Mittwoch, 16. Mai 2007
Dieser Eintrag geht primär an meine studentischen und/oder technisch orientierten Mitleser. Da Karlsruhe momentan für mich so etwas wie ein Jobparadies ist, ich aber in absehbarer Zeit nur einen Job werde annehmen können, gibt es noch genug für andere. Also falls jemand im Bereich Webentwicklung (Stichworte wie Web 2.0, AJAX, PHP, python, RoR, Design Pattern, Java, JSF, Seam oder GWT) mit hohem Backendanteil eine Stelle, eine Diplomarbeit oder auch Praktika sucht, darf diese Person mich jederzeit (möglichst zeitnah) kontaktieren. Ich habe so gut wie keine Kontakte zu Konzernen, aber mit viel Mittelstand und ein paar Startups kann ich dienen. Wer Interesse hat, schreibt mir am besten einfach eine Mail.
Dienstag, 8. Mai 2007
Eins vorab natürlich: Jegliche Übereinstimmung oder Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen, oder Begebenheiten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.  Eines abends klingelt unsere Vermieterin hier an der Tür. Nett, wie sie immer ist, meint sie, wir sollten doch selber mal nach dem Schimmel im Bad schauen, weil sie sich ja todesmutig auch um den Schimmel hinter ihrem Wandschrank mal gekümmert hat. Nachdem ich ihr also innerlich die Tapferkeitsmedaille verliehen hatte, ging das Geplänkel los, als wir das nicht wollten. Da dies also Kosten für sie bedeutet hätte, ist die Diskussion ergebnislos umgeschwenkt. "Demnächst, so in zwei Wochen" (also Anfang Mai) wollte sie dann mal einen Klempner hierhin schicken. Wie es der Zufall so will, ist der wohl anscheinend auf dem Weg verschutt gegangen. Naja, egal. Auch der neue Mietvertrag, der 3 Monatsmieten warm als Kaution beinhaltete, obwohl nur drei kalt oder zwei warm erlaubt sind: geschenkt. Zumal sie auch rein zufällig überhaupt gar nicht wusste, welche genauen Änderungen gegenüber des alten Mietvertrages hier bestehen - na klar! Richtig interessant wurde es aber erst dann, als unsere ehrenwerte Vermieterin uns erzählt hat, sie wolle ab jetzt jeden Nachmieter persönlich sehen. Auf die Frage, wieso, hat sie erst überhaupt nicht reagiert, um es dann ganz dezent zu formulieren: "Ja, also, die wohnen ja hier, und ich will nicht, dass die hier wohnen und dann zum Beispiel Drogen nehmen... Ist aber jetz ein ganz abstraktes Beispiel". Logo, mit deinen Adleraugen wirst du Drogensichtige sogar 3km gegen Wind nicht nur erkennen, sondern auch noch riechen können. Da dringt wohl der Hobbypsychologe durch. Richtig witzig wurde es aber erst, als just nach diesem Ausspruch einer der Bewohner der WG unter meiner hochkam, in "bester" Montur, mit ellenlangen Dreadlocks und komplett tätowierten Unterarmen. Passender hätte er nicht auftauchen können. So sehen also die Ängste mittelalterlicher Hausbesitzer aus.
