Es war mal wieder viel Ruhe. Man könnte glatt denken, ich arbeite viel. Oder mache am Wochenende viel Pause. Dies überlasse ich aber geneigten Leser. Und da ich heute auch keine Lust habe, die Links in einer Liste unterzubringen, werde ich mal den kleinen Faber spielen (und habe damit direkt den ersten Kalauer gelandet, das wird ein Superartikel).
Was waren die bewegensten Themen der letzen Woche? Das sich unser Bundesinnenminister (seit neuestem auch Experte für relative Armut) des öfteren selbst widerspricht und von großer Freiheit, die der Staat erlaubt, wenn er kiloweise Informationen erhebt, ist ja eigentlich nichts neues mehr (wobei man manche Leute doch mit der schieren Menge erschrecken kann). Dass aber der Spiegel sich aufgrund des Holzklotz-Attentats nahe Oldenburg erlaubt, von überzogener Rasterfahndung zu sprechen, könnte einen ja schon fast verwundern. Sollte dort jemand wachwerden? Erfreulich war allerdings, dass auch das Indianeroberhaupt freizügig und offen zugibt, keine Ahnung zu haben und dabei noch total problemlos alle Arbeitslosen beleidigt. Zwischendrin lizenziert mein Bundesland aber eben noch das Internet. Apropos mein Bundesland, das Versammlungsgesetz wurde auch noch nebenbei beschnitten.
Was ja bereits alle wußten, dass Cracker und Lobbyisten ja eigentlich die selben Arbeitsansätze haben. Apropos, ich meinte ich hätte schon über das Bilderbergertreffen dieses Jahr berichtet.
Die Börse verstehe ich übrigens immer noch nicht, aber das hatte ich im Zusammenhang mit Umbro schon mal erwähnt. Microsoft, Google und Apple legen Quartalsberichte mit zum Teil unglaublichen Steigerungen hin. Aber die "Börse honoriert das nicht" - allein für diesen Satz könnte ich jemanden erschiessen.
Ganz wichtig für diese Woche war natürlich der Artikel eines deutschen Leitmediums im Printbereich, der Weblogs jede Bedeutung absprach. Der Spiegelfechter hat dann mal die Pro-Kopf Rechnung gemacht, und siehe da, anscheinend ist das Input/Output Verhältnis dann doch irgendwie anders. Ob es jetzt allerdings akkurater ist, ist ein anderes Thema. Relevanz zu bewerten, ist eigentlich sowieso ein sinnloses Unterfangen. Es gibt wichtigeres, oder auch nicht. Viel interessanter finde ich diese Statistik, die dem Medium Print einen langsamen Tod vorhersagt. Ich persönlich sehe mich ja in 10 Jahren auch noch nicht mit einer Tageszeitung in der Hand. Lesenswert zum Spiegel Artikel ist auf jeden Fall dieser Eintrag in Maltes Blog, teilweise Indiskretion Ehrensache sowie zu gut erletzt die Nachdenkseiten. In der Blogbar gibt es noch einen netten Artikel zum Thema Huffington Post.
Was steht noch auf dem Wochenprogramm? Richtig, Technik und Privacy. Zu letzterem sind in der letzten Woche mehrere Tips durch die Welt gegangen, wie man das Prefetching des Firefox abschaltet. In der Technik Sektion habe ich natürlich die wöchentlich für mich spannenden Grails News zusammengetragen, aber auch JavaScript Frameworks wie Dojo mit netten Tabellenfeatures sollen nicht zu kurz kommen. Im Grails Bereich gibt es ein nettes Metro Plugin, um schnell und einfach Web Services zu implementieren, sowie die nette Spielerei der graphischen Darstellung von Domainklassen. Clustering für Postgres ist ein weiterer interessanter Punkt. Ich hatte gehofft, dass das Linux Freerunner Openmoko Phone jetzt einsatzbereit für den Endusereinsatz ist - es scheint aber nicht so, ich habe aktuell ein Samsung SGH U700, und bin davon bis jetzt aber nicht sehr begeistert, den Rant schreibe ich auch noch die nächsten Tage. Der absolute Bummer diese Woche für mich ist die Ankündigung von Google, seinen eigenen Browser zu entwickeln. Ob das bedeutet, dass Microsoft sich jetzt Sorgen machen sollte, hat sich dann in meinen Augen relativiert, als es lediglich um Gears ging. Oder habe ich da von der Funktionalität so viel inzwischen verpasst?
Und zu gut erletzt, kommen wir wieder zum Part der guten Laune in diesem Artikel. Zum einen ist es toll anzuhören, wenn Kalkofe dem Fernsehen einen richtigen Tritt verpasst (wobei ich immer noch zutiefst hoffe, dass seine beiden Wixxxer Filme wirklich nur ganz böse Ausrutscher waren) - und das obwohl er auch hätte draufhauen können. Das wirklich tolle am Internet ist aber ja, dass man immer wieder auf einem Unbekannte Künstler stößt, die wirklich tolle witzige Musik machen. Außerdem braucht man demnächst kein Anti-Mücken Spray mehr (wieso ist man nicht schon vorher auf diese total einfach Idee gekommen, ein Super Klingelton!). Solange man noch nach Dschungelmilch riecht, kann aber genauso gut stylische USB Sticks benutzen, damit man von verwirrt ausschauhenden Menschen angesprochen wird.
Und immer dran denken, getreu dem Motto aus Muxmäuschenstill: Denunziere deinen Nächsten!