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Bild: CC BY 2.0, Enokson
Bildlizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

Ist der Hype um Social Media im Personalmarketing nach wie vor präsent oder gehört der Einsatz von sozialen Netzwerken mittlerweile zum Standard im Arbeitgebermarken-Einmaleins? Lange hat sich gefühlt gar nichts mehr getan was Employer Branding via Facebook angeht. Facebook verliere vor allem bei Jugendlichen an Attraktivität, hieß es noch vor wenigen Monaten in einer Studie.

Hinter vorgehaltener Hand kursierte selbiges Gerücht auch unter Brancheninsidern. So richtig traute sich allerdings niemand es auszusprechen. Und tatsächlich konnte ich es auch im eigenen Familienkreis beobachten. Ein Familienmitglied wurde neulich 13 und überschritt somit das magische Mindestalter für eine Registrierung bei Facebook. Auf die Frage hin, ob sich die junge Dame nicht darüber freue, bald einen eigenen Facebook-Account anlegen zu dürfen antwortete diese gelangweilt wozu sie denn Facebook brauche. Sie habe schließlich Whatsapp und Instagram.

Jetzt kann man natürlich erwidern, dass sich die oben erwähnte Studie nur auf amerikanische Jugendliche bezieht (in Deutschland wurden wohl noch keine vergleichbaren Zahlen erhoben) oder es sich bei der jungen Dame um einen Einzelfall handelt. Fakt ist allerdings, dass die Kritik an Facebook merklich zu hören ist. Und dieses Mal geht es nicht um Datenschutz.

Doch als ob das alles nur eine lästige Eintagsfliege wäre, fegte Facebook vor einigen Tagen alle Zweifel mit einer unglaublichen Meldung vom Tisch: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg verkündete, dass am Montag, den 24. August 2015 erstmals 1 Milliarde Nutzer pro Tag auf Facebook eingeloggt waren. Das heißt, dass an diesem Tag jeder siebte Mensch mindestens einmal auf Facebook aktiv war. Irre.

Was hat diese Meldung jetzt aber mit Employer Branding und Personalmarketing zu tun?

Nun, zum einen scheint das Thema Facebook nach wie vor nicht tot zu sein. Im Gegenteil: Via Facebook lassen sich nach wie vor Bewerberzielgruppen mit Hilfe von beispielsweise Sponsored Posts gezielt ansprechen. Voraussetzung ist selbstverständlich ein anständiges Targeting sowie eine Fanpage des eigenen Unternehmens oder gleich eine spezielle Karriere-Fanpage. Was das Targeting angeht, können theoretisch alle Informationen genutzt werden, die die Facebook-Nutzer in ihren Profilen angegeben haben.

Gehen wir also davon aus, dass ein Unternehmen in Stuttgart freie Ausbildungsplätze im Bereich Informatik besetzen möchte. Es veröffentlicht also ein entsprechendes Posting auf der Facebook-Seite und bewirbt diesen Beitrag dann. Dazu könnte folgendes Targeting eingestellt werden: Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 16 und 23, die in Stuttgart oder in 20 km Umkreis wohnen, die z.B. aufs Karls-Gymnasium in Stuttgart gehen, deutsch oder englisch sprechen und ein Interesse für den Themenbereich „Computer“ haben. So das grobe Targeting, das ich zu Demonstrationszwecken auf die Schnelle gebastelt habe. Facebook berechnet in diesem Beispiel eine potenzielle Reichweite von rund 1.500 Nutzern für dieses Targeting. Selbstverständlich kann das Targeting noch weiter verfeinert oder aufgebohrt werden. Je nach Gusto.

Targetingmöglichkeiten bei Facebook Sponsored Posts
Targetingmöglichkeiten bei Facebook Sponsored Posts

Und dann flatterte in den letzten Tagen noch eine Meldung von allfacebook.de ins Haus, die das Thema Candidate Experience/Candidate Journey noch enger mit Facebook verbindet: In den kommenden Wochen sollen die sogenannten Page Plugins (siehe Abbildung) eine Messaging-Funktion bekommen.

 

Das Facebook Page Plugins wird auf der Kunden-Website eingebaut und ist eine direkte Schnittstelle zwischen Website und Facebook-Page.
Das Facebook Page Plugins wird auf der Kunden-Website eingebaut und ist eine direkte Schnittstelle zwischen Website und Facebook-Page.

Somit haben Bewerber die Möglichkeit, direkt über die Website des Unternehmens mit dessen Karriere-Fanpage auf Facebook in Kontakt zu treten. Voraussetzung ist natürlich, dass das Unternehmen eine solche Seite auf Facebook betreibt.

Ein Praxisbeispiel könnte so aussehen: Ein Bewerber sieht die Stellenanzeige des Unternehmens auf einer Jobbörse und bewirbt sich über dessen Karriere-Website. Nach zwei Wochen möchte der Bewerber wissen, wie der aktuelle Stand seiner Bewerbung ist, geht wieder auf die Karriere-Website und entdeckt dort das Facebook-Plugin. Er ruft die Messenger-Funktion auf und fragt darüber den Status seiner Bewerbung an.

Die Gefahr besteht allerdings nun darin, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig oder nicht adäquat antwortet. Die Nutzer erwarten von einem solchen Messenger-Tool eine kurze Feedback-Zeit und keine austauschbaren Antworten à la „schreiben Sie uns ihr Anliegen in einer Mail“.

 

Alles in allem bleibt festzustellen, dass trotz des bereits angestimmten Abgesangs auf das größte soziale Netzwerk der Welt noch viel Luft nach oben ist, was die Personalmarketing-Kommunikation angeht. Neue Features und bewährt Werbeformate machen Facebook für Personaler nach wie vor interessant. Es gilt die bestehenden Möglichkeiten nur sinnvoll und dosiert einzusetzen. Gerne helfen wir dabei 🙂

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