, ist die Mensaparty, wo es alles für einen Euro gibt, der Rest heisst immer 2,50 pro Bier und oftmals ein Pfandsystem, dass man zum Ende der Party hin eh nicht mehr versteht. Und, ganz wichtig, die AStA-Party, mitten in der FH mit vielen Livebands, mehreren Areas, Promoständen (ich weiss, ich weiss, für die meisten ist das nichts besonderes, für WHV schon). Wenn ihr einen alternativen Musikgeschmack habt, der nicht von vor 10 Jahren ist (egal, ob Rock, Hiphop, Deathmetal oder Schranz) begrabt ihn, solange ihr in Wilhelmshaven seid oder macht einen eigenen Laden auf. Die Marktlücke ist da. Umso stärker merkt man das aber erst, wenn man wieder woanders ist, irgendwann hat man sich traurigerweise daran gewöhnt  Die FachhochschuleRespekt, wenn ihr bis hierhin gelesen habt. Das bedeutet, dass ihr wirklich überlegt, in WHV zu studieren, obwohl ich bisher nicht viele gute Worte verloren habe. Die kommen jetzt. Die FH an sich ist total klein (insgesamt nichtmal 4000 Leute), nach einem Semester kennt man total viele Leute vom sehen. Ich habe mit ca. 30-40 Leuten Wirtschaftsinformatik auf Diplom angefangen, da das Diplom noch einen Praxisanteil hat. Das hat sich natürlich jetzt nach der Umstellung erledigt. Nach 2-3 Wochen kennt aufgrund der beschränkten Anzahl der Leute quasi alle Mitstudenten des Studienfachs aus dem Semester. Man sitzt meistens in Klassenräumen (das größte Auditorium bei uns hat 190 Sitzplätze und nicht tausendirgendwas, wie anderswo), die Professoren kennen einen auch nach ein paar Veranstaltungen (hier wirklich kein Nachteil!), es kommt also schnell eine familiäre Atmosphäre zusammen. Auch innerhalb des Fachbereiches (Wirtschaftsingenieurwesen) lernt man sich relativ schnell kennen, da der ein oder andere mal in den selben Vorlesungen sitzt, da er die Prüfung bei diesem Professor wiederholen will oder muss (die Wirtschaftsfächer sind weitestgehend deckungsgleich). Und das mit den Leuten aus den anderen Fachbereichen ergibt sich durch die Parties (oder man macht Erstsemestertutor) Was gibt es noch? Hochschulsport. Zumindest ein wenig. Ich habe am Anfang Badminton gespielt, allerdings ist das nach 2 Semestern ziemlich eingeschlafen und Teilnehmerzahl ist rapide zurückgegangen. Dann habe ich auf Basketball umgesattelt und bis zum Ende durchgehalten. Zwischendurch war auch hier das Interesse ermattet, aber durch einen kleinen, harten Kern von 6-7 Leuten, der sich jetzt aufgelöst hat, ging es da immer weiter. Inzwischen ist aber auch hier das Interesse wieder da. Viele Leute wissen nichts von dem Sportaushang gegenüber des AStA-Büros. Also, wenn ihr Leute für Sport braucht, hängt das quer in der FH aus (wir waren nach dem ersten Aushang auf einmal 30 statt 12 Leute). Ansonsten gibt es noch Volleyball, Fussball und Judo. Und nun zu den Fächerbeschreibungen. 1. Semester- VWL: Eine kleine Einführung in die Volkswirtschaftslehre, die netterweise komplett ohne Rechnen auskommt, allerdings stark durchtränkt war mit extremen freien marktwirtschaftlichen Ansätzen. Hat mir so gut gefallen, dass ich das glatt zweimal geschrieben habe. Hat sich aber erledigt, da es VWL nicht mehr gibt, und den Professor auch nicht. Absolute Filterklausur des Semesters mit > 50% Durchfallquote.
- BWL: Betriebswirtschaftslehre und VWL wurden im Zuge der Bachelorumstellung in "Grundlagen der Ökonomie" zusammengefasst, so dass jetzt kaum noch Inhalt vermittelt werden kann. Das ganze ist eine kleine Einführung in die BWL, aber auch wieder ohne rechnen.
