Es fällt schwer, dieses Buch zu kategorisieren. Es ist außerdem eines dieser Bücher, nach denen man nie sucht, die man nur zufällig im Regal findet. Günter Dück ist promovierter Mathematiker und einer der Chefforscher bei IBM. Und trotzdem schreibt er über kein technisches Thema, sondern nur wie Technik uns helfen kann, unterschiedliche Menschen in ihre perfekte Arbeitsumgebung einzugliedern.
Dazu fängt er ganz weit unten an (und das war schon sehr interessant). Bei der Einstufung von Persönlichkeiten mit Hilfe von Keirsey bzw dem Meyers-Briggs-Typindikator (interessant auch hier die Kritik an diesem System in dem Artikel).
Das Buch ist garniert mit Beispielen, wieso viele Meßsysteme (sei dies in der Wirtschaft oder in der Schule) das falsche Messen, weil sie lediglich auf einen bestimmten Typus von Person optimiert sind oder gar nur auf Erhaltung des Systems anstatt auf Erweiterung. Dass unsere Arbeitswelt inzwischen aber sehr viel komplexer ist, weiß eigentlich jeder, nur in die Art und Weise der unterschiedlichen Behandlung der Mitarbeiter hat dies noch keinen Einzug gehalten (zum Beispiel wird dies noch kompliziert bei Autisten, die vielleicht die Arbeit eines Dutzend anderer Mitarbeiter in einem Bruchteil der Zeit erledigen könnten, aber dennoch auch zwischendurch nicht berechenbar unproduktiv sind und noch einen Pädagogen im Team benötigen würden - aber in der Summe immer noch produktiver wären).
Insgesamt also eine absolute Leseempfehlung, allerdings sollte man sich für die 500 Seiten durchaus etwas Zeit nehmen, um auch noch drüber räsonieren zu können. Zusätzlich hat der Autor eine eigene Homepage (ok, das ist jetzt noch nichts schwer spezielles tolles) mitsamt regelmäßig erscheinender Kolumne. Sollte man mal abonnieren.