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Keine Panik – „Google for Jobs“ Deutschland ist da!

Seit dem 22.05.2019 ist nun das sagenumwobene „Google for Jobs“ auch in Deutschland verfügbar und poppt auf, sobald man jobähnliche Suchbegriffe in die Suchmaske von Google eingibt. So erhält man beispielsweise bei der Eingabe „Jobs Softwareentwickler Stuttgart“ folgenden Screen:

Aber was ist dieses „Google for Jobs“ eigentlich?

Es ist im eigentlichen Sinne keine „Jobbörse“, wie StepStone oder Monster. Es ist vielmehr eine spezielle Sucherweiterung von Google für Stellenangebote. Sichtbar wird es in Form einer blauen Box, die sich im Fachjargon „Enriched Search Result“ nennt. Es ist sozusagen eine Jobsuchmaschine von Google und kann daher am ehesten mit Indeed, der weltweit größten Suchmaschine für Jobs, verglichen werden. Es gibt auch keine eigene Internetadresse (URL) unter der „Google for Jobs“ verfügbar ist, sondern man gelangt stets über die Hauptseite von Google und das „Enriched Search Result“ zu „Google for Jobs“. Das funktioniert ganz ähnlich wie bei der Suche nach Hotels, Restaurants oder Flügen auf Google.

Welche Jobs finde ich auf „Google for Jobs“?

Wie immer hat Google den Anspruch, alles auffindbar zu machen, was das Netz bietet – so auch beim Thema Jobs. Google aggregiert daher Stellenangebote von allen möglichen Jobbörsen, aber auch direkt von den Karriereseiten der Arbeitgeber. Die beiden großen Player, StepStone und Indeed, stehen der Sache noch etwas skeptisch gegenüber, weshalb sich deren Jobangebote derzeit nicht in den Ergebnislisten auf Google wiederfinden. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis auch hier die Crawler und Bots von Google einfallen und alles abgreifen, was es dort an Stellenangeboten gibt.

Aber ich konnte doch bisher auch immer Jobs über Google finden. Was ist jetzt anders?

Das ist richtig. Wir haben es hier aber mit neuen Suchalgorithmen und einer komplett neuen Oberfläche zu tun. Mit Hilfe  dieser neuen Oberfläche soll ein potenzieller Kandidat Jobs noch besser finden können als bisher. Sie verfügt über vielfältige Filtermöglichkeiten und gut durchdachte Erweiterungsvorschläge hinsichtlich der Keywords und der Standortsuche. Beim Durchklicken merkt man schnell, dass man es hier mit einem gewohnt benutzerfreundlichen und durchdachten Produkt, aus dem Hause Google, zu tun hat. Man munkelt, dass heutzutage ca. 80 % der aktiven Jobsuchen bei Google starten. Deswegen ist es nur konsequent von Google, dass es jetzt eine entsprechende, auf die Zielgruppe der Jobsuchenden perfekt zugeschnittene, Funktion gibt. Es geht hier natürlich auch wieder um das Thema der Datensammlung. Google möchte alle unsere Lebensbereiche mehr und mehr durchdringen, menschliches Verhalten komplett erfassen und so seine Produkte immer weiter verbessern. Natürlich tun die das rein aus altruistischen Motiven heraus und wollen damit die Welt insgesamt verbessern 😉. Mehr Daten, über die Nutzer, bedeuten aber letztendlich, wie immer, noch bessere Möglichkeiten Werbeanzeigen auszuspielen – zu verkaufen – und noch passgenauere Produkte zu liefern. Hinter „Google for Jobs“ steht letztendlich die Vision, dass Kandidaten, eines Tages, praktisch völlig von selbst, das perfekt auf sie zugeschnittene Jobangebot, serviert bekommen, inklusive unterschriftsreifem Arbeitsvertrag. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg und deswegen handelt es sich, zumindest vorerst, nur um eine Vision.

Werden jetzt alle anderen Jobbörsen und -suchmaschinen Überflüssig?

