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Book review: Verheimt, vertuscht, vergessen - 2010Samstag, 9. Januar 2010Wie in den letzten Jahren auch, habe ich mir auch dieses Jahr wieder "das kritische Jahrbuch" von Gerhard Wisnewski gegönnt. Mit 6,95 EUR ja auch durchaus im Rahmen. Die Bücher sind generell zwar nicht für bare Münze zu nehmen, sinnvolle Denkanstöße geben sie aber durchaus. Dennoch ist diese Version anders. Es wirkt, als wäre es nur nebenbei geschrieben worden - hektisch zusammengestellt. Vor allem aber wirkt es als Werbung für die anderen Bücher von Wisnewski, was man den letzten beiden Jahresrückschauen nicht anmerken konnte. Einige Beispiele
Book review: Wild duckFreitag, 8. Januar 2010Es fällt schwer, dieses Buch zu kategorisieren. Es ist außerdem eines dieser Bücher, nach denen man nie sucht, die man nur zufällig im Regal findet. Günter Dück ist promovierter Mathematiker und einer der Chefforscher bei IBM. Und trotzdem schreibt er über kein technisches Thema, sondern nur wie Technik uns helfen kann, unterschiedliche Menschen in ihre perfekte Arbeitsumgebung einzugliedern. Dazu fängt er ganz weit unten an (und das war schon sehr interessant). Bei der Einstufung von Persönlichkeiten mit Hilfe von Keirsey bzw dem Meyers-Briggs-Typindikator (interessant auch hier die Kritik an diesem System in dem Artikel). Das Buch ist garniert mit Beispielen, wieso viele Meßsysteme (sei dies in der Wirtschaft oder in der Schule) das falsche Messen, weil sie lediglich auf einen bestimmten Typus von Person optimiert sind oder gar nur auf Erhaltung des Systems anstatt auf Erweiterung. Dass unsere Arbeitswelt inzwischen aber sehr viel komplexer ist, weiß eigentlich jeder, nur in die Art und Weise der unterschiedlichen Behandlung der Mitarbeiter hat dies noch keinen Einzug gehalten (zum Beispiel wird dies noch kompliziert bei Autisten, die vielleicht die Arbeit eines Dutzend anderer Mitarbeiter in einem Bruchteil der Zeit erledigen könnten, aber dennoch auch zwischendurch nicht berechenbar unproduktiv sind und noch einen Pädagogen im Team benötigen würden - aber in der Summe immer noch produktiver wären). Insgesamt also eine absolute Leseempfehlung, allerdings sollte man sich für die 500 Seiten durchaus etwas Zeit nehmen, um auch noch drüber räsonieren zu können. Zusätzlich hat der Autor eine eigene Homepage (ok, das ist jetzt noch nichts schwer spezielles tolles) mitsamt regelmäßig erscheinender Kolumne. Sollte man mal abonnieren. Book review: Wie gehts Deutschland?Donnerstag, 7. Januar 2010Das nächste Buch von Michael Jürgs, nachdem ich gestern schon so über Seichtgebiete frohlockte. In diesem Fall bin ich dann auch leicht positiver überrascht. Da ich 1989 noch jung und klein war, ist diese ganze Sache mit der Wende für mich eigentlich immer so unter "ferner liefen" gelaufen. Hier immerhin ist der erste Teil eine ganz interessante Zusammenfassung der Ereignisse, und der zweite Teil des Buches die Begegnung mit einigen Menschen aus dem Osten, die über die Zeit damals erzählen. Das Buch ist zwar hier und da ganz nett zu lesen, erweckt aber immer wieder den Eindruck, als sei es nur dazu geschrieben, unbedingt zu zeigen, dass Unterschiede zwischen Ost und West existieren (welch Wunder nach einer derart kurzen Zeitspanne) - irgendwie, um auf der Jubiläumswelle mitzureiten. Daher ist der Autor erstmal wieder von der Bücherliste gestrichen. Book review: SeichtgebieteMittwoch, 6. Januar 2010Das Buch lag eigentlich so in der Buchhandlung rum, und da ich bereits "Wie