Donnerstag, 12. Februar 2009
Montag war wieder Webmontag in der Media Design Hochschule. Aufgrund der Übung ist die Organisation da inzwischen total reibungslos. Von Namensschildern über Häppchen bis mehr als genug Getränke ist alles dabei, was man sich wünschen kann. Großes Lob an die Veranstalter. Kommen wir aber nun zu den Vorträgen: - Techevents in München: Ein kurzer Vortrag von Nils Hitze über anstehende Events für Entwickler und Nerds in München. München ist in dem Bereich gar nicht so tot wie es immer scheint. Man muss sie nur suchen. Und es fehlt einfach an Vernetzung. Die Java Gruppen scheinen mir zum Beispiel sehr stark abgeschottet von den verschiedenen LUGs zu sein, was eigentlich überhaupt keinen Sinn macht, denn genau da laufen ja viele Java Applikationen. Hier ist einfach noch viel Kommunikation und Brücken schlagen nötig. Aber Nils macht da immer einen Super Anfang
 - Spieltheorien als Erfolgsrezepte von Communities und Social Networks. Joachim Graf wollte vielleicht auf die Spieltheorie eingehen, wurde aber leider durch den rapiden Zeitplan sehr arg zusammengedrückt. Was dabei rauskam, war eigentlich nur das, was die meisten Betriebswirtschaftler und Marketingleute sowieso in den ersten Voresungen lernen: Maslows Bedürfnispyramide, ein wenig auf Social Networks gemünzt und dann war die Zeit auch schon um.
- Mindmeister - Vorstellung neuer Features: Till Vollmer hat neue Features bei Mindmeister vorgestellt - ok, die Features waren jetzt nicht so der Hammer, es ging darum, dass man auch Bilder in die Mindmaps einbinden kann. Abgesehen davon muss ich aber sagen, dass das ein Supertool ist und die Entwickler da nur mit JavaScript ein Hammerprodukt hingestellt haben. Das ganze basiert auf Ruby on Rails und benötigt nichtmal eine Hand voll Server bei mehreren hundert parallelen Connections. Respekt. Leider habe ich vergessen zu fragen, welches JavaScript Toolkit da benutzt wird. Die anwesenden Dojo Entwickler hatten sich das auch gefragt.
- Twidox - ein Dokumentenaustauschdienst. Vom Produkt her klingt das erstmal nicht so innovativ, die interessanten Dinge hat Nicholas MacGowan von Holstein allerdings auch eher zwischen den Zeilen erzählt. Technisch interessant ist, das jedes Dokument mit einem Flash Viewer angesehen wird, um Bandbreite zu sparen, es allerdings auch in der Volltextversion zur Verfügung steht, damit es von Spidern gefunden wird. Soweit erstmal nichts besonderes, der Flash Viewer dient in diesem Fall dazu, dass Dokumente auch in Ländern mit geringer Bandbreite und abbrechenden Verbindungen angeschaut werden können, ohne dass das gesamte Dokument heruntergeladen werden muss. Aktuell liegen 60.000 Dokumente auf der Seite - die auschließlich den Fokus auf hochwertige Dokumente hat, also Dokumentation, Regierungsdokumente etc - allerdings liegt eine Anfrage des US State departments für weitere 1,1 Mio Dokumente vor. Mit Sicherheit eine technische Herausforderung. Auch die Zusammenarbeit mit der UN finde ich ziemlich cool. Da hat jemand sehr interessante Verbindungen. Nicht genannt wurde bis jetzt der Grund, dass derartige Insititutionen diese Plattform veröffentlichen. Ich vermute mal, es gibt für gewisse Dokumente eine digitale Veröffentlichungspflicht, welche so natürlich gleichzeitig mit einer Indizierung vorgenommen werden könnte. Sehr interessante Sache, ich hoffe dass es klappt.
- Zwischendurch war dann mal wieder Spirofrog Werbung angesagt. Ein dickes Banner hätte es da auch getan.
- Kommen wir nun zum großen Nebel des Abends: Jan Linhart und seine planetarische Agora. Der Sprecher kam leider nicht so richtig mit dem kurzen 7 Minuten Zeitlimit klar, so dass eigentlich nicht so wirklich rüberkam, wie diese Plattform für mehr demokratisches Engagement und und "glokale Selbstbestimmung" (dieses Wort ist mir irgendwie.. ich weiss auch nicht). Prinzipiell finde ich die Idee super und würde mir wünschen, das Thema einfach nochmal in einer längeren Runde erläutert zu bekommen, ohne Zeitdruck. So weiss ich leider überhaupt nicht, was ich davon halten soll.
- Gutscheine verkaufen: Thomas Steele hat hier mit der Schenkando GmbH prinzipiell eine Super Idee aufgetan. Die Möglichkeit, seine ungewollten Gutscheine zu verkaufen und somit doch noch zu monetarisieren, anstatt bei Douglas irgendein ein Rattengift zu ersteigern, was einzig und allein dazu dient, die Schwiegermutter ins Wachkoma zu versetzen. Das ganze basiert auf der Idee, dass vom Gutschein nicht der gesamte Betrag, sondern "lediglich" ein hoher Prozentsatz, was für den Verkäufer ja immer noch besser als ein abgelaufener Gutschein ist. Das ganze benötigt natürlich eine gewisse initiale Liquidität. Ich hoffe für die Jungs, dass das ganze rund anläuft, weil ich das wirklich eine coole (und vor allem im Kern total einfache) Idee halte.
- MyOn ID: Christian Hubel von MyOn ID hat hier einmal in die Geheimnisse des Online Reputations Managements eingeweiht. Nun, abgesehen von ein paar Plattitüden ("Wer bei Google nicht auffindbar ist, existiert nicht" gilt für Leute wie die Webmontag Besucher/Digital Natives, aber nicht zwingend für die anderen 99,9% der Bevölkerung, aber ich verbuche das mal unter Werbung). Prinzipiell finde ich das Konzept, dass es eine Seite gibt, in der die Informationen präsentiert werden, die ich im Internet mit meiner Person verbunden wissen will (ich weiss, kein gutes Deutsch), extrem intelligent. MyOn ID verfolgt hier ähnlich Xing ein Premiumkonzept, bei dem diese Seite logofrei ist und mit einer eigenen Domain versehen kann. Ein weiterer Riesenvorteil ist der Notification Service, der benachrichtigt, wenn etwas neues über die eigene Person geschrieben wird (an alle, die über einen solchen Link hierhin gefunden haben: Gerne kommentieren). Ob das nun für technisch affine Menschen wichtig ist, sei mal dahin gestellt, aber da es hier überhaupt nicht um diese Zielgruppe geht, finde ich das voll ok. Die Firma dahinter hat schon zwei Finanzierungsrunden hinter sich (eine davon mit T-Venture), so dass sie aus dem gröbsten raus sind. Interessante Sache insgesamt.
- MIKI: Irgendwie hab ich hier gar nicht zugehört.
- ChannelQ: Irgendwas mit Online spielen. Da war ich schon mit jemand anderem am Reden, das ganze ging thematisch ziemlich an mir vorbei.
An den letzten beiden Vorträgen merkt man entweder, dass ich da schon zuviel Bier hatte oder zur Generation Twitter gehöre, die nicht mehr so viel auf einmal aufnehmen kann. Oder ich war schon in Gespräche vertieft. Aber man kann ja auch nicht alles mitbekommen. Insgesamt mal wieder eine gelungene Veranstaltung, die auf den nächsten Webmontag hoffen lässt.
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