Freitag, 13. März 2009
Letzten Dienstag war ich auf dem Spring Expert Day, einem von SpringSource veranstalteten Event mit Neuerungen rund um das Spring3 Release in der Spring Welt. Ich werde hier ein wenig auf die Vorträge eingehen. Insgesamt war das Event gut organisiert, mit 90 EUR bezahlbar und das Drumherum und Leute kennenlernen kam auch nicht zu kurz. Auch das Essen war exzellent, leider war mir an dem Tag mein Magen nicht hold, so dass ich kaum etwas gegessen habe. Nun aber zu den Vorträgen: - Überblick über Spring 3 von Jürgen Holler: Der Vize von Spring hat seinen Standard Talk über die Neuerungen von Spring gehalten, so dass es nicht zu schlimm war, dass ich die ersten 5 Minuten verpasst hatte. Wer sich den ähnlichen Talk bei parleys von der Spring One anschaut, bekommt mehr Informationen.
- SpringSource dm Server von Eberhard Wolff: Ein brandheißes Thema, leider etwas vertriebsnah und wenig technisch. Für mich interessant an diesem OSGI Produkt Bundle ist die Eclipse Integration und vor allem die Möglichkeit, während des Deployments eines Bundles die Aufrufe an das Bundle zu cachen und dann nach dem Deployment normal weiter zu machen. Sehr coole Lösung um die Downtime zu minimieren. Der Talk gab allerdings zum Abschluss noch das Gefühl, das hier noch viel getestet werden muss.
- Web Anwendungen und mehr mit Spring von Agim Emruli: Der Talk, von dem ich mir am meisten erhofft hatte. War allerdings zum einen nur eine kurze Reise durch die REST Features von Spring 3 und zum anderen die Ankündigung, dass Spring einen weiteren Layer zwischen Spring JSF und JavaScript packen will, der dann generisch unterschiedliche JavaScript-Frameworks anspricht. Dennoch muss man sich mit dem jeweiligen JS Framework auskennen, in der Präsentation wurde nämlich Dojo Code präsentiert - ohne dass das gesagt wurde. Ich habe allein aufgrund des Talks nicht einen Grund sehen können, wieso ich diesen Zwischenlayer einziehen wollen würde. Zusätzlich lässt sich dieses JavaScript noch als JSF Tag um andere JSF Tags wrappen, was auch nur sinnvoll ist, wenn ich keine JSF Ajax Bibliothek nutze (heutzutage ja eher unwahrscheinlich). Da hier überhaupt nicht Grails geklaut wird, bekommt man da ein wenig das Gefühl, das Grails intern noch als Satellitenprojekt gehandhabt wird. Und auf DWR wurde leider überhaupt nicht eingegangen.
- Anwendungsbeispiel einzelner Spring Komponenten wie Spring Integration, Spring Batch und Spring Web Services anhand einer Kundenanforderung von Eberhard Wolff: Da der Vortragende zum Thema Spring Security leider krank war, wurde dieser Talk eingeschoben. Und war der mit Abstand interessanteste Vortrag des Tages, eben weil er als einziger aus der Praxis kam bzw. Bezug hatte und man einfach mal gezeigt bekommen hat, wie und wo welche Spring Technologie eingesetzt wird. Davon hätte ich mir sehr viel mehr gewünscht. Spring Integration wurde sehr schön erklärt, ebenso Spring Web Services und Spring Batch mit je einem passenden Anwendungsfall.
- Entwicklungswerkzeuge für Spring und OSGI von Christian Dupuis: Hier wurde die STS ein wenig genauer durchleuchtet sowie die Features. Hier musste meine Konzentration leider der Krankheit weichen, so dass ich auch nicht wirklich verstanden habe, welche der Features jetzt in der kommerziellen Version enthalten sind, und welche Features auch in der der Spring IDE funktionieren (demnächst zumindest).
- Management von Spring Anwendungen mit SpringSource AMS von Agim Emruli: Wieder ein hochinteressantes Thema, leider aber ein kommerzielles Produkt. Leider richtete sich der Vortrag didaktisch auch eher ans Management als an Software Entwickler, so dass einige Dinge zig mal wiederholt wurden, bis man dann nicht mehr zugehört hat. Ansonsten klingt das Application Management System sehr interessant, da es sämtliche Teile einer Spring Anwendung von alleine monitort (vor allem aber auch eingreifen kann bei bestimmten Events). Interessant ist hier zum Beispiel der Transaction Manager, um zu sehen wieviele Commits fehlschlagen etc. Mit Hilfe von AspectJ wird hier ein minimaler Overhead erzeugt, der die Calls anfängt, so dass das Messen der Performance die eigentlich Geschwindigkeit der Anwendung nicht großartig einschränken sollte. Zusätzlich reicht es, eine Jar Datei mit in die Software zu hängen und schon kann die Anwendung als Agent an einen zentralen Monitoring Server reporten. Insgesamt also eine sehr coole Idee. Nur werde ich sie niemals zu Gesicht bekommen.
- Fragen und Antworten im Panel mit den Vortragenden: Der Abschluss der Konferenz bildete noch eine letzte Möglichkeit, den Vortragenden Fragen zu stellen. Etwas größer thematisiert wurde hier natürlich das Voting der aktuellen JEE 6 Spezifikation und damit der JSR 299 im Besonderen, der ja sehr stark von JBoss gepusht wurde. Das JSR hebelt wohl zum einen die Grundgedanken anderer JSRs aus (jede Klasse ist eine Webbean und muss nicht extra so markiert werden) und beinhaltet inverhältnismäßig viele unterschiedliche Themen. Abgesehen davon wird aufgrund der Verspätung Spring 3 wohl vor JEE 6 rauskommen, wa so eigentlich nicht geplant war. Ansonsten gab es da noch ein paar kleinere Fragen, an die ich mich aber nicht mehr erinnern kann. Ich wollte dann auch nur noch nach Hause, nach 10 Stunden.
Für mich interessant war es allemal, allerdings würde ich mir für die nächste Veranstaltung mehr praktisch veranlagte Vorträge wünschen. Einen guten und gut zusammengefassten Überblick bekommt man aber allemal.
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