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Candidate Journey – Was Kandidaten wollen und wie Du sie für Dich gewinnen kannst

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die aktuelle Arbeitsmarktsituation sehr angespannt ist. Es ist so schwierig wie nie zuvor, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Aspekte wie der demographische Wandel, Digitalisierung und auch eine geringe Arbeitslosenquote (in Baden-Württemberg immerhin im August 2019 3,3 Prozent). Das heißt, dass wenige Personen aktiv nach einem Job suchen, aber viele Arbeitgeber offene Stellen besetzen möchten. Der Wettbewerb ist dementsprechend groß und das Konkurrenzdenken anderen Arbeitgebern gegenüber wird immer stärker.

Daher ist es für Unternehmen wichtig, auf die Candidate Experience eines jeden Bewerbers zu achten. Unter Candidate Experience werden die Erfahrungen und Wahrnehmungen, die ein Bewerber während des Bewerbungs- und Einstellungsprozesses mit dem jeweiligen Unternehmen sammelt, verstanden.

Warum profitiert ein Unternehmen von einer positiven Candidate Experience?

Bewerber, die gute Erfahrungen während ihres Bewerbungsprozess‘ machen, werden sich wahrscheinlicher für den Arbeitgeber entscheiden und andererseits ihre positiven Erfahrungen teilen (bspw. Über Kununu oder andere Bewertungsportale), was sich wiederum positiv auf zukünftige Bewerber bzw. Bewerbungen auswirkt.

Auf Seiten der Bewerber spricht man von der Candidate Journey. Diese beschreibt den Weg des Kandidaten den er geht, wenn er sich bei einem Unternehmen bewirbt. Dabei passiert er mehrere Kontaktpunkte und hat ein individuelles Empfinden für den Prozess. Der Kandidat bestreitet für gewöhnlich folgenden Weg:

 Grobe Suche ohne konkretes Ziel, Überblick verschaffen

Die Kandidaten suchen nach allem, was Unternehmen und Jobs betrifft, also Input über Kultur und Werte, Weiterbildungsmöglichkeiten, Benefits, Videos, Standorte etc. Kurz gesagt: Sie wollen Infos, Infos, Infos!

Quelle: meta HR & stellenanzeigen.de – Candidate Journey 2017

Die Tabelle verdeutlicht, was der Großteil der Bewerber bei ihrer Suche beachtet. Selbstverständlich können und dürfen auch weitere Aspekte dazu zählen. Dies können Infos über soziales Engagement des Unternehmens aber auch Bilder der Mitarbeiter sein. Hier ist es letztlich auch eine Frage des Geschmacks: Gefällt den Bewerbern, die ich suche, auch das, was sie bei mir sehen?

Der typische Weg des Kandidaten gestaltet sich dabei folgendermaßen:

Dabei beschreitet der Bewerber folgende Stationen:

Wie deutlich ersichtlich ist, hat das Unternehmen mit einer guten Employer Brand bzw. einer guten SEO-Optimierung den schnelleren Bewerbungsweg, da die potentiellen Kandidaten nicht den „Umweg“ über die Jobbörsen nehmen müssen. Zugleich kommt es zu einer größeren Bindung beim Kandidaten, weil sie weniger vergleichbare Anzeigen sehen und somit weniger abgelenkt, aber schneller und besser überzeugt werden.

 Entscheidungsprozess des Bewerbers, sich beim Unternehmen zu bewerben

Der Bewerber wird sich positiv an das Unternehmen erinnern, wenn ein hohes Maß an Klarheit in Bezug auf die gestellten Anforderungen und ein namentlich genannter Ansprechpartner klar kommuniziert wurden. Auch Einblicke in den Unternehmensalltag durch authentische Fotos, Videos oder kurze Texte auf einem Arbeitgeberportal finden immer mehr positive Zustimmung und überzeugen den Bewerber weiter vom Unternehmen. Weitere Aspekte über die Erwartungen der Bewerber sehen wir hier:

Quelle: meta HR & stellenanzeigen.de – Candidate Journey 2017

Entscheidungsprozess des Arbeitgebers, den Bewerber einzustellen

In dieser Phase tritt das Unternehmen in Aktion und gleichzeitig Bewerber und Unternehmen das erste Mal in Kontakt. Hierbei spielt er Zeitfaktor eine tragende Rolle. Der Bewerber sollte bestenfalls innerhalb von 24 Stunden über den Erhalt der Bewerbung eine Rückmeldung bekommen. Der Kandidat fühlt sich in diesem Sinne wertgeschätzt und wahrgenommen.

 Abschluss der Bewerbung, Einstellung

Die vierte Phase muss weiterhin unter dem Aspekt des Zeitmanagements und der richtigen Kommunikation stehen, damit der Übergang von „Bewerber“ zu „Mitarbeiter“ reibungslos verlaufen kann. Generell sollte das Verfahren nicht länger als 6 Wochen ab dem Zeitpunkt der Bewerbung dauern.

Am Ende der Phase steht der Einstieg in das neue Unternehmen (Onboarding). Die ersten zwei Wochen als neuer Mitarbeiter sind besonders wichtig, da sich zeigt, ob das Unternehmen die vorher kommunizierten Leistungen und Benefits auch in der Praxis umsetzt.