- Buchführung: Endlich 'was mit rechnen. Zwar nur Buchen auf T-Konten, aber immerhin. Die Vorlesung ist eine absolut rudimentäre (gottseidank!) Einführung in die Buchführung. Man lernt, was man wohin bucht (inzwischen wieder nach IKR und nicht nach GKR, wechselt aber immer mal), und das war es auch schon. Für Leute mit Wirtschaftsausbildung ein Witz.
- Programmieren 1: Einstieg in die Java Programmierung. Zum einen der theoretische Part, der die Grundzüge der objektorientierten Programmierung beschreibt, zum anderen der praktische Teil, wo das ganze mit BlueJ langsam angegangen wird.
- Standardanwendungen: Gibt es inzwischen nicht mehr (glaube ich!), das ganze war ein Witz, und handelte mehr davon wie ein Computer aufgebaut ist.
- Mathe 1: Ingenieursmathematik, sowie simple Beweise - mieses Zeug, wünscht man keinem.
- Grundlagen der Informatik: Wahrheitswertetabellen, Zahlensysteme, Operatoren, nichts schweres. Allerdings wird das inzwischen von jemandem anderes unterrichtet, so dass ich nicht mehr weiss ob das noch stimmt.
2. Semester- Datenkommunikation und Rechnernetze 1: Einführung in die OSI-Layer, Nyquest Theoreme, Routingalgorithmen, TCP/IP wird auseinandergenommen und durchgekaut, Quality of Service. Extrem interessante Vorlesung, wenn man sich für sowas interessiert, aber auch ziemlich anspruchsvoll. Filterklausur des Semesters.
- Investition & Finanzierung: Grundlagenvorlesung, hier kommt es allerdings drauf an, bei wem diese stattfindet. Ich hatte bei Dr. W. - da war das ganze ohne tieferes Wissen zu bestehen
 - Softwaretechnik 1: Prinzipien des Softwaredesigns. Viel UML, OOP, Diagramme und Fachbegriffe. 'Ne Menge Stoff, aber lernbar.
- Mathe 2: Integrieren/Differenzien. Miese Nummer. Gibt es beim Bachelor - glaube ich - nicht mehr.
- Programmieren 2: Projektaufgabe. Es gilt immer ein kleines Tool zu programmieren, meistens mit GUI, Öffnen/Schließen/Lesen/Schreiben einer Datei. Unsere Gruppe (3 Leute) musste einen Zahlenkonvertierer mit Historyfunktion (Speichern und Auslesen aus einer Datei) schreiben. Nix wildes, wenn man schonmal programmiert hat.
- Betriebssysteme: Falscher Titel für diese Vorlesung. Besser wäre "Einführung in die Kommandozeile von Linux" gewesen. Und wenn der Dozent auch noch Ahnung gehabt hätte, hätte es vielleicht sogar Spaß gemacht. Doch auch angesichts meiner mehrjährigen Linuxerfahrung musste ich mich der schieren Argumentationsgewalt meines Dozenten ("Ach, sie wissen das also, meinen sie, das ist ja schön für sie!") auch bei Unwahrheiten seinerseits geschlagen geben. Erschreckend, dass gewisse Leute an Hochschulen unterrichten dürfen.
3. Semester- Datenbanken 1: Einführung in Datenbanken, SQL, Normalisierung, Diagramme - wer schonmal ein wenig mit MySQL rumgespielt hat, und weiss wie man ein Datenbankschema designed, hat hier nicht allzu viel zu befürchten.
- Kosten- und Leistungsrechnung: Absolut harter Brocken, besonders für informatiklastige Leute wie mich. Ich habe in der Vorlesung nichts, aber auch gar nichts, verstanden. Gottseidank hatte ich in meinem Umfeld jemanden, der mir das so beigebracht hat, dass ich in der Klausur einfach nur nach Schema F alles aufgeschrieben und ausgerechnet habe (Betriebsabrechnungsbogen, Umsatz-/Gesamtkostenverfahren, mehr weiss ich nicht mehr). Filterklausur des Studiums.
- Programmieren 3: Datenstrukturen und Algorithmen sind das Thema. Für geübte Programmier nicht schwer, für alle anderen dafür aber um so mehr. Themen sind u.a. Bäume, Suchalgorithmen, (doppelt) verkette Listen in Java (einmal zwischendurch auch in C). Filterklausur des Studiums.
- Statistik: Einführung in die deskriptive Statistik. Nichts komplexes.
