Der Streik der MVG hat erste Tote gefordert. Allerdings nur hirntot. Bis jetzt. Nehmen wir an, sie wären Führungskraft und hätten Verantwortung über 20 Leute. Und sie erfahren von dem Streik der MVG (betroffen waren U-Bahn, Tram und Bus, München stand also im Prinzip). Nun gibt es Möglichkeit Nummer eins: Man sagt, jeder, der morgen nicht kann, bekommt einen Tag Urlaub abgezogen. Für Leute, die mehr als eine Stunde Anfahrt haben, mit Sicherheit eine entspannte Alternative, als völlig unausgeschlafen und unproduktiv zu arbeiten. Haken an der Sache: Benötigt Entscheider mit Führungskompetenz. Kommen wir also zur Möglichkeit Nummer zwei: Man läuft den ganzen Tag davor wie von der Tarantel gestochen zu allen Mitarbeitern und schärft diesen ein, dass man sofort ein amtsärztliches Attest sehen will, wenn am Streiktag jemand krank ist. Das ganze ist ja noch grenzwertig ok (wenn man Führungsmodelle nicht verstanden hat). Lächerlich wird es dann aber, wenn man dann abends am Vortag bescheid gibt, dass man morgen nicht kommt, weil "die halbe Stunde Fußweg zu weit ist" und man da keine Lust drauf hat. No kidding. Zumindest hat man jetzt eine wirkungsvolle Methode, wie man innerhalb kürzester Zeit sämtliche Führungsautorität nachhaltig begraben kann. Mehr als ehrfurchtsvolles Schweigen fällt einem da eigentlich nicht mehr zu ein.
Disclaimer: a) Viel Ironie bzgl. des Themas Tod (bevor die Abendzeitung etwas abschreibt) und b) So ist es nicht in meiner Firma passiert, aber jemandem in meinem direkten Umfeld im öffentlichen Dienst.