Das Thema Mitarbeitermotivation liegt mir ja immer besonders am Herzen, vor allem weil es da mehr Meinungen als Menschen gibt. Als ich mich neulich mit einer Freundin unterhalten habe, und meinte, man muss alles Menschenmögliche tun, damit der Mitarbeiter sich wohlfühlt und entfalten kann, und das gerade das bei jedem Mitarbeiter anders ist - der Programmierer interessiert sich vielleicht nicht für den ergonomischen neuen Sessel, dafür aber umso mehr für das neue 49" Plasma LCD am Arbeitsplatz (jaja, Klischee, ich weiss!) - habe ich, wie oftmals bei meinen nicht allzu tayloristisch angehauchten Thesen mit Fokus Dienstleistung mehr Spott und Hohn als Anerkennung geerntet. Ich denke, es gibt auch innerhalb jeder Firma die allgemeine und die spezielle Mitarbeitermotivation. Die allgemeine Motivation ist ein Klima zum Wohlfühlen für alle, zum Beispiel warme und kalte Getränke umsonst oder auch Obst oder Sonderurlaub bei bestimmten Ereignissen, bei denen es nicht vorgeschrieben ist (größtes Problem ist hier, dass man derartige Sachen nicht mehr rückgangig machen kann, wenn man die als Firmenleitung einmal einführt, da dies einen extrem negativen Wert auf die Motivation hätte). Das spezielle ist die Motivation des Invididuellen. Das können Zuschüsse zu Sportklamotten sein, wenn man dafür in einem Trikot der Firma bei einem Marathon aufläuft (finde ich persönlich eine Super Sache!). Manchmal, wie im Fall einer meiner Mitstudenten, sind es auch Dinge, die mich persönlich entweder stören würden oder die mir schlicht und einfach egal sind. So hat dieser sich mit dem eigenen Namen im Telefonbuch und sofortigen Adminrecht am Arbeitsplatz sehr motiviert gefühlt, zusammen mit dem Angebot, Models im Auftrag des Luxuskleidungsherstellers, bei dem er tätig ist, von A nach B in einem brandneuen Mini Cooper S zu fahren. Manchmal sind es halt doch die materiellen Dinge.
Und daher hier nochmal mein Tipp an alle, die andere Leute führen. Wenn ihr euer Team nicht kennt, redet mit ihnen. Redet lange, redet oft. Findet heraus, womit ihr eure Leute motivieren könnt. Und balanciert es innerhalb der Firma aus. Neid ist dafür geschaffen, aus der persönlichen Motivation einer einzelnen Person ein Inhibitor für die Motivation aller anderen zu sein. Motivation ist außerdem schnelllebig. Viele Berufseinsteiger kann man beispielsweise mit Dienstwagen ködern. Aber nur ködern, nicht halten, und schon gar nicht dauerhaft motivieren.
So, nun aber genug Managementtheorie für den Tag. Ich bin ja nur Student und dann noch Informatiker, da darf man von Human Capital und Führung keine Ahnung haben, nur viele Theorien. Wenn ihr Langeweile habt, schreibt doch mal in die Kommentare, mit was ihr euch motivieren lassen würdet. Und bitte keine Boni/Firmenanteil Kommentare. Das ist nicht Motivation 2.0 