- Datenkommunikation und Rechnernetze 2: Der praktische Teil zu DKRN 1. Man benutzt ein wenig ethereal/wireshark, um Protokolle wie telnet auseinander zu nehmen, inspiziert die IP- und TCP-Header, setzt sich dann noch ein wenig mit Verschlüsselung und Firewalling auseinander und am Ende gibt es eine kleine mündliche Prüfung. Wenn man lernt, einfach zu bestehen. Keine Ahnung, ob diese Vorlesung noch in dieser Form existiert.
- Softwaretechnik 2: Projekt mit Rational Rose. Ein paar Klassen- und UML Diagramme, sowie Aktivitäten und Akteure zusammenmalen, Lasten- und/oder Pflichtenheft sowie Projektdokumentation erstellen und gut is'. Vom Dozenten her hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera, die sich jedes Semester abwechseln.
4. Semester- Datenbanken 2: Projekt, welches es nicht mehr gibt beim neuen Bachelor (irgendwie ist das mit datenbankgestützen Informationssystemen integriert worden, ob es das jetzt noch als Schwerpunkt gibt, weiss ich nicht). Man muss eine Datenbankanbindung mit Hilfe von Java realisieren. Das Komplexe bzw. Arbeitsreiche war nicht die Anbindung, sondern die GUI für diese Anwendung. Mit 2-5k Codezeilen aber noch im Rahmen.
- Controlling: Das Gegenteil zu KLR. Toller Dozent, immer hilfsbereit, auch wenn man (wie ich) absoluter Laie auf dem Gebiet war. Budgetierung (Mörderthema!), Break-Even-Analyse, Controllingprozesse waren Inhalt der Klausur. Filterklausur des Studiums.
- Multimedia: Erstellen eines etwa zweiminütigen Flashfilmes innerhalb einer Gruppe von 5 Leuten. Viel Arbeit! Man sollte zusehen, dass man ein Team hat, von dem jeder etwas kann, so dass nicht jeder 20 Sekunden eines Filmes machen muss, das wirkt sehr abgehackt. Mein Team war gottseidank gut aufgeteilt, einer konnte Flash, der andere Photoshop, der nächste Audio, der nächste hat das Drehbuch gemacht und einer konnte gar nichts, nichtmal sich bei den anderen für die geschenkte Note bedanken.
- Programmieren 4: Sehr interessante Vorlesung. Viele verschiedene Themen rund um Java und die Nutzung durch Bibliotheken. RMI, Servlets, POP, IMAP, SMTP, XML, HTTP - die Klausur ist auch nicht schwer. Guter Tip: Übungen auch wirklich machen!
- Marketing: Grundlagenvorlesung. Nichts wirklich interessantes. Viel auswendig lernen und wiedergeben, aber genauso wie es gelehrt wird bitte...
- Produktionstechnik: Grottenlangweilig. Grundlagen über Lagersysteme, Fügetechniken etc. Es gibt wenig uninteressanteres für Informatiker. Viel zu lernen allerdings.
- Projekt Wirtschaft/Informatik: Am Ende des Semesters gibt es ein einwöchiges Projekt, bei dem während dieser Zeit eine bestimmte Aufgabenstellung innerhalb eines Teams effizient gelöst werden muss. Unsere Gruppe hat ein Wiki mit einer Webfinanzlösung mit Hilfe von PHP gekoppelt, andere Gruppen haben ein CMS aufgesetzt. Ganz interessant. Dumm nur, wenn die Vorlesung im Hochsommer bei bestem Wetter ist, und man am Wasser liegen will

5. Semester (Praxissemester)Ein Semester Ruhe vor Vorlesungen, und vor alllem vor Prüfungen. Tat gut. Und sogar nie zu spät zur Arbeit gekommen  6. Semester- Projektmanagement: 12-seitige wissenschaftliche Ausarbeitung in einem 2-3 köpfigen Team zu einem vorgegebenen Thema im Bereich IT oder Wirtschaft, z.B. Six-Sigma, SAP HR/HCM Modul, etc. Dazu noch eine Präsentation. Auch wenn es langweilig klingt, die Themen und vor allem die Präsentationen nachher (alles ziemlich locker) sind nett und informativ.
- Managementtechniken 1: Grundlagen von Organisation und Führung (so heißt die Vorlesung jetzt auch beim Bachelorstudiengang). Führungstheorien, rechtliche Hintergründe, etc. Interessant, aber richtig viel auswendig zu lernen. Dafür gibt es auch gute Noten.
