In diesem Post soll es ausnahmsweise mal wieder um die richtige Piraterie, also die auf dem Wasser, gehen. Nachdem sich die mediale Welle um den Riesentanker mal wieder beruhigt hat, wären ja ein paar, nunja Hintergrundinformationen über das gesamte Problem in Presse ja mit Sicherheit interessant zu lesen gewesen. Stattdessen habe ich in der letzten Zeit nur einen einzigen wirklich interessanten Artikel zu dem Thema gelesen, und das war auf Telepolis: Von
Spin-Doktoren, Speedbooten under Shoppingliste der See-Piraten. Der Artikel birgt mehr als nur einige Überraschungen, die allerdings allesamt durchaus Interpretationsmöglichkeiten offenlassen, wieso bestimmte Staaten (darunter auch Deutschland) so zwingend die Anwesenheit der Marine in den jeweiligen Gebieten fordern. Da kapern Piraten Schiffe, die angeblich mit Farbe beladen sind. Angriffe mit 15 bis 20 Speedboats auf einen Frachter scheint es auch zu geben. Das heisst ja erst einmal, dass die Piraten gute Quellen haben, welche Schiffe sich wirklich lohnen. Nehmen wir nun einmal an, einer dieser Frachter transportiert Dinge, von denen der Frachterkapitän nichts weiss (Abfall, Waffen), die ein Staat nicht mit sich in Verbindung bringen will. Zum einen besteht die Maulwurfgefahr, und zum anderen ein PR Disaster. Niemand überfällt riesige Schiffe, um Dinge zu stehlen, die man in jedem Supermarkt bekommen kann (oder zumindest auf dem Langweg weitaus einfacher zu beschaffen wären). Warum also diese Schiffe wirklich überfallen worden sind, und vor allem, welche Ladung sie innehatten, ist das, was weitgehend unbekannt bleibt. Und genau deswegen wird dieses ganze Phänomen vorerst genau so weitergehen wie bisher.