Mittwoch, 26. September 2007
Da bekam ich neulich eine Email von einem Betrieb, in dem ich schonmal tätig war und bei dem wir uns schlußendlich aber aufgrund von unterschiedlichen Vorstellungen sowohl von Bezahlung als auch der Position nicht einigen konnten. Nett geschrieben etc, aber plötzlich bricht ein Satz mit allem bis dahin geschriebenen. Nicht merklich, aber doch ganz leicht, steht da durch die Blume geschrieben, nachdem es schade war, dass man mir kein passendes Angebot unterbreiten konnte, dass man sich sicher sei, dass ich ja schon etwas passendes gefunden habe oder finden werde. Klingt beim ersten Mal lesen ja auch ganz nett. Beim zweiten Mal könnte man aber auch vermuten, dass die entsprechende Person immer noch Leute sucht und jetzt sogar mit mir Vorlieb nehme, wenn ich denn noch verfügbar bin. Verstärkt hat sich dieser Eindruck, dass der Autor jener Zeilen sich nicht mehr zurückgemeldet, als ich geschrieben habe, dass ich was gefunden habe. Also war es doch nur ein Reminder im CRM-System. Das kann man dann auch persönlich tarnen wie man will, raus kommt es durch bestimmtes und vorhersehbares Verhalten immer. Währenddessen schläft aber auch mein bereits erwähntes Unternehmen mit der marktunüblichen Bezahlung nicht. In einer XING Marketplace Anzeige steht folgender Satz: ... und eine leistungsorientierte Vergütung. Also entweder hat das Unternehmen just die eigene Gehaltsstruktur überarbeitet, oooooder... naja, wie auch immer.
Freitag, 14. September 2007
Ich will hier eigentlich nur noch mal kurz auf Praktiken mittelständischer Unternehmen eingehen, und warum ich langsam verstehe, warum einige Absolventen ohne Umwege den Konzernweg auf sich nehmen. Da ist Bonus noch Bonus und variabler Gehaltsanteil ein Zusatz zum normalen. Ich hatte, glaube ich, ja schon von einem Unternehmen berichtet, welches mir ein Angebot unter meinen Vorstellungen gemacht hatte und zudem dann sagte, dass davon nur 85% fix sind. Der Rest war variabel (soweit noch verständlich) und wird quartalsweise ausgezahlt. Ääähm, quartalsweise? Richtig, anders kann man die Ziele ja nicht bewerten, hieß es dann. Natürlich wird auch rückwirkend ausgezahlt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Abgesehen davon dachte ich dann auch, dass Ziele sportlich sein müssen. Die firmenweiten Ziele (ein Drittel der 15%) sind in 19 von den letzten 20 Mal erreicht bzw. übertroffen worden. Irgendwie hat das dann doch meine Theorie der Kapitalbindung und längeren Sicherung der Liquidität bestätigt und hat mit einem Motivationsinstrument ja rein gar nichts mehr zu tun. Viel besser ein heutiges Zitat: "Ach ja, der Arbeitsvertrag. Ich weiss gar nicht mehr genau, was da drin steht. Aber wenn wir da rein schauen müssen, macht eine Zusammenarbeit ja eh nicht mehr viel Sinn". Warum können nicht alle so? 
Donnerstag, 13. September 2007
Ich dachte, mein Arbeitsvertrag wäre nicht mehr zu toppen. Ein Studienkollege von mir hat es dennoch geschafft. Folgende Restriktionen standen da drin (war 'nen Diplomarbeitsvertrag!): - 3 Jahre nich bei Kunden und Partnern arbeiten
- Bei Nichtantritt des Diplomarbeitsplatzes 2000 EUR Strafe
- Bei Nichterfüllung der Aufgabe im Rahmen des Unternehmens darf das komplette Gehalt wieder eingefordert werden
- Das Diplomarbeitsthema war anders als das abgemachte
Das dann die versprochene Wohnung in ein für die dortigen Verhältnisse lächerliches Wohngeld umgewandelt worden ist, und dass das vorher versprochene Gehalt um 20% gekürzt worden ist, ist dann auch nicht mehr der Rede wert...
Montag, 10. September 2007
Als Abschluss noch zwei kurze Stories, die ich jetzt ganz am Ende erlebt habe. Zuerst natürlich die negative. Neulich noch ein letztes Telefonat mit dem Geschäftsführer einer einer Firma, die 15% weniger Gehalt als die bis dahin am wenigsten zahlende Firma angeboten hat. Das hatte ich auch so schon kommuniziert. Frage von der GL: "Hast du dir das netto mal ausgerechnet, ob du wirklich mehr bekommst? Es ist ja oft so, dass auch bei Gehaltserhöhungen unterm Strich nicht so viel bei herauskommt..." - was soll man da noch sagen? Hätte ich sagen können, dass man von der Nettodifferenz "unterm Strich" des höchsten Angebotes in meinem alten Studienort locker ein Jahr wohnen könnte? Hätte wahrscheinlich auch nix genützt, ich war dann auch brav leise. Es gibt dann auch Leute, die auf eine Absage nicht mit einem pikierten Spruch wie "man sieht sich immer zweimal im Leben" reagieren (gut geraten, war derselbe wie oben), sondern nur ein cooles "Kein Problem, wenn Sie wieder Zeit haben, holen wir das Bewerbungsgespräch einfach nach." zurückmailen 
Samstag, 18. August 2007
Dieser Artikel wird seit etwa Juni 2007 bearbeitet und spiegelt meine gesammelten Erfahrungen innerhalb meines Bewerbungsprozesses wieder. Unternehmen werden nicht genannt. Ich will lediglich zusammen fassen, was ich negativ (vielleicht auch teilweise positiv) erlebt habe. Ich denke auch, dass da durchaus noch den ein oder anderen Artikel zum Thema geben wird. - Onlineformulare: Die wirklich übelste Erfindung der Menschheit. Gerade, wenn man diese einen Menschen schreiben lässt, der keine Ahnung von der zu besetzenden Position hat. Wenn ich mich als Softwareentwickler bewerbe, ist es dann nötig, dass ich meine Word, Excel, Powerpoint und Visio Kenntnisse einzeln im Bereich von 0-3 raten muss? Und wo ist der Bereich, in dem ich mein Wissen über J2EE oder AJAX raten kann? Richtig, nicht da.
- Wenn ich angeschrieben werde, ist es dann nötig, die Standard Floskeln wie "Warum will ich bei XYZ arbeiten" in die Formulare zu packen?
- Wenn ein Unternehmen sagt es meldet sich innerhalb der nächsten 4 Tage und es meldet sich dann nach 2 Wochen und niemand entschuldigt sich irgendie, aber gleichzeitig will es das eigene Personal um 20% aufstocken, ist das keine gute Basis. Vor allem, wenn man dann vorher noch fragt, ob ich noch mehr Leute kenne, die in dem Bereich arbeiten wollten.
- Wenn man im Telefoninterview erfährt, man sei wegen des extrem gut passenden Profils auf den Job mit mir in Kontakt getreten, und dann drei Tage später schreibt, dass nach "intensiven Diskussionen" mein Profil nicht passend sei, ist das extrem seriös.
- Wenn ich schreibe, dass ich 10 Jahre Erfahrung mit XYZ habe, und dann in der Absage steht, die Erfahrung mit XYZ sei nicht ausreichend, kann ich mir sicher sein, dass die Bewerbung sehr gut gelesen worden ist.
- Die "Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass!" Attitüde gegenüber Gehaltsforderungen. Wer sich im Mittelstand auf die Fahnen schreibt, "Die Besten der Besten der Besten (Sir!)" (na welcher Film?) zu suchen, der sollte sich ebenfalls überlegen, über, und nicht unter Marktdurchschnitt zu zahlen.
- "Wir bemühen uns, die Anfrage zeitnah zu beantworten. Es kann aber dauern." - ääääh, ihr sucht Leute und habt offene Stellen, aber im selben Atemzug wenig Zeit für die Bewerber? Logisch.
- Witzig auch, das Namensverwirrspiel: Bewerbungsmail an abc@firma.de, Antwort von def@firma.de aber mit hij@firma.de Email-Adresse. Mal gespannt, wer sich als nächstes meldet...
- Catch the Job war eine "innovative Personalmarketingaktion" - alle mittelständischen teilnehmenden Unternehmen, die sich präsentiert haben (ich durfte der Präsentation von 5 Unternehmen beiwohnen), haben betont, wie locker sie doch sind, welche Gemeinschaft sie doch haben, und welch unglaubliche Partys sie doch feiern. Auch wenn man sich von vielen Firmen so absetzt, wenn man sich dann bei den entscheidenen Präsentationen wie in diesem Fall komplett austauschbar darstellt, erfüllt das ja auch nicht wirklich Sinn und Zweck.
- Bezahlung Teil II: Bewerbungsgespräch in Norddeutschland. Ich ging schon davon aus, dass man dort nicht so viel verdient. Das hieß dann für mich, so 10% weniger. Ernüchternder war dann das Angebot. Das war nämlich dann das mit Abstand niedriegste was mir bisher vorgelegt worden ist und lag 25% unter dem untersten Limit des von mir genannten Rahmens. So sind die Definition von "etwas weniger" halt unterschiedlich...
- Bisheriges absolutes Highlight: Ich hatte ja schon fast einen Arbeitsvertrag. Bezahlung stimmte, Aufgabe interessant. Nur der Arbeitsvertrag, der stimmte nicht. Sklavenvertrag wäre passender gewesen. Interessante Regeln wie der Abzug eines halben Bruttomonatsgehalts bei zweitägiger Nichterreichbarkeit im Urlaub (sic!) haben dann mal zu einer Nachfrage meinerseits geführt. Wie das halt am Telefon so ist, konnte die Person, die ich am Telefon hatte (es hätte mein zukünftiger Chef sein können), natürlich keine Entscheidungsfreiheit in diesem Fall, und musste das erstmal noch absprechen. Lösung in diesem Fall ist dann natürlich, dass man sich rein zufälligerweise für einen anderen Bewerber entscheidet. In diesem Fall auch noch interessant, dass das Unternehmen der Headhunterin direkt erstmal gesagt hat, dass sie mir keine neuen Stellen anbieten soll, nachdem ich dort beim Bewerbungsgespräch war. Das lässt natürlich auf einen neuen Bewerber schließen.
Die Angebotsflaute im Informatiker- und Bindestrichinformatikermarkt wird weitergehen. Wer sich so verhält wie die obigen, primär im Mittelstand angesiedelten Unternehmen, macht keine gute Werbung, weder für das Unternehmen noch für die eigene Region. Abschließend noch zu mir und meinem momentanen Status. Ich bin noch auf der Suche nach einem Job, kann aber nicht sagen, ich hätte keine Angebote. Zugeben muss ich allerdings auch, dass ich durchaus wählerisch bin, als Berufseinsteiger nicht zu günstig. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Wenn mir die Arbeit Spaß macht, kann ich mir allerdings durchaus vorstellen, dass ich mein Geld auch wert bin 
Freitag, 3. August 2007
Ich habe gerade mal meine Daten bei einem der "großen" IT-Unternehmen in Deutschland in so ein Bewerbungssystem eingestellt. Das ist ja wirklich die frustrierenste Sache der Galaxis. Wer sich diese Web Frage- und Antwortspiele pre Web 1.0 ausgedacht hat, gehört... Ich kann maximal eine Hand voll Dokumente mit einer maximalen Größe von 543 KB (Größe aus Datenschutzgründen geändert, aber dicht dran) pro Dokument hochladen. Das bedeutet, ich darf mein 800kb PDF (wo alles drin ist, Notenspiegel, Vordiplom, Arbeitszeugnis, Anschreiben) schön aufsplitten (ist ja kein Problem, es waren ja vorher einzelne tex Dateien, die nachher zusammengeschweisst worden sind), und dann alles einzeln hochladen. Alternativ kann ich meinen Lebenslauf in 64000 Zeichen ASCII verpacken. Wow. Das ist bestimmt super lesbar für die HR Abteilung. Ich dachte nur kleinere Unternehmen hätten da Nachholbedarf. Zumindest ist man nach so einer Bewerbung fast so platt wie nach einem normalen Bewerbungsgespräch. Gut, dass IT alles vereinfacht. Prozesseffizienz[tm] und so...
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