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Guide: Stellenanzeigen schreiben – mit der richtigen Stellenbeschreibung die richtigen Kandidaten ansprechen

21/5000 Man schreibt eine Stellenanzeige

Das Schreiben einer überzeugenden Stellenbeschreibung ist entscheidend, um möglichst passende Kandidaten für Deinen offenen Job zu gewinnen. Wenn Du Zeit und Mühe in Deine Stellenbeschreibung investierst, kannst Du auf lange Sicht viel Zeit und Geld sparen.

Wir sehen fast täglich Beispiele, wie man es besser nicht machen sollte und aus diesem Grunde haben wir beschlossen, diesen Guide zu verfassen. Hier erfährst Du, wie Du Deine Stellenanzeige richtig strukturierst, welche Inhalte wichtig sind und welche nicht.

Aber zuerst, was ist eine Stellenbeschreibung?

Eine Stellenbeschreibung fasst die wesentlichen Verantwortlichkeiten, Qualifikationen und Fähigkeiten für eine Rolle zusammen. Sie sollte auch wichtige Unternehmensdetails wie Unternehmensziel, Unternehmenskultur und vor allem alle Vorteile enthalten, die ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern bietet.

Eine Stellenbeschreibung ist meist der erste Eindruck, den Kandidaten von Deinem Unternehmen bekommen. Deswegen ist es auch so wichtig, hier so viel wie möglich richtig zu machen!

Aber wie sieht so eine überzeugende Stellenbeschreibung aus?

Heutzutage gibt es viele kreative Ansätze, Jobbeschreibungen zu formulieren, die oft sehr originell klingen, lustige Wortspiele enthalten oder gar eine Geschichte erzählen. Worauf es jedoch immer und vor allem als erstes ankommt ist, dass Deine Stellenanzeigen für den Leser schnell erfassbar sind.

Die Aufmerksamkeitsspanne eines durchschnittlichen Jobbörsen-Nutzers beträgt kaum mehr als eine Minute. In dieser kurzen Zeit musst Du überzeugen. Und deswegen bringt es nichts, wenn Du Jobtitel erfindest, die noch nie zuvor jemand gelesen hat oder wenn Du mehrere Bildschirme umspannende Romane schreibst. Es gibt ein paar grundlegende Punkte, die Du immer in Deiner Stellenbeschreibung haben solltest und die auch als solche klar erkennbar sind.

Schaue Dir einmal Deine Stellenbeschreibungen an und stell Dir dabei die Frage, ob Deine Stellenanzeige die folgenden Fragen leicht und klar verständlich beantwortet:

  • Wer sind wir? (Präsentation des Unternehmens)
  • Welche Stelle möchten wir besetzen? (Beschreibung der gesuchten Position)
  • Wo ist der Standort?
  • Wie sieht es der Arbeitsalltag aus? (Beschreibung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten für den Job)
  • Wen suchen wir? (Profil, Qualifikationen und Fähigkeiten des idealen Kandidaten)
  • Was können wir den Kandidaten anbieten? (Vorteile des Arbeitgebers, die die Konkurrenz eventuell nicht hat und das sind bestimmt nicht die „spannenden Aufgaben“)
  • Wo und wie sollen sich die Bewerber für die Stelle bewerben? (Kontaktinformationen und genaue Angaben zum Bewerbungsprozess)

Was soll in jedem Abschnitt enthalten sein?

Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen besteht darin, genügend Details bereitzustellen, damit die Bewerber die Rolle verstehen und feststellen können, ob sie für die Position qualifiziert sind, während die Beschreibung trotzdem möglichst knapp und präzise bleiben muss.

Wir werden die Stellenanzeige nun abschnittsweise aufschlüsseln, damit Du besser verstehst, welche Informationen Du wo und wie platzieren solltest.

Jobtitel und Einführung

Der wichtigste Teil Deiner Stellenanzeige ist der Jobtitel.

Es kann verlockend sein, sich kreative oder einzigartige Titel auszudenken, weil man damit aus der Masse hervorsticht. Aber das ist der falsche Weg. In Wahrheit ist es nämlich so, dass solche Kunststücke im Jobtitel eher dazu führen, dass niemand Deine Jobs findet. Man sollte vielmehr spezifisch sein und gängige Keywords und Berufsbezeichnungen verwenden, damit die Bewerber die Stellenanzeige tatsächlich finden können.

  • Wenn Du einen Webentwickler suchst, dann schreib es am besten auch so in deinen Jobtitel – und nicht „php Held“ oder „JavaScript Master“.
  • Ein weiterer Aspekt, den Du berücksichtigen solltest: Vermeide die Verwendung von internen Bezeichnungen. Das verwirrt und verunsichert die Kandidaten nur.
  • Halte Dich am besten an Standard-Erfahrungsstufen wie „Senior“ oder „Junior“ und nicht „Spezialist“ oder „Experte“ oder andere Begriffe, nach denen Menschen eher nicht suchen würden oder die eine unklare Bedeutung haben.
  • Außerdem solltest Du natürlich auf geschlechts-, alters- sowie ethnisch neutrale Formulierungen achten. Das beginnt bereits beim Jobtitel und setzt sich durch die ganze Stellenbeschreibung fort.
  • Der gängigste und in unseren Augen beste Weg, um dies umzusetzen, ist die Verwendung von „(m/w/d)“– auch im Stellenanzeigetext – z. B.: Marketing Manager (m/w/d) anstatt Marketing Manager(in).
  • Weiterhin sollte immer unterhalb des Jobtitels der Standort angegeben werden. Auf diese Weise stellst Du sicher, dass die Kandidaten direkt sehen, wo sich der Arbeitsort befindet.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Als nächstes ist es wichtig zu skizzieren, welche Aufgaben die Position genau beinhalten wird und einige der Hauptverantwortlichkeiten aufzulisten. Hier sind einige Tipps dazu:

Sei präzise – Idealerweise unterteilt man die Aufgaben in Stichpunkte (Bullet Points). Dies macht es für die Kandidaten einfacher, schnell die wesentlichen Inhalte zu erfassen.