- Betriebliche Anwendungssysteme 1: Aufbau von Anwendungssystemen sowie Grundlagen SAP
- Expertensysteme: Bei mir war es noch ein Projekt mit 2 Leuten, in denen man ein JESS Expertensystem erstellen musste (wir haben einen Anlageratgeber gemacht), ein Semester nach mir mutierte es zu totalem Chaos als man 3 10er Gruppen jeweils unterschiedliche, fachfremde, gerade benötigte Aufgaben erledigen ließ, wie das Einpflegen von Daten des akademischen Auslandsamtes in ein Wiki, das Aufsetzen eines CMS und noch etwas, dass ich schon vergessen habe. Also, Superfach!
 - Recht: Fälle lösen im Subsumtionsstil mit Hilfe des BGB. Völlig trocken und unspektakulär. Es ist aber möglich, als Einziger eines ganzen Semesters da durchzufallen.
 - Praxissemester Nachbereitung: Ein zehnminütiger Vortrag über die Tätigkeiten während des Praxissemesters. Nichts schlimmes. Des Weiteren muss man für das Praxissemester einen in etwa 20-seitigen Bericht anfertigen.
7. Semester- Betriebliche Anwendungssysteme 2: Hier geht es um die Anpassung von betrieblichen Anwendungssystemen, also Grundlagen ABAP, Customizing, etc
- Managementtechniken 2: Erstellung eines Businessplans für eine selbst erdachte Geschäftsidee. Viel Arbeit! 60-seitige Ausrbeitung mit viel Finanzplan-Gerechne und etwas hintergründiger Recherche. Abschlusspräsentation im Anzug, weil der Dozent auf sowas steht. Böse Zungen behaupten, es handele sich bei dieser Vorlesung auch um Bekleidungstechniken 2, aufgrund der vielen Tips in diesem Bereich während der Vorlesung.
Abgesehen davon, soll dies als Schwerpunkt bei den Bachelorn angeboten werden. Zeitkiller! - Unternehmensplanspiel: Hier ist Koordination gefragt. 5er Gruppe, jeder in einem anderen Studiengang. Man hat sein eigenes Unternehmen, welches Kopierer herstellt, und muss dieses gegen 4 andere Konkurrenzgruppen am Markt verteidigen, und natürlich ausbauen. Strategien sind beispielsweise Kosten- oder Qualitätsführerschaft. Jede Woche gibt es Ergebnisse, man muss für die nachfolgende Periode planen (dauert bei 5 Meinungen), entscheiden und eine Zwischenpräsentation für den Spielleiter machen. Das ganze wird dann noch mit einer völlig gehypten Abschlusspräsentation im Anzug garniert (wird auch extra so vom Dozenten lanciert). Einige Leute drehen dann da völlig ab und machen eigene Filme oder Hochglanzjahresberichte, wo dann die anderen Gruppen natürlich nachziehen müssen. Absoluter Zeitkiller!
- Logistik: Vorlesung mit viel Stoff, den man auch komplett in der Klausur können muss. SCM runterbeten, ein wenig Mathe/Matrizen, Gozinthographen, ABC-Analysen. Der Dozent steht auf Buzzwörter, also entsprechend die Klausur schreiben..
- Seminar Wirtschaft/Informatik: Ca. 30-seitige Ausarbeitung + 45 minütige Präsentation zu einem vorher vorgegebenem Thema in 2er Teams. Wir hatten Integration von Voice-over-IP als Thema. Klingt ja alles ganz interessant. Allerdings kann man sich das Szenario, die Alternativen, und sogar die Kosten der Alternativen komplett ausdenken, es muss nur logisch sein. Das macht die ganze Ausarbeitung allerdings total sinnlos...
Schwerpunktfächer- Ecommerce: Pflichtfach beim Bachelorstudiengang. Grundlagen zum Thema Electronic Commerce, viele verschiedene Themen (von Prozessdefinition, über XML und e-Payment bis hin zu Business Intelligence), die aber alle nur angekratzt werden. Für Informatiker kein Problem, da nicht zu tiefgehend.
- CRM: Grundlagen CRM. Dabei geht es primär um die Grundlagen der Anpassung an den Kunden, der Bindung des Kunden. Die Vorlesung besteht zu einem Drittel aus Präsentationen der Teilnehmer und Dozent erklärt dann, was da dran gut war und im Sinne des CRM und was nicht. In der Klausur muss man dann eine CRM-Strategie im B2C Bereich für einen Konzern aufbauen (Cross-Selling Potenziale ausnutzen, Werbe-/Marketingideen, Segmentierung, etc).