gehts Deutschland" vom gleichen Autor in der Hand hielt, habe ich das hier auch gleich mitgenommen. Ja, und das soll eigentlich auch schon die Ausrede sein - es gibt nämlich keinen anderen Grund, es mitgenommen zu haben.Da ich Michael Jürgs ein paar Mal in Interviews in Zapp bewundern konnte, dachte ich mir, vielleicht schreibt der ja auch ganz interessant. Seichtgebiete ist vieles, interessant allerdings nicht. Das erste Kapitel, eine absichtlich vor Polemik und Ironie triefende Einleitung auf das Fernsehen als Intelligenzabsauger könnte man noch als witzig gemeinten Einstieg verstehen. Allerdings erholt er sich nicht mehr von dieser Polemik und setzt von da an nur noch seinen eigenen Maßstab für Bildung, Weltsicht und kulturelles Fernsehprogramm an. Aber nochmal kurz zum Inhalt: Das Buch soll zeigen, "warum wir hemmungslos verblöden". Genau das tut es aber nicht. Natürlich kann man die Schwachsinnssendungen des deutschen Fernsehens aufzählen. Kann man ein Buch mit füllen. Aber dann muss man keine Erklärungen abliefern, warum das so ist. Und genau die fehlt. Aber sowas wäre wahrscheinlich auch nicht im Bertelsmann Verlag erschienen. Empfehlung: Perfekt für den Kamin. Book review: Programming ScalaDienstag, 5. Januar 2010Nachdem ich in den letzten drei Jahren so gut wie nur in Java entwickelt habe (einige private Gehversuche mit Grails mal abgesehen), war es für mich einfach mal an der Zeit, sich eine weitere Programmiersprache anzusehen. Da ich mit Ruby nie richtig warm geworden bin, ist es für mich natürlich am einfachsten, etwas Java sehr nahestehendes zu testen. So kam ich zu Scala. Ist natürlich reiner Zufall, dass Play in der Version 1.1 Scala Support haben wird... Venkat Subramaniam gibt in Programming Scala: Tackle Multicore Complexity on the Java Virtual Machine (immerhin ist der Name des Titels so länger als der des Autors) eine ca. 250 lange Einführung in Scala. Unterschiede zu Java, Actors, Exceptions, Traits, Unit Tests... das komplette Paket wird abgearbeitet. So weit, so informativ. Allerdings fand ich das Buch jetzt nicht spezifisch zum Thema Multicore Complexity - was allerdings auch an mir liegen kann. Ich hatte durchaus Probleme, mich in die Andersartigkeit von Scala reinzudenken. Vielleicht sollte man sich viel öfter mal wieder eine andere Programmiersprache anschauen. Irgendwie kommt man doch aus der Übung. Ansonsten kann man das Buch für einen schnellen Überblick aber durchaus weiterempfehlen. Book review: BlackwaterMontag, 4. Januar 2010Da ich hier noch eine ganze Elle an Büchern habe, werde ich diese in den nächsten Tage sukzessive aufarbeiten. Fangen wir an mit einem nicht-technischen Buch, Blackwater von Jeremy Scahill. Das Buch soll die Thematik um das Unternehmen Blackwater, neuerdings XE, beleuchten. Dass Blackwater inzwischen als Ersatz für Armeen verwendet wird, ist nichts neues. Dass diese Soldaten im Endeffekt Söldner aus aller Herren Länder sind, ebenso wenig. Das diese Soldaten unter anderem im Irak kein Verhalten wie übliche Zivilisten an den Tag legen, hat man in der Presse auch schon gelesen. Einzig die Ausmaße - ein Drittel der Ausgaben des US-Militärs gehen an private Unternehmen - sind ganz interessant, wobei diese auch nur als Randnotiz gehandhabt werden. Einer der fehlenden Erklärungen sind Grundlagen. Wieso kann eine Firma wie Blackwater so groß werden? Ist hier nicht ein Versagen des Staates zu monieren? Verteidiung und Angriff sollte doch den Ländern und nicht Privatarmeen überbleiben. Leider steigt das Buch an der