Sei ehrlich – Die Verantwortlichkeiten der Position sollten unbedingt der Wahrheit entsprechen, denn sonst kann es passieren, dass die Kandidaten im späteren Verlauf enttäuscht sind, sich langweilen und am Ende sogar nach kürzester Zeit wieder kündigen. Es ist enorm wichtig, hier die richtigen Erwartungen an die ausgeschriebene Position zu wecken.

Verwende starke Verben – Damit kannst Du Deine Aufgaben und Verantwortlichkeiten lebendiger erscheinen lassen und so bei den Kandidaten Freude auf eine Mitarbeit in Deinem Unternehmen wecken. Beginne einfach jeden Punkt der beruflichen Verantwortungen mit einem möglichst einzigartigen, aber passenden Verb.

Qualifikationen und Fähigkeiten

Sei deutlich – Ähnlich wie bei der Aufgabenbeschreibung solltest Du eine sehr klare Liste der geforderten Qualifikationen bereitstellen, die auch wirklich zum jeweiligen Job passen. Auf diese Weise können Kandidaten, die nicht geeignet sind, schneller und besser erkennen, ob es sich überhaupt lohnt, sich auf Deine Position zu bewerben.

Abhängig von der Position können dies sein:

  • Berufserfahrung
  • Erforderliche Zertifizierungen oder Schulungen
  • Sprachliche Fähigkeiten
  • Technische Fähigkeiten (z. B. Programmiersprachen)

Stelle außerdem stets sicher, dass Du genau weißt, ob diese Qualifikationen für die Position von entscheidender Bedeutung sind oder nicht. Sprich Dich hierbei im Zweifel nochmal mit dem rekrutierenden Fachbereich ab.

Soft Skills und Persönlichkeitsmerkmale – Das mit den Softskills ist immer so eine Sache: Du musst Dir zuerst die Frage stellen, ob ein Kandidat tatsächlich spezielle Softskills zur Ausübung der Position benötigt oder nicht. Dabei gilt als Faustregel: Weniger ist mehr. Welcher Kandidat würde denn z. B. nicht von sich sagen, dass er oder sie fleißig, kommunikativ, ehrgeizig etc. ist? Auf jeden Fall solltest Du nichts-sagende Softskill-Floskeln à la „kreativ und teamfähig“ einfach weglassen und dafür spezifischere Dinge schreiben, die tatsächlich relevant sind, wie z. B. „Dir fällt es leicht Dich in die Probleme anderer hineinzuversetzen“.

Sei präzise und realistisch – Möglicherweise versuchst Du alle Anforderungen aufzulisten, die dein idealer Kandidat haben sollte. Aber zu viele Qualifikationen und Fähigkeiten schrecken Kandidaten ab und es kann sein, dass sie sich daraufhin gar nicht bei Dir bewerben wollen. Auf der anderen Seite möchtest Du natürlich auch nicht zu viele unpassende Bewerbungen erhalten. Daher solltest Du hier stets danach schauen, was wirklich für die Position erforderlich ist und was ggfs. weggelassen werden kann. Die Devise lautet: So knapp wie möglich und so ausführlich wie nötig. Auch dieser Abschnitt wird am besten als Liste mit Bullet Points ausgeführt.

Benefits oder “Wir bieten“

Die Benefits sind heutzutage das, worauf die Kandidaten mit am meisten schauen. Dennoch investieren viele Unternehmen nicht allzu viel Aufwand in diesen Abschnitt.

Nachdem Du die Aufmerksamkeit des Bewerbers auf Deine Stellenanzeigeich gezogen hast, solltest Du ihn mit einem Abschnitt, der dem Leistungspaket Deines Unternehmens gewidmet ist, von Dir als Arbeitgeber überzeugen. Dabei geht es wie bereits erwähnt darum, sich von der Konkurrenz abzuheben und wirklich einzigartige Dinge aufzulisten. Hier sind ein paar Beispiele, die Dich inspirieren sollen:

  • Gute Ausstattung am Arbeitsplatz: höhenverstellbare Schreibtische, 2 Monitore etc.
  • Kostenlose Getränke
  • ÖPNV-Tickets, Jobrad, Firmenwagen
  • Mitarbeiterevents und Weiterbildungen während der Arbeitszeit
  • Homeoffice und flexible Arbeitszeiten (und zwar nicht über ein langes Genehmigungsverfahren, sondern als echter gelebter Bestandteil der Unternehmenskultur!)

Kontakt

Zum Schluss es ist wichtig, einige Informationen bereitzustellen, damit sich die Jobsuchenden für die Position bewerben und/oder Dich kontaktieren können, falls es einige Fragen zum Job gibt:

  • Wo können die Kandidaten sich bewerben? (E-Mail-Adresse, eindeutiger Link, idealerweise mit Call-to-Action: „Jetzt bewerben!“)
  • Welche Dokumente und Informationen benötigst Du von dem Kandidaten?
  • Der Name der Person, die den Bewerbungsprozess begleitet
  • Eine Telefonnummer für den Fall, dass die Bewerber Fragen zum Job oder zur Firma haben

Unternehmensbeschreibung

Es gibt immer Diskussionen, ob wir diesen Teil am Anfang der Stellenanzeige oder am Ende schreiben sollten.