Vom Titel und der Beschreibung her hatte ich hier ein ganz heißes Buch erwartet. Pip Coburns "
The change function" erklärt, warum einige Technologien abheben, während andere vollständig gegen die Wand fahren. Der Grund darin liegt für Coburn zu einem großen Teil in der "Total perceived pain of adoption", also der Arbeit, die eine Umstellung von der aktuellen auf die neue Technologie erfordert, ohne dass der Benutzer Kilometer an Handbücher wälzen muss. Garniert wird das ganze mit Beispielen, wie IPOD, Fibre-to-the-premise, Satellitenradio (das den Durchbruch bis heute nicht geschafft hat) oder auch ISDN. Die Hauptkritik ist die Produktgläubigkeit des Managements statt der Fokusierung auf den User sowie langläufige Entwicklung anstatt kurze Iterationen mit Feedback potenzieller User. Nichts anderes findet heute langsam aber sicher in der Softwareentwicklung statt. Insofern ist dieses Buch vielleicht etwas für Leute, die einen Einblick kriegen wollen, wie man heutzutage schnell Produkte entwickelt und auf was man sich fokussieren sollte. Allerdings glaube ich, dass viele der Inhalte dieses Buches inzwischen obsolet geworden sind, da sie schon in die tägliche Entwicklungsarbeit geflossen sind. Zwischendurch eine ganz interessante und leicht zu lesende Lektüre, aber ansonsten als aktuelles Buch nur eingeschränkt zu empfehlen.