Samstag gekauft und Sonntag durchgelesen. Ein Buch, das fesselt. Und gleichzeitig schockiert. Und das nicht zu knapp. Das
Buch von Andres Veiel behandelt. Ein Jugendlicher wird von drei anderen Jugendlichen gequält und anschließend umgebracht. Passiert ist das
ganze 2002 in Potzlow. Sowohl bei den vorausgegangenen Quälereien als auch bei der anschließenden Suche nach dem Vermissten schweigt das gesamte Dorf. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und beginnt mit Interviews der Beteiligten ohne Analyse und Interpretation, welche im zweiten Teil folgt. Der dritte Teil beschäftigt sich unter anderem mit der nicht zu unterschätzenden Vergangenheit des Dorfes. Der erste Teil ist auch der mit Abstand krasseste. Das Gefühl einer Parallelwelt schleicht sich hier ein. Die Menschen die erzählen, sind von meinem Alltag genauso weit weg wie die Antarktis. Es scheint, als besteht ein Tag da nur aus Alkohol, dass alle mit allen trinken. Jeder Satz läuft über vor billigen Ressentiments gegenüber anderen Menschen und immer existiert ein gewisser Grundpegel an Hass. Und auch die Gleichgültig, mit der auf den Mord reagiert wird, ist unglaublich. Hier greift dann der ausgezeichnete Analyse Teil, der versucht, all das zu erklären. Es fällt schwer, hier alles in einem kurzen Eintrag unterzubringen, daher mache ich es heute mal kurz:
Harter Tobak, aber Pflichtlektüre!