Da ich momentan viel zu viele Bücher parallel lese, kriege ich irgendwie keines so wirklich fertig.
The Traveller von John Twelve Hawks ist ein Science-Fiction Roman mit starken Realitätsbezug. Die Geschichte handelt von sogenannten Travellern, die aufgrund ihrer Fähigkeiten unterschiedliche Dimensionen besuchen können (eine Art Seelenreise). Es gibt die Geheimorganisation der Brethen, die die Traveller ausrotten wollen und die Harlequins, eine ausgebildete Kriegerkaste, die sie beschützen. Die Brethen glauben daran, dass eine Gesellschaft nur dann stabil ist, wenn sie eingesperrt und unter Kontrolle ist und der Zufall nicht mehr existiert. Soweit eine relativ einfach gestrickte Story, die aber wie bei vielen Büchern (so beispielsweise auch 1984) lediglich der Aufhänger für die Darstellung einer Gesellschaft ist, in der man sich der elektronischen Überwachung nicht mehr entziehen kann und ein Panoptikon längst errichtet worden ist, ohne dass ein einziger Ziegel dafür nötig war. Durch die Möglichkeiten der schnellen Auswertung mit Hilfe von Software kann sich niemand der "Vast Machine" (so heisst dort die Möglichkeit der omnipräsenten Überwachung) entziehen, außer er lebt sehr enthaltsam und mit wenig Kontakt mit der Außenwelt. Leider ist das Buch der Auftakt zu einer Trilogie, so dass ich mir wohl jetzt erst noch die anderen Bände besorgen muss, dass dieses Buch sehr abrupt endet. Trotzdem kann man hier allein aufgrund der Darstellung der Gesellschaft ruhigen Gewissens eine Empfehlung als seichte Lektüre für nebenbei aussprechen.