Das mit den Einschätzungen ist immer so eine Sache, denn wenn jemand zuverlässig die Zukunft voraussagen könnte, dann wäre er, wahrscheinlich schon jetzt, der reichste Mensch der Welt. Es werden schon seit längerem Stimmen laut, die sagen: „Google macht jetzt alles platt. Das ist das Ende von Indeed und StepStone.“ usw.

Um ein besseres Gefühl für die Einordnung solcher Aussagen zu bekommen, empfehle ich Euch einen Blick auf Phänomene wie „Google+“ zu werfen. Der Start von „Google+“ wurde damals mit vollmundigen Aussagen begleitet wie: „Google+ wird Facebook den Rang ablaufen“, „Jetzt kann Facebook einpacken.“ etc. Das Soziale Netzwerk von Google erreichte zu Spitzenzeiten kaum mehr als 150 Millionen aktive Nutzer weltweit. Zum Vergleich: Facebook hatte im Januar 2019 weltweit rund 1,5 Milliarden aktive Nutzer. Das ist die Zehnfache Menge! „Google+“ wurde dann im April 2019, höchstwahrscheinlich aufgrund von mangelhafter Wirtschaftlichkeit, eingestellt.

Weiterhin könnt ihr Euch einmal überlegen mit welchen Web-Tools Ihr Preise vergleicht, Reisen bucht oder vielleicht auch Börsenkurse abruft? Google ist zwar mächtig, aber nicht allmächtig. Gerade in Branchen, in denen es bereits starke Player gibt (Preisvergleiche, Flüge/Reisen, Social Media), tat sich Google in der Vergangenheit oftmals schwer.

Als dritten Punkt möchte ich hier zu bedenken geben, dass „Google for Jobs“, aus Sicht von Google „nur“ ein ganz kleiner Bestandteil und eine Erweiterung der bereits vorhandenen Suchfunktionen ist. Es gibt weder ein eigenes Logo für „Google for Jobs“ noch gibt es einen offiziellen Markennamen dafür. Die Bezeichnungen „Google for Jobs“, „Google4Jobs“ oder hierzulande auch „Google für Jobs“ kommen gar nicht direkt von Google, sondern wurden von der Web-Community ins Leben gerufen. Unklar ist außerdem, ob es jemals ein Monetisierungs-Modell für Stellenanzeigen auf „Google for Jobs“ à la Google Ads geben wird. Am Wahrscheinlichsten ist , dass es irgendwann einen „Haken“ im Google Ad Manager geben wird, mit dem man Google sagt, dass es sich bei den geplanten Werbeanzeigen nicht um Produktwerbung, sondern um Stellenanzeigen handelt.

Es ist absolut verständlich, dass „Google for Jobs“ in der Recruiting-Szene für Furore sorgt. Aus der Perspektive aber wenn man sich einmal in die Perspektive von Google und dessen Mutterkonzern Alphabet versetzt, ist es genauso verständlich, dass das Thema Recruiting bzw. Bewerbermarkt hier wahrscheinlich nicht die allerhöchste Priorität besitzt. Zudem hat Google kein Interesse daran, den bestehenden Jobbörsenmarkt vollkommen auszuhebeln, da die allermeisten Jobbörsen selbst zu gut zahlenden Kunden von Google gehören und ohne die Jobbörsen die Suchergebnislisten von Google for Jobs ziemlich leer aussehen würden.

Zum Schluss müssen natürlich auch die Bewerber auf „Google for Jobs“, in großer Schar, aufmerksam werden und sich daran gewöhnen, dieses Tool als primäres Mittel für die Jobsuche zu nutzen.

„Google for Jobs“ ist auf jeden Fall, für uns alle – und damit meine ich Recruiter und Anbieter von Recruiting-Dienstleistungen – eine sehr gute Sache, die viel Potenzial bietet. Zudem zwingt sie uns alle dazu, uns einmal mehr mit den wirklich wichtigen Themen im Bereich Bewerbermangel und War for Talents auseinandersetzen, nämlich mit der Karriereseite.

Wie kommen meine Stellenangebote zu „Google for Jobs“?

