Wie in den letzten Jahren auch, habe ich mir auch dieses Jahr wieder "das kritische Jahrbuch" von Gerhard Wisnewski gegönnt. Mit 6,95 EUR ja auch durchaus im Rahmen. Die Bücher sind generell zwar nicht für bare Münze zu nehmen, sinnvolle Denkanstöße geben sie aber durchaus. Dennoch ist diese Version anders. Es wirkt, als wäre es nur nebenbei geschrieben worden - hektisch zusammengestellt. Vor allem aber wirkt es als Werbung für die anderen Bücher von Wisnewski, was man den letzten beiden Jahresrückschauen nicht anmerken konnte. Einige Beispiele
- Bereits im letzten Jahr wurde der Band die Bandbreite ein paar Seiten eingeräumt. Dieses Jahr wurde direkt im Vorwort nochmal auf die Band hingewiesen, dass viele Songtexte Futter von Wisnewskis Büchern bekommen haben. Gut und schön, aber da hätte auch ein Satz gereicht.
- Neues über Haider: Anstatt von seinen Theorien aus dem Buch von letztem Jahr zurückzutreten, spricht er kurz über Haider, dann über die Gefährlichkeit von Airbags und schreibt als letzten Satz etwas wie "Was den Faill Haider betrifft, das steht in meinem anderen Buch".
- Bilderberger Konferenz: Kaum Fakten außer ein paar Details über die hermetische Abriegelung (ein paar Infos über die Besucher diesen Jahres zum Beispiel?). Dafür aber ein weiterer Verweis auf ein im Jahr 2010 erscheinendes Buch von ihm.
- Bibel: Jetzt kommt es nochmal unerwartet. Wisnewski nimmt den Besuch vom Papst in der Moses-Gedenkstätte zum Anlass mal in der Bibel zu blättern und das gesagte des Papstes mit geschriebenen in der Bibel zu vergleichen. Zwischen Schweinegrippe und Bilderbergertreffen Bibelstunde? Fehlte eine echte Story?
- Werbung für andere Bücher: Quellenangaben sind gut und wichtig. Aber wenn man sich auf ein Buch bezieht wie "Obama - der falsche Messias" vom Kopp Verlag ist es irgendwie auch angebracht, darauf hinzuweisen, dass man selber bei diesem Verlag ebenfalls Bücher veröffentlicht. Sonst entsteht da ein Geschmäckle.
- Mondlandung: Hier hat Wisnewski bereits ein Buch drüber geschrieben und wird hier nicht müde zu erwähnen, dass die Mondlandung gefaked ist. Als Anlass nahm er, dass sich Peter Hintze eine deutsche Mondmission erträumt hat. Insgesamt drehten sich gleich drei Artikel in dem Buch über dieses Thema.
Insgesamt lässt das Buch wegen dieser Punkte einen sehr zwiespältigen Eindruck, obwohl durchaus interessante Themen wie Bundestagswahl, Tanklastbombardierung, Schweinegrippe, Iran und IT-Zensur (hier offenbart der Autor allerdings doch durchaus technische Verständnisprobleme) mit dabei waren.