Stelle später ein. Insgesamt ganz nett für zwischendurch, aber wenn öfter News abseits der gedruckten Presse liest, steht auch hier wenig neues oder interessantes. Book review: Schneller lesenMittwoch, 28. Oktober 2009Irgendwie hat dieses Buch schon seit mehreren Monaten bei mir ein Schattendasein gefristet - ich glaube ich hatte nur Angst, zu merken, wie langsam ich eigentlich lese...Jetzt hatte ich mal Zeit das Buch durchzuarbeiten. Länger als ein Wochenende braucht man allerdings nicht. Viel von dem, was in diesem Buch als Tip gepriesen wird, beherzigt man sowieso schon, wenn man viel liest. Andererseits ist man natürlich auch weit von den mehreren hundert Wörtern pro Minute entfernt, an die man sich heran tasten können soll. Einer der interessantesten Punkte - weil ich damit auch oft Probleme habe - ist der Tip, dass man prinzipiell schneller lesen soll, weil sich das Gehirn sonst aus Langeweile auf andere Dinge konzentriert. Ansonsten gibt es halt so Dinge, wie die Menge der Fixpunkte pro Zeile zu reduzieren, in dem man Wortgruppen und Symbole (auch Bedeutungen) zusammenfasst. Das sind aber alles Dinge, die man nur mit viel Übung hinkriegt. Ich werde also demnächst mal probieren, "bewusster" zu lesen. Mal schauen ob es klappt. Für 9 EUR kann man sich das Buch zwar kaufen, aber ich denke man sollte ähnliche Informationen mit ein wenig Googlen ebenfalls finden. Book review: Aus der schönen neuen WeltDienstag, 27. Oktober 2009
Sehr viel interessanter ist in meinen Augen der zweite Teil des Buches, obwohl er dafür nicht einmal in irgendwelche Rollen schlüpfen musste, sondern einfach von anderen Teilen "der schönen neuen Welt" berichtet, namentlich der Ausbeutung von Auszubildenen in der Edelgastronomie, dem Starbucks Imperium, dem System der Mitarbeiterbespitzelung bei der Bahn sowie einem Anwalt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, unliebsame Betriebsräte aus Unternehmen zu entfernen. Dieser Teil lebt sehr viel mehr von Auflistung von Fakten und ist richtig interessant, gerade das Kapitel mit der Bahn und dem Anwalt sind wirklich harter Tobak. Ansonsten bleibt zu sagen, dass 14 EUR für ein Taschenbuch zwar Geld sind, aber investigative Recherchen auch eine kostspielige Sache. Ergo: Empfehlung! Book review: Algorithms of the intelligent webMontag, 26. Oktober 2009Als Web 2.0 Algorithmen werden ja inzwischen Algorithmen definiert, die sich ihre Informationen aus der "Weisheit der vielen" beschaffen und daraufhin Informationen zusammenfassen oder präzisieren, beispiele ist die Produktempfehlung bei Amazon oder Netflix (basierend auf Nutzerinteraktion) oder Google News (eher Clustering in diesem Zusammenhang). Das Thema ist zwar insgesamt gesehen interessant, dennoch bin ich in der Summe nicht wirklich begeistert von dem Buch. Was eigentlich kaum an dem Buch liegt, sondern eher an meiner Begeisterung für Algorithmen. Man muss schon ein wenig Ahnung von der Grundthematik haben (oder sich von Haus aus mehr dafür interessieren), um mit diesem Buch etwas anfangen zu können. Leider ist bei mir beides nicht der Fall. Ich hätte mir eher ein Buch gewünscht im Sinne von der Präsentation einiger Libraries, die mir in diesem Bereich Arbeit abnehmen, aber das Buch bezieht sich sehr viel stärker auf die Anwendungen der Algorithmen auf Daten, als auf die generell vereinfachte Anwendung innerhalb größerer Software-Projekte. Wer also begeistert ist von Algorithmen, soll hier bedenkenlos zugreifen. Alle Beispiel sind mit Hilfe der Java Beanshell erstellt, den Quellcode