Da ich das diesjährige Barcamp in München auf der discuss & discover schon wieder verpasst habe, wollte ich wenigstens mal beim Cloud Camp bei Sun vor den Toren Münchens vorbeischauen. Es war zwar von der Organisation her eine Unconference, das ganze als ein Camp bei einer Länge von 4 Studen zu bezeichnen, ist irgendwie auch gewagt. Zu aller erst einmal war ich über die Quantität von Sponsoren und Unterstützern mehr als erstaunt für ein derart kleines Event. Fast
ein dutzend Firmen traten als Unterstützer auf und sicherten mir damit sowohl Essen als auch ein T-Shirt.
Nach der Einführung hatten die Sponsoren die Möglichkeit einen 5 minütigen Lightning Talk über ihre Firma und ihre Involvement mit Cloud Computing zu halten - sehr interessant, überhaupt mal zu erfahren, welche Firmen es in dem Bereich gibt. Ich bin eigentlich sowieso nur aus reiner Neugierde dahingegangen, weil ich mit Cloud Computing aktuell eigentlich nichts zu tun habe. Und vor allem nicht mit den dort besprochenen Themen um Cloud Computing. Hauptsächlich wurden Infrastrukturthemen (public vs. private, open source clouds, Security als Prozess, Vendor Lock-ins, etc) besprochen. Leider war keine einzige Erwähnung, was Cloud Computing für den Anwendungsentwickler bedeutet. Ich als Java Entwickler fände es natürlich super, wenn der Anwendungsentwickler gar nicht merkt, in welch komplexer Umgebung die Anwendung nachher deployed wird (Terracotta und Java wäre ein schönes Thema für eine eigene Session in nicht allzuferner Zukunft).
Aber aktuell geht es bei all den auftretenden Leuten da noch immer um die eigentlich Infrastruktur und darum, dieses Prinzip erstmal den Kunden schmackhaft zu machen. Am interessantesten waren dann die Sessions, bei denen sich alle für eine Stunde Teilnehmer in 4 Gruppen gesplittet haben, um dann ein Thema im Speziellen zu besprechen. Ich habe mich dann der Open Source/Vendor Lockin Gruppe angeschlossen, bei der es darum ging, dass Firmen wie VMWare es einem sehr leicht machen, Systeme in ihre Infrastruktur zu übernehmen, es aber ab dann nicht mehr möglich es, ein System schnell und einfach da raus zu lösen. VMWare spinnt diesen Gedanken (und das ist meine Sorge als Anwendungsentwickler) ja auch noch ein ganzes End weiter, und bietet mit SpringSource CloudFoundry gleich die passende Applikation, die demnächst wahrscheinlich ähnliche Vendor Lockins impliziert. Die Google App Engine zum Beispiel erlaubt es nicht, einen kompletten Datendump zu machen, sondern nur, sich durch seine eigenen Daten zu paginieren (ich hasse dieses Wort auf deutsch). Man ist dann nicht mehr Herr seiner Daten. Dieser Trend wird wohl vorerst noch zu nehmen auf allen Leveln (Infrastruktur und Applikation).
Dann folgte noch ein Talk zum Thema Security von einem Amazon Entwickler, und dann war der Tag für mich auch schon vorbei. Insgesamt also ganz interessant, aber für mich lohnt sich wohl aktuell nur ein Applikationsspezifisches Cloudcamp.