Direkt vorweg: Man sollte über den vielleicht reisserischen Titel dieses
Werks von Bruno Bandulet hinwegwesen. Das Buch lieferteine interessante Einsicht über die Reise des Goldes bis in die Gegenwart und wieso als Zahlungsmittel alles andere als verkehrt ist - natürlich immer unter der Prämisse, dass es sich um einen endlichen Rohstoff handelt (sobald irgendein Alchimist herausfindet, wie man das Zeug synthetisiert, ist es genauso wertlos wie Falschgeld). Alle aktuellen Währungen - allen voran natürlich der Dollar - kranken an dem Problem, dass sie an nichts gebunden sind und es für das gedruckte Papier keinerlei Gegenwert in irgendeinem Safe gibt. Die Schweiz hat als letztes die Bindung der Währung an Gold aufgehoben. Damit kann man jedes Problem mit dem weiteren Drucken von Dollars lösen (wie die Fed es auch bisher gelöst hat). Es wird außerdem erläutert, wieso Gold seit Dekaden ein gutes Investment ist, der lediglich durch temporäre Manipulationen großer Institutionen stärkeren Kursschwankungen unterlag. Das Buch ist gespickt mit vielen interessanten Informationen abseits des Fürsprechens von Gold. Deutschland beispielsweise lagert sein Gold in Manhatten, als fast einzigstes Land liegt ein Großteil der Vorräte nicht in der Heimat. Die Fed scheint ein ziemlich unkontrollierbares Monster abseits staatlicher Kontrolle zu sein (die EZB hat den Auftrag unabhängig zu sein, ist dabei aber sehr dennoch transparenter nach außen). Wichtige Entscheidungen scheinen jedoch bei beiden manchmal absichtlich nicht nach außen zu dringen.
Was ich entweder besonders interessant oder fraglich finde, ist allerdings die Vorhersagung des Marktes mit Hilfe einer sogenannten "goldenen Konstante". Sollte so etwas in finanziell sehr nebulösen Zeiten aus Glaskugelsicht überhaupt möglich sein, indem man auf vergangenes Material verweist? (Ich bin auch kein Freund irgendwelcher zyklischen Theorien, auch nicht bei der Konjunktur).
Zum Abschluss: Wenn man Zeit hat, und sich für das Thema interessant, bekommt man eine Menge Wissen nebenbei. Geht aber noch nicht als Pflichtlektüre durch.