gibt es auch im Netz, so dass das sich das Buch für Interessierte auch lohnt. Book review: Flat earth newsFreitag, 23. Oktober 2009Ein Mitbringsel aus dem Urlaub von der Insel ist das just gelesene "Flat Earth News" von Nick Davies. Flat Earth News zeigt vor allem, dass die Presse inzwischen rein nach ökonomischen Aspekten vorgeht. Dass bedeutet zu allererst, dass nur ein minimaler Bruchteil ein Stories wirklich von den eigenen Journalisten recherchiert wird, sondern das meiste aus Agenturmeldungen schlicht und ergreifend dupliziert wird. Dies impliziert erstmal zwei Dinge: Zum einen haben die Agenturmeldungen weitreichenden Einfluss auf die Qualität des Mediums, zum anderen verflacht die Tiefe der Nachrichten und vor allem auch der Aspekt der Einmaligkeit der Zeitung (mit Ausnahme der Interpretation einer Meldung, dafür würde aber ja auch Zeit benötigt). Ein weiteres Thema ist der Rassismus vieler Zeitungen und die ökonomisch bedingte Wandlung einer Postillen, sich nicht politisch zu orientieren, sondern immer rein situationsbedingt zu handeln, was einer Zeitung natürlich im Endeffekt dass Gesicht raubt. Ein weiterer interessanter Punkt ist das, was Davies unter "Dark arts" definiert, und zwar das Beschaffen von Informationen jenseits der Legalität, welche dann über Mittelsmänner erledigt werden, so dass die Zeitung bei Bedarf die Hände in Unschuld waschen kann. Insgesamt fasst der Begriff Churnalism viele Teile des Buches gut zusammen. Zusammengefasst ist es zwar ganz nett zu lesen, aber insgesamt merkt man nur, dass sich Jounralismus in Deutschland und den UK anscheinend nicht mehr so stark unterscheiden (ja, ich weiss, UK ist natürlich viel boulevardesker...) Book review: Tapestry 5Montag, 19. Oktober 2009Eigentlich hatte ich es nur mitgenommen, weil ich mir Tapestry noch nie genau angeschaut hatte. Bei 29 EUR für ein Fachbuch (und von Addison Wesley) wollte ich den Untertitel "Webanwendungen mit Leichtigkeit" genauer inspizieren. Igor Drobiazko hat ganze Arbeit geleistet mit Tapestry 5 und ein unwahrscheinlich verständliches Buch abgeliefert. Der Aufbau des Buches ist wirklich gut und extrem verständlich. Das einzige Kapitel, wo ich vorgeblättert habe, weil es mir etwas zäh vorkam, war das Thema "Mixins" - wahrscheinlich aber, weil ich das Kapitel davor spätabends gelesen hatte und somit nicht genau folgen konnte. Tapestry an sich ist ein sehr interessantes Framework, welches sehr stark von Convention over Configuration und Injektion lebt, somit aber keine großen XML Dateien zur Konfiguration benötigt. Alle anwendungsweiten Parameter können über eine Klasse konfiguriert werden. Tapestry kommt so erstmal ohne große Abhängigkeiten, da es einen eigenen IoC Mechanismus mitbringt, aber zu Not auch auf Dinge wie Spring zurückgreifen kann. Generell ist das Framework so ausgelegt, ohne externe Bibliotheken auszukommen aber dabei trotzdem immer erweiterbar. Das Buch ist sehr logisch aufgebaut mit einem Anfängerpart (Erste Anwendung, Navigation, Zustand, Lokalisierung, Forms, Beans an Forms Binden), einem für Fortgeschrittene (Ajax, Mixins, wiederverwendbare Komponenten, Spring und Hibernate Integration, Tests) sowie dem ProfiPart (Type Coercion, IoC, AOP). Jeder Part hat die richtige Länge (nach hinten hin abnehmend) und ist trotzdem so dosiert, dass es noch verständlich ist. Fazit: Das Buch bekommt eine volle Kaufempfehlung! Jetzt komme ich noch zu meinen Problemen mit Tapestry, die für mich nach dem Lesen noch relevant waren. Zum einen hat es keine JPA Integration (wobei man mit Hibernate hier ja nicht schlecht fährt), zum anderen habe ich noch ein Verständnisproblem, wie man URLs korrekt in die Anwendung einbindet, so dass ich zum Beispiel etwas wie $tenant/$user/$reservation abbilden kann. Es gibt zu dem Thread auf der Mailingliste zwar schon ein paar Antworten, aber so richtig zufrieden bin ich noch mit keiner. Was aber auch an meinem Fachwissen liegen kann. Zum Testen der Beispiele werde ich wohl erst demnächst kommen (eine CD liegt dem Buch auch noch bei). Book review: Clean CodeFreitag, 16. Oktober 2009Wenn man Refactoring von Martin Fowler gelesen hat und sich für das Thema interessiert, wird man früher oder später auf Clean Code von Robert C. Martin stoßen, welches thematisch in die selbe Richtung geht, allerdings viel neuer ist. Dieses Buch führt einem (nochmal) auf interessante Weise die Wichtigkeit von einfach zu lesendem und einfach zu wartendem Code vor Augen. Anhand eines vieler Beispiele beschreibt es den iterativen Prozess von aufgeräumten Code, indem man "irgendwie" anfängt und dann den Code so lesbar wie möglich macht. Interessant an dieser Stelle sind einige Konventionen, die ich so nie einhalten würde, wie Methoden maximal 2 Parameter zu verpassen (das schreit nach Tonnen von Wrapper Klassen, um so etwas zu kapseln), andererseits aber auch Regeln, die soviel Legacy Code eliminieren könnten (niemals "null" als Parameter übergeben oder aus einer Methode zurückgeben, dass man sich fragt, wieso das nicht gemacht worden ist (heutzutage würden sich solche Stellen ja ziemlich einfach mit einem Aspekt filtern lassen, vorausgesetzt man will so etwas). Insgesamt muss man sagen, driftet das Buch, was Ansichten angeht, manchmal schon ein wenig ins Religiöse ab - aber genau das erwartet man ja ehrlich gesagt auch davon. Sonst könnte man ja so weiter machen wie bisher. Tipp für die Schnelllesser: Es reicht in meinen Augen das Kapitel mit den Zusammenfassungen der Regeln, die restlichen Kapitel sind schwer zu lesen, wenn man nur das Buch hat. Viel besser ist da zum einen Code, den man refactorn muss, zum anderen aber zwei sehr viel wichtigere Faktoren, nämlich dass man die Zeit dafür haben muss und dass man jemanden hat, mit dem man den Code reviewen kann - am besten natürlich jemand mit mehr Entwicklererfahrung als man selber. Fazit: Das zusammenfassende Kapitel reicht, wenn man viel entwickelt - für andere Zielgruppen ist dieses Buch aber eigentlich eh nicht geeignet. Alternativ: Viel entwickeln und den Code anderer lesen. Falls jemand das Thema näher interessiert, reicht eine kleine Google Suche, da sich inzwischen dutzende Webseiten mit dem Thema beschäftigen, zum Beispiel clean-code-developer.de. Book review: Rest und HTTPSonntag, 20. September 2009
Ein ganz dickes Lob geht an die Bereitstellung der Seite zum Buch unter http://rest-http.info/ - hier findet man absolut alles. Quellcode, Links der Referenzen, ein Inhaltsverzeichnis - was fehlt, wäre noch ein Appetizer wie ein Beispielkapitel. Ansonsten finde ich das aber eine Super Idee und kann das nur jedem Autor empfehlen. Insgesamt muss ich trotz der Webseite sagen, dass sich dieses Buch eher für Entscheider als für Softwareentwickler eignet, das Web Services mit REST vom O'Reilly Verlag noch mehr Tiefe aus Entwicklersicht bietet. Für Entscheider aber zu empfehlen. Book review: Web Services mit RESTMontag, 7. September 2009Endlich bin ich mal dazu gekommen, die Bibel zum Thema REST zu lesen - wenn gleich auch die deutsche Fassung davon. Web Services mit REST von