Quelle: meta HR & stellenanzeigen.de – Candidate Journey 2017

Die Tabelle zeigt, dass für die Befragten eine offizielle Begrüßung sowie ein fester Ansprechpartner bzw. Mentor sehr wichtig war. In dieser äußerst intensiven Zeit entscheidet sich auch, ob und wie lange der Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden werden kann. Fühlt er sich während seiner Probezeit wohl und wurden seine Erwartungen an den neuen Job erfüllt oder ggf. sogar übertroffen, ist es sehr wahrscheinlich, dass der neue Kollege weiterhin Teil des Teams bleibt.

Die Candidate Journey bezeichnet den Weg des Kandidaten während der Bewerbung bei einem Unternehmen. Sie bezeichnet folglich die Reise des Kandidaten angefangen bei der groben Suche nach neuen Herausforderungen bis hin zum Abschluss des Bewerbungsprozesses.

Die Candidate Experience beschreibt wiederum die Wahrnehmung und die Erfahrung die der Kandidat während des Bewerbungsprozesses, also der Candidate Journey, sammelt. Je positiver diese Erfahrung ist, desto größer ist die Chance, dass der Kandidat das Jobangebot annimmt und das Unternehmen positiv bewertet und auch im Falle einer Absage dem Unternehmen positiv gestimmt bleibt.

Das Absenden der Bewerbung signalisiert das Ende der Candidate Journey. Das Ziel der Unternehmen ist es an dieser Stelle: Den Kandidaten bis zum Abschicken der Bewerbung bringen. Dabei sollten gewisse Recruiting Maßnahmen beachtet werden:

  1. Awareness
  • Wie werden Bewerber auf uns aufmerksam?
  • Was zeichnet mich als Arbeitgeber aus?

 

  1. Stellenanzeige
  • Wo ist meine Stellenanzeige für die entsprechende Zielgruppe am besten platziert?
  • Ist unsere Anzeige auch für die Darstellung auf dem Smartphone/Tablet optimiert?
  • Kommunizieren wir unsere Vorteile und unsere Attraktivität klar und verständlich?
  • Sind die Auswahlkriterien klar und eindeutig? Kommt der Bewerber in maximal 4 Klicks von der Startseite des Unternehmens bis hin zur endgültigen Bewerbung?

 

  1. Gewinnen
  • Was muss ich bei Online-Bewerbungsverfahren beachten?
  • Wie einfach können Interessenten Kontakt aufnehmen?
  • Welche Kanäle benutzen die Interessenten bevorzugt?
  • Verwenden wir Job Alerts, um überzeugte Kandidaten über offene Vakanzen zu informieren?

 

Es zeigt sich:

Je positiver die Kontaktpunkte des Kandidaten mit dem Unternehmen sind, desto mehr abgeschlossene Bewerbungen werden eingehen.

 

Prinzipiell sollte sich das Unternehmen daher in jedem der Schritte die Fragen stellen:

  • Wonach sucht mein Bewerber?
  • Als was sieht sich mein Bewerber?
  • Was möchte mein Bewerber?

 

Für eine erfolgreiche Candidate Experience ist wichtig, dass die einzelnen Phasen dem Kandidaten positiv in Erinnerung bleiben. Daher muss der Bewerber von Anfang an abgeholt werden, da in Zeiten des Fachkräftemangels es sich Unternehmen nicht leisten können, Top-Kandidaten an die Konkurrenz zu verlieren.

Zunächst unterschiedet sie sich selbstverständlich in der Art der Aufmerksamkeit, bleibt jedoch in beiden Fällen als Priorität ganz oben. Während aktive Jobsuchende in ihrer Candidate Journey meist gezielt nach passenden Stellenanzeigen suchen, muss der Passiv-Suchende von einem (zufällig erscheinenden) Jobangebot überzeugt werden. Statt einer einfachen Stellenanzeige sollte hier das Employer Branding, die Benefits und das Cultural Fit im Vordergrund stehen, um den Bewerber möglichst positiv zu überraschen und zu überzeugen.

Quelle: meta HR & stellenanzeigen.de – Candidate Journey 2017

Ein passiv Suchender IT-Mitarbeiter wird nicht auf irgendeiner Jobbörse oder irgendwelchen Unternehmensseiten selbst nach einem neuen Job suchen, wenn er mit seiner aktuellen Position einigermaßen zufrieden ist. Daher muss das Unternehmen dort anfangen, wo sich der potenzielle neue Arbeitnehmer aufhält: Facebook-Ads, Google-Werbeanzeigen oder auch passende Banner-Ads auf der Zielgruppe thematisch passenden Seiten kann das Interesse wecken. Besonders sollte des Weiteren auf eine bedürfnisorientierte und individuelle Ansprache geachtet werden, um den Kandidaten von einem Wechsel zu überzeugen.

Fazit

Die Candidate Experience und die Candidate Journey können folglich gezielt vom Unternehmen und dessen Recruitingprozess beeinflusst werden. Neben technischen Faktoren wie der Möglichkeit der einfachen Online-Bewerbung, auch per Smartphone, und einer gut strukturierten Karriereseite ist vor allem die zeitnahe Kommunikation mit dem Kandidaten ausschlaggebend. Wer auf diese Details achtet, wird schon bald zufriedene Mitarbeiter für den eigenen Betrieb rekrutiert haben.

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