Donnerstag, 3. Mai 2007
Wenn mir etwas auf die Nerven geht, dann ist es Stammtischpolitikdiskussion am Mittagstisch. Es ist grauenvoll, man kann sich nicht entspannen und ich finde selten die richtigen Worte, um die Menschen auf die Schnelle ruhig zu stellen (meistens probiere ich es daher auch gar nicht, und rege mich nur nach innen auf). Heute war mal wieder ein richtiges Highlight. Angefangen hat es mit der Beschwerde, dass man als edler IT Mitarbeiter ja viel weniger bekommt als jeder Spargelstecher. Sagte der Praktikant, der sich da beschwert hat. Der Praktikant, der hier vom Unternehmen subventioniert wird, damit er ein wenig hilft, und viel Einstiegshilfe benötigt? Nein, bestimmt nicht der... Egal, mitten drin abgebrochen, ab jetzt Runde 2. Die faulen, faulen Deutschen, die nicht Spargel stechen wollen sind schnell abgehakt. Dann geht es darum, dass ja alle Deutschen viel, viel zu faul sind. Wunderbar pauschalisiert, ohne Quellenangabe, ohne weiteres zu sagen. Man wartet einfach, dass der erste sagt "Ja! Das seh ich auch so". Das die deutsche Wirtschaft gerade ja angeblich brummt wie nie zuvor, wird überhaupt nicht erwähnt, wieso auch? Wir sind ja faul, wir müssen das nicht wissen. Und auch geistig sind wir Deutschen faul laut dem Praktikanten, und total weit hinten dran. Na, klar, wenn man sich das einredet, dann bestimmt. Jetzt kommt einer meiner Favoriten: Der Praktikant (dessen Vater übrigens eine eigene Firma hat) wollte aber nicht nach China, weil er da 6 Tage am Stück hätte arbeiten müssen, ca. 9 Stunden pro Tag. Das hat er dann aber nicht gemacht, und macht sein Praktikum lieber hier. Ist ja auch klar. Wir Deutschen sind ja faul. Aber es geht noch weiter, keine Sorge. Der Praktikant erzählt von Papas Firma, die 25% Überstundenzuschlag zahlt. Diese Überstunden sollen demnächst auf ein Arbeitszeitkonto geschrieben werden, dann aber ohne den 25% Aufschlag, denn sonst "kann man dann ja bald ein Jahr freinehmen, wenn man die Stunden eintauscht. Wo kommen wir denn da hin?". Eh, ja klar, natürlich. Ich könnte Stunden weitermachen, was diese Person innerhalb von 10 Minuten völlig durchpauschalisiert fabrizieren kann, und es ist immer eine Mischung zwischen Fassungslosigkeit (ob der absoluten intellektuellen Entmündigung und dem Verkleben beliebiger Zusammenhänge) und Ärger, dass andere Personen an diesem Tisch sitzen sagen "Ja, das seh ich auch so".
Sonntag, 22. April 2007
...is Sommer. Das wurde auch Zeit. Das halbe Wochenende auf dem Freiplatz verbracht (und nur coole Leut getroffen), um mir einen bequemen und edlen Sonnenbrand einzufangen. Sieht ja auch gut aus, sowas. Außerdem mal ein wenig youtube durchforstet, gibt da ja doch recht viel nette und gute Musik. Abgesehen davon hab ich mal wieder ein wenig nach Jobs geschaut, und mich in dem Zusammenhang mal schlaugemacht, ob Menschenrechts- und sonstige karikativ ausgerichtete Organisation (Ärzte/Reporter ohne Grenzen, UN, Transparency international, etc) eigentlich auch technisch orientierte Menschen suchen - denn wer managed da eigentlich die ganze Infrastruktur? Ernüchternd ist da ein absolutes Nachholpotenzial festzustellen. Niemand sucht konkret derartige Leute. Das kann ich nicht glauben (genauso wenig, dass Organisationen, bei denen geschützte Kommunikation wichtig ist, diese in irgendeiner Art und Weise outsourcen). Also entweder werden diese Jobs nur hinter vorgehaltener Hand oder auf Vertrauensbasis vermittelt oder niemand sucht. Das Profil nachdem ich geschaut habe war halt grob beschrieben "Open Source", "Linux" oder "Web" oder "Architektur" in Kombination mit oben beschriebenen derartigen Organisationen. Kennt sich in dem Bereich zufällig jemand mehr aus, der was dazu zu sagen hat? Ich bin mir nämlich sicher, dass man bei der fortschreitenden Entfremdung in der Wirtschaft und der zunehmenden Kluft zwischen Management und operativer Bevölkerung durchaus auch technisch orientierte Menschen für solche vielleicht nicht so gut bezahlten Jobs wie in der Wirtschaft begeistern könnte. Aber wie immer, belegen kann ich nix 
Donnerstag, 12. April 2007
...wenn man sein Headset beim 450km entfernten Umzug zu Hause vergisst. Dumm, wenn man nicht merkt, dass man es seit eineinhalb Monaten mit sich herumschleppt.