Leonard Richarson und Sam Ruby ist eines der ersten Bücher, die sich dem Thema REST in seiner Gänze verschrieben haben, und das bereits derart komplett im Jahr 2007 (wobei da auch, die ersten größeren Frameworks angefangen haben, REST ohne großen Konfigurationsaufwand zu unterstützen). In den ersten Kapiteln geht es um die Grundlagen von REST sowie die Integration mit HTTP, dann folgen Kapitel mit Beispielen dazu und zu gut erletzt gibt es natürlich zum einen noch den Vergleich mit SOAP basierten Webservices sowie generellen Prinzipien eine ROA (Resource-oriented architecture). Wer jetzt denkt, dass hier reine REST Groupies am Werk waren, dem sein ein Blick in den Axis2 Source Code gestattet, denn dort taucht der Name Sam Ruby ziemlich oft auf, wenn man mal da rein debuggen darf. Das Buch gibt einen sehr vollständigen, aber leider auch mal etwas länglichen Überblick über das Thema. Die Beispiele sind zwar in Ruby (nicht meine Lieblingssprache), aber dennoch immer sehr verständlich gehalten. Besonders aus dem Buch mitgenommen - was mir vorher nicht klar war - habe ich den WADL Ansatz, der ähnlich zu WSDL bei SOAP eine Beschreibung der API zur Clientgenerierung bereitzustellen scheint. Allerdings habe ich keine Beispiele für derartige Tools gesehen, da dass Buch manchmal auch etwas an der Oberfläche bleibt, was hier aber auch einfach dem Alter zu schulden sein könnte. Insgesamt sollte jeder, der sich mit dem Bereitstellen von Services via HTTP auseinandersetzt, das Buch im Regal haben. Rest mit Java geht in meinen Augen sehr gut mit Spring 3, aber auch darauf aufbauende unterstützende Tools wie enunciate (die sowohl REST als auch WS-API zur Verfügung stellen) werden in Zukunft richtig in den Mittelpunkt rücken. Book review: Macht SchlagzeilenSonntag, 23. August 2009Da ich ja schon lange keine marketinglastigen Bücher mehr gelesen habe, bin ich neulich auf "Macht Schlagzeilen" von Christoph Maria Fischer gestoßen, ich glaube aus dem best-practice-business Blog. Das Buch wird sowohl in einer Amazon Rezension als auch im Blog sehr hoch gelobt. Und ich verstehe es nicht. Das Buch hat in Summe 1000 Beispiele für PR, oftmals in folgender Form: Unternehmen XYZ machte blablubb. Das Fachportal xyz.de/die lokale Zeiting blubb berichtete. Und das war es. Bei einigen wenigen Beispielen steht noch dabei, ob das Unternehmen seinen Umsatz steigern konnte. Und hier kommen wir auch zu einem zentralen Problem in meinen Augen. Das Buch bietet lediglich eine riesengroße Liste an PR Tätigkeiten. Mich als Leser interessiert aber doch viel brennender, inwieweit sich genau diese Tätigkeiten als Erfolg herausgestellt haben. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass Marketing oftmals nicht messbar ist. Soweit so richtig. Trotzdem erwartet man ja doch irgendwie von jeder Marketingaktion einen gewissen ROI. Sollte dieser nicht betriebswirtschaft messbar sein, gibt es vielleicht andere Faktoren (besseres Image, privates Interesse der Geschäftsführer, etc). Mir fehlt bei dem Buch einfach eine gewisse Art von Hintergrundinformationen, die bei einer Idee einfach noch mal einen "Aha"-Effekt auslösen, dass das doch eine ganz gute Idee ist. Genau dieser Gedankengang zündet beim Lesen des Buches bei mir nämlich so gut wie nie. Summa summarum kann man also sagen, dass sich das Buch vielleicht für Marketingmenschen lohnt, ansonsten aber wohl mehrheitlich im Schrank ruhen wird bei eher technisch-produktlastig ausgelegten Personen wie mir.
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