Da die meisten Unternehmen in Deutschland längst einen Großteil Ihrer Jobangebote auf kostenpflichten oder auch kostenlosen Jobbörsen ausschreiben, ist es extrem wahrscheinlich, dass Eure Stellenangebote bereits auf „Google for Jobs“ gefunden werden. Die Auffindbarkeit und auch die Darstellung hängt jedoch von erwähnten Jobbörsen ab. Deswegen ist es dank „Google for Jobs“ noch wichtiger geworden, auf eine ordentliche Aufbereitung auf der eigenen Karrierewebsite zu achten. Das Thema SEO gewinnt dadurch für Stellenangebote und Karrierethemen nochmals an Relevanz.

Wie bereits erwähnt aggregiert „Google for Jobs“ Stellenangebote sowohl von Jobbörsen als auch von Karriere-Websites. Wenn man allerdings einige Jobsuchen in Deutschland mithilfe von Google durchgeführt hat, stellt man schnell fest, dass momentan 99% der angezeigten Vakanzen von externen Stellenportalen stammen und nicht direkt von den Arbeitgebern selbst. Dies zeigt, dass deutsche Unternehmen und deren Karriereseiten hier einfach in Bezug auf „Google for Jobs“ noch nicht fit sind. Dabei behandelt Google die Ergebnisse von Karriere-Websites bevorzugt und zeigt diese, sofern welche gefunden werden, über den Suchergebnissen der Jobbörsen an. Sorgt also dafür, dass Bewerber die Jobs direkt von Eurer Karriere-Website ausgespielt bekommen!

Das Stichwort, um das es hier geht nennt sich „strukturierte Daten“. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu technisch werden, aber man kommt im Jahr 2019 leider einfach nicht mehr drum herum, sich wenigstens ein bisschen mit Technik auseinanderzusetzen.

Damit Eure Jobangebote ordentlich und direkt von Eurer Karriereseite auf „Google for Jobs“ sichtbar sind, müsst Ihr Google mitteilen, wo und wie die Stellenangebote auf Eurer Karriereseite gefunden werden können. Das Ganze funktioniert letztendlich über kleine Eingriffe im Quellcode der Website und der Stellenanzeigen auf eurer Website. Konkret müsst Ihr hier folgendes tun und beachten:

  • Die Google Indexing API nutzen sowie eine entsprechende Sitemap zur Verfügung stellen.
  • Die Stellenangebote entsprechend strukturiert aufbereiten und die Elemente im Quellcode der Anzeigen deklarieren. Dabei sollten unbedingt folgende Punkte in jedem Job enthalten sowie für Google optimiert und deklariert sein:
    • Stellentitel
    • Einsatzort
    • Jobbeschreibung
    • Datum der Stellenausschreibung
    • Unternehmensname
    • Logo

 

Und dann gibt es noch eine Menge optionaler Felder, die die Auffindbarkeit der Jobs auch verbessern können und daher idealerweise soweit es geht mit Daten befüllt sein sollten.

Aber wie mache ich das, wenn ich mich als Recruiter/Personaler weder mit Webentwicklung auskenne, noch Zugang zum Quellcode meiner Website oder meines Bewerbermanagementsystems habe?

Hierzu wendet Ihr euch am besten an Eure betreuende Webagentur oder an den Anbieter eures Bewerbermanagementsystems und fragt, ob Eure Karriereseite schon fit für „Google for Jobs“ gemacht wurde. Sollte das nicht der Fall sein (ein sehr wahrscheinliches Szenario) dann könnt ihr Euch entweder durch diese Anleitung arbeiten oder natürlich auch uns um Hilfe bitten. Für alle die noch mehr zum Thema „Google for Jobs“ erfahren möchten und die genauer wissen möchten, was man alles tun kann und sollte bieten wir zwei kostenlose Webinar-Termine an:

  • 05.06.2019, 11 Uhr
  • 18.06.2019, 14 Uhr

 

Wenn Ihr Teilnehmen wollt, schreibt einfach eine Mail an und Ihr erhaltet eine Termineinladung inklusive Zugangsdaten.

Außerdem bieten wir Euch unseren umfassenden „Google for Jobs“-Check an, bei dem Ihr genau erfahrt, was Ihr konkret in eurem Fall tun müsst, um fit für „Google for Jobs“ zu sein.

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