- Strategisches Marketing: Nicht mehr allzu produktbezogenes Marketing. Der Vorlesungsaufbau ist ähnlich CRM. Auch in der Klausur muss eine Marketingstrategie für ein Unternehmen entwickelt werden (Segmentierung, Marktaufteilung, etc), bei dem man komplett freie Hand hat. Also ist eigentlich nur etwas Kreativität in den 2 Stunden nötig.
- Datenbankgestützte Informationssysteme: Einführung in die fortgeschrittene SQL Programmierung mit Oracle sowie eine Topeinführung in das Thema Data Warehousing. Die Klausur ist auch extrem fair gestellt. Wer sich für fortgeschrittene Datenbankaufgaben interessiert, sollte hier auf jeden Fall hin.
- Datenbankgestützte Informationssysteme Projekt: Hier gibt es ein Projekt mit starkem DB Hintergrund und mit Webhintergrund zu erledigen, beispielsweise die Erstellung eines Schiffahrtsportals für Seehäfen oder die Erstellung eines kleinen Wikiprototypen mit AJAX Features. Unsere Gruppe (4-6 Leute jeweils) musste Morfik, eine Applikation zum schnellen Erstellen von Web 2.0 Anwendungen evaluieren und eine prototypische Applikation entwickeln. Das Ergebnis war in unserem Fall eine ziemlich lange Ausarbeitung auf Diplomarbeitsniveau, 3 Präsentation (Zwischenstände) sowie die kleine Applikation. Ist auch ein durchaus interessantes Fach. Des Weiteren ist die DBIS Vorlesung kein Musskriterium, um hier teilnehmen zu dürfen.
Wahlpflichtfächer- Business Englisch: Wer auf dem Gymnasium war, wird hier überhaupt keine Probleme haben. Einfach mitnehmen - macht sich immer gut.
- IT-Security: Englisch gehaltene Vorlesung von einem externen Dozenten, der sich zwar schon etwas mit dem Thema beschäftigt hat, der aber merklich kaum über die Grundlagen hinausgeht. Nicht allzu interessant, aber was macht man nicht alles mit

Meine EmpfehlungWow, wer an dieser Stelle immer noch mitliest, hat anscheinend wirklich wenig zu tun. Kommen wir nun zum Schlußsatz. Der soll ja nie zu negativ sein. Das gesamte Studium ist nicht übergalaktisch schwer (wenn man vorher entweder schon etwas Richtung Informatik oder Wirtschaft gemacht hat, erleichtert das einem mit Sicherheit das Leben), man hat allerdings ein Problem, wenn man in den ersten Semestern mehr als 2 Prüfungen wiederholen muss, dann kann man quasi schon ein Semester dran hängen. Ein dickes Pro ist der direkte Kontakt zu den Professoren, die niedrigen Lebenshaltungskosten und die kleine eingespielte Gemeinschaft und Lerngruppen, die sich formen. Die dicken Kontras sind die tote Stadt und das letzte Semester, welches mir persönlich überhaupt keinen Spaß mehr gemacht hat. Die Zeit, in der man nochmal mit allen Freunden in Ruhe rumhängen will, weil das echte Leben[tm] bald beginnt, wird hier dank der Fächer auf ein Minimum reduziert. Man arbeitet teilweise die Wochenenden durch. Die Professoren werden jetzt mit erhobenem Zeigefinger und fachmännischem "Ich habe die böse Welt da draußen gesehen"-Blick behaupten, sie bereiten uns doch nur aufs harte Leben vor. Danke, zu freundlich, muss aber echt nicht sein. Und das echte Unileben fehlt hier einfach. Jetzt muss jeder selber entscheiden, was er will und ob er es in Wilhelmshaven will. Leute lernt man hier schnell und viele kennen, das ist kein Problem, wie überall anders auch nicht. Für mich selber würde ich da nicht nochmal studieren, das mag aber auch da dran liegen, dass ich vielleicht nicht noch einmal direkt Wirtschaftsinformatik studieren würde, da es für mich weitaus interessantere Fächer gibt - die aber sind meistens an Unis. Und jetzt, viel Spaß bei eurer Entscheidung! 
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