Christian Rickens hat
dieses Buch zwar bereits im August des letzten Jahres veröffentlicht, dennoch habe ich es mir erst irgendwie vor ein paar Wochen gekauft. Nicht weil ich "die neuen Spießer" schlecht fand, sondern weil mich der reisserische Titel irgendwie immer etwas abgeschreckt und nach gemäßigten Alternativen hat schauen lassen.Im Nachhinein ärgert das etwas. Es handelt sich hier nämlich wirklich um ein höchst interessantes Buch. Zum einen wusste ich nicht, dass Herr Rickens derart mit den Leuten von der ZIA (Passig, Friebe, Lobo et al) verbunden ist, zum anderen bietet es aber inhaltlich auch viel neues und anders interpretiertes. Links bedeutet hier eben nicht den fest "dagegen" stehenden Begriff, sondern eine sehr breitgefächerte Interpretation mit Punkten, die aus radikalen Standpunkten vielleicht nicht links angesehen werden. Gleichzeitig wird aber oft das von der SPD in den letzten Jahren realisierte Reformprogramm als "links" verkauft, was es nun auch nicht so wirklich ist. Nichtsdestotrotz überwiegen in diesem Punkt allerdings die vielen Punkte, die überhaupt erst beschreiben, wie man linkes Denken über die nationalen Grenzen hinweg realisieren könnte.
Interessant ist allerdings auch, dass das Buch lediglich eine Hand voll Rezensionen auf amazon hat. Eventuell hat es einfach nicht den Absatz erfahren. Das kann man aber ruhigen Gewissens ändern, wenn man gerade mal wieder auf der Suche nach interessanter, kurzer und kurzweiliger Lektüre ist.