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Wer sich wie wir bei emplify täglich mit Stellenanzeigen auseinander setzt, kommt schnell zu dem Schluss, dass dieses vermeintlich einfache Thema so einige Tücken bereit hält. Statt deshalb die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und die Apokalypse auszurufen, möchten wir das Problem aber lieber konstruktiv angehen und hier einen kleinen Einblick in unsere Arbeit bieten. In diesem Fall widmen wir uns einer oft unterschätzten Angelegenheit: dem Jobtitel in Stellenanzeigen.

Warum ist der Jobtitel so wichtig?

Der erste Eindruck zählt – und das ist im Falle einer Stellenanzeige der Jobtitel. Denn dieser sollte für den Betrachter als wichtigste Information nicht nur ohnehin direkt ersichtlich sein, sondern ist auch das Erste, was dem Bewerber bei seiner Online-Suche bei der Auflistung von Google-Ergebnissen oder in Jobbörsen angezeigt wird – noch bevor überhaupt die entsprechende Anzeige lädt. Im Zweifelsfall entscheidet also genau dieser Titel, ob die Stellenanzeige im Falle einer Printanzeige genauer angesehen oder bei einem Online-Eintrag überhaupt geklickt wird.

Wonach suchen Bewerber?

Klare Aussagen statt kreativer Hirnegespinste – die Jobbezeichnung sollte möglichst präzise und konkret sein. Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen ist es sinnvoll, sich in die Rolle des Bewerbers hineinzuversetzen: Als Suchbegriffe werden die gelernte oder gewünschte Position bzw. das Tätigkeitsfeld angegeben, wohl kaum aber Fantasiebegriffe wie „Held“, „Rockstar“, „Ninja“ oder „Guru“. Je nach gewünschten Sprachkenntnissen der Bewerber sollte außerdem auch hier auf die Formulierung geachtet werden: Grundsätzlich ergibt hierzulande ein deutscher Jobtitel Sinn, bei international agierenden Unternehmen kann aber je nach täglichem Sprachgebrauch auch ein englischsprachiger Titel zielführend sein.

Um die Popularität mehrerer Titelvarianten zu vergleichen, lohnt sich eine kurze Analyse mit Google Trends: Hier wird der Suchverlauf der einzelnen Begriffe oder Begriffskombinationen in Abhängigkeit von gewählter Region, Zeitraum und Kategorie grafisch dargestellt. So erzielt beispielsweise der Begriff „Softwareentwickler“ in dieser Schreibweise in Deutschland in den letzten zwölf Monaten in der Kategorie „Beruf und Ausbildung“ ein signifikant höheres Ergebnis als die getrennte Variante „Software Entwickler“. Auch die automatischen Suchvorschläge bzw. -erweiterungen von Google können als Inspiration hilfreich sein.

Welche Infos gehören in den Jobtitel?

Neben der reinen Tätigkeit können dabei auch weitere Kriterien eine Rolle spielen: Die hierarchische Einordnung der Stelle bzw. die damit einhergehende Verantwortung (z. B. „Junior“, „Senior“, „Leitung“, etc.), die genaue Branche (z. B. „Verkäufer Parfümerie“), verwendete Software, Programmiersprachen oder Fachkenntnisse (z. B. im IT-Bereich oft sinnvoll), Sprachen (falls die im Arbeitsalltag genutzte Sprache abweicht), der Einsatzort oder der Zeitraum (Vollzeit, Teilzeit, dauerhaft, 
befristet, Praktikum …). Wichtig ist hierbei, sich nicht in einer endlosen Aufzählung zu verlieren, sondern je nach Relevanz durch weitere Begriffe eine genauere Einordnung zu erreichen.

Was gilt es bei der Formulierung des Jobtitels zu beachten?

Neben der Nutzung von möglichst klaren und Google-relevanten Begriffen sollte außerdem noch eine Reihe an weiteren Kriterien beachtet werden, was die Formulierung des Jobtitels angeht: Gemäß des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) darf kein Bewerber aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Weltanschauung, Religion, Alter, sexueller Identität oder einer Behinderung benachteiligt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Stellenanzeigen entsprechend AGG-konform formuliert werden müssen – z. B. durch das geschlechtsneutrale „(m/w)“ im Jobtitel. Auf Formulierungen wie „jung und dynamisch“ oder „körperlich belastbar“ sowie den Wunsch nach einer „Muttersprache“ sollte man deshalb verzichten, auch die explizite Aufforderung zum Beilegen eines Fotos bei den Bewerbungsunterlagen kann kritisch sein.

Als Faustregel kann man sich zudem eine Länge von maximal 80 Zeichen mit insgesamt zwei bis sechs Wörtern für den Jobtitel merken. Zu lange Begriffe fordern nicht nur die Aufmerksamkeitsspanne des Betrachters heraus, sondern lassen auch die einzelnen Nennungen an Relevanz verlieren. Insofern sollte man sich vorher genau überlegen, welche Voraussetzungen und Infos für den Job unverzichtbar sind und nach Möglichkeit schon im Titel genannt werden sollten oder welche Kriterien auch einfach nachfolgend im Text der Stellenanzeige aufgezählt werden können.

Beispiel: Statt einem „Vertriebsfachberater (m/w) für den Bereich Daten-, Netzwerk- & Bustechnik“ empfehlen wir die Version „Mitarbeiter (m/w) Technischer Vertrieb“. Die zusätzliche Spezifikation „im Bereich Daten-, Netzwerk- & Bustechnik“ ließe sich hier z. B. in Form einer Sublineheadline unterbringen.

Checkliste: der perfekte Jobtitel

  • möglichst spezifisch
  • kurz und prägnant
  • konkret statt kreativ
  • Google-relevant
  • AGG-konform
  • max. 80 Zeichen lang

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass es selbst bei einem vermeintlich lapidaren Baustein wie dem Jobtitel der Stellenanzeige eine Menge zu beachten gibt, um am Ende erfolgreich zu sein. Gerne helfen wir Ihnen bei weiteren Fragen zu diesem und anderen Employer-Branding-Themen auch persönlich weiter!

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