Mittwoch, 14. März 2007
Der der Webmontag in Karlsruhe ca. 150m von meiner Haustür stattfand, habe ich dann mal vorbeigeschaut. Ein kleiner Vortrag über ASP.NET mit AJAX passte ganz gut zu meinem Diplomarbeitsthema. Einzig die anfängliche Unruhe und das dauernde Dazwischenquaken einiger Teilnehmer mit themenweit entfernten Belanglosigkeiten (Unmöglichkeit des Visual Studios, kein X in AJAX bei Verwendung von JSON etc) hätten mich als Redner wahrscheinlich schnell aufhören lassen und erinnerten doch stark an die ersten OldSchool LUG Treffen, wo man als Neuling nur mitreden sollte, wenn man die Manpage bereits auswendig konnte. Danke also an den Redner fürs Durchhalten. Danach kamen noch 2 Vorträge, über Coworking und XSS-Problemen bei eplus. Alles in allem interessant, vor allem die Zeit nach den Vorträgen. Alle Einladungen zu Parties/Bloggertreffen/Sonstigem etc. werden natürlich Schritt für Schritt angenommen.
Freitag, 9. März 2007
So, jetzt die Kurzzusammenfassung Karlsruhe. Gleich geht es ja schon wieder los. Für die alten Wilhelmshavener: Die Döner sind nicht so gut und viel teurer. Als fairer Trade sind dafür aber abends Leute in den Kneipen, um nicht zu sagen die Kneipen sind voll. Unter den wenigen neuen Diplomanden und Praktikanten, die meinem Aufruf zum abendlichen Gelage Kennenlernen gestern gefolgt sind, heisst es sogar, Karlsruhe habe eine der höchsten Kneipendichten Deutschlands. Ein kurioses Ereignis möchte ich dennoch nicht auslassen. Bevor ich hierhin gekommen bin, wusste ich, dass 2 Leute aus meinen Gymnasialzeiten hier studieren. 2 von 280000, ergo ist die Wahrscheinlichkeit gering, die beiden hier per Zufall zu treffen. Dachte ich. Nachdem mein Mitbewohner und ich am Mittwoch in eine Kneipe zum Fussballschauen (also er hat geschaut und ich was getrunken) gehen wollten, die "Stammkneipe" dafür aber überfüllt war, sind wir 5 Minuten Fußweg zu einer anderen gegangen, und wen tref ich da? Einen der beiden. Das aber auch nur, weil er sich in der Kneipe vertan hatte, und seine Kollegen eine Kneipe weiter waren. Wie witzig (also für mich zumindest). Also alles bis jetzt recht interessant hier. Nächste Woche gibts nen Kinoabend in der Firma, nur mein Sportprogramm habe ich nach einmal Basketball spielen bis jetzt nicht wieder so aufgenommen.
Und wenn ihr hier in einer Kneipe mal auf die Toilette geht, trefft ihr vielleicht auf Insignien der Preisstabilität wie dieses hier: Gefunden am dortigen Kondomautomaten. Hab' aber nicht nachgefragt ob es stimmt
Dienstag, 27. Februar 2007
Im Januar Wilhelmshaven, im Februar Rheda-Wiedenbrück und jetzt Karlsruhe - allerdings für die nächsten 5 Monate zwecks Diplomarbeit. Just angekommen in einer großen WG. Es ist völlig ungewohnt, wenn man jahrelang in einer kleinen Dachgeschoss WG wohnt, dass man morgens 15m zur Dusche schlürfen muss. Heute erstmal so essentielle Dinge wie ÖPNV Ticket und Universitätsbibliotheksausweis geregelt, jetzt habe ich auch mal einen in meinem Studium. Und dank RFID kann man dort 24/7 entleihen. Einmal die Innenstadt gesehen, am BGH vorbei - die richtigen Touristenprogramme werden erst am WE erledigt. Die primäre nonverbale Kommunikation ist die Hupe, dicht gefolgt von der Fahrradklingel. Ich denke, da gewöhnt man sich nach 2-3 Tagen dran. Weitere Berichte folgen. Falls einer meiner Leser ebenfalls in Karlsruhe wohnt, bescheidgeben kann nie schaden.
Mittwoch, 21. Februar 2007
Der Kunde. die fleischgewordene schiere Rache am Einzel- und Fachhandel, schlägt wieder zu. Diesmal, in Form von mir. - Die Sparkasse, eh und je bekannt für seine eigene Definition von Kundenbindung. Während ich in Wilhelmshaven meine Kleingeldsammlung noch wechseln konnte, ohne dass ich zwingend Kunde bei der Sparkasse sein musste, ist dies in Wiedenbrück nicht mehr möglich, da der Automat nur mit der Bankkarte funktioniert. Kindenbindung par excellance. So stellt man auch sicher, dass auf keinen Fall Nichtkunden die Filiale betreten. Weiter so! Was tut man nicht alles, damit man direkt mit dem Geld des Kunden spielen kann...
- Das Auto meiner Eltern benötigte dringend einen Ölwechsel. Also, bei der Standardwerkstatt des Vertrauens angerufen und einen Termin vereinbart und extra noch gefragt, wie lange das denn dauert. "Ja, in 20 Minuten ist das durch", hiess es. Pünktlich dort aufgetaucht und den Wagen abgeliefert, nur um dann nach 50 Minuten ohne ein Wort der Entschuldigung die Schlüssel wiederzubekommen. Dafür haben sie den Wagen aber noch umsonst einmal durchgecheckt. Toll! Das letzte Mal, als ich da war, haben sie nur 50% Zeitaufschlag benötigt, diesmal immerhin 150% - Wenn ich mal ein Auto habe, landet das mit Sicherheit nicht dort. Zusätzlich sollte man noch erwähnen, dass diese Werkstatt 3-4km außerhalb der Stadt liegt und somit von der Lage her in keiner Weise mit den neuen, in der Stadt aufgezogenen Ketten ala ATU mithalten kann. Da sollte man eventuell überlegen, wie man sich gegenüber den Kunden verhält. Und vor allem, wie lange das gut geht.
- Gerade aus meiner Inbox gefischt: amazon bewirbt eine neue CD für sage und schreibe "nur 16,97 EUR". Rad ab? Nein, DoppelCD, nur nirgends erwähnt. Nur weil ich bei amazon immer CDs kaufe, wenn die kein Geld mehr kosten (oder ich einen Gutschein habe), heisst das noch lange nicht, dass ich mir Neuerscheinungen kaufe. Das kommt davon, wenn die Auswertungsskripte nur den Geschmack ohne das ausgegebene Geld pro Produkt auswerten.
- Und jetzt mein Paradebeispiel aus dieser Woche: Meine Kontaktlinsen. Ich habe zwei verschiedene, eine torisch, eine asphärisch. Die gibt es meistens in 6er Packs. Da ich aber keine Lust habe, mir für mehr als ein halbes Jahr Kontaktlinsen an die Ecke zu legen (Kapitalbindung - bin ja halber BWL'er -, außerdem kan sich in der Zeit ja auch das Sehen verschlechtern, ich trage Monatspaare meistens auch etwas länger als einen Monat), hätte ich gerne nur 3 Paare. In Wilhelmshaven bei meinem Optiker war das nie ein Problem. Also, festhalten, ich bin bereit, Geld auszugeben. Die liebe Bedienung sah sich allerdings außerstande, die von mir geforderte Mindermenge bestellen zu können. Nach einem aussichtslosen "Ja, und was machen wir da jetzt" meinerseits hat sie mir dann ein neues Paar Probelinsen, diesmal 14 Tage-Linsen mitgegeben. Wer kein Geld will, und lieber mit Testlinsen um sich wirft, bitte. Aber dann nicht wundern, dass man kein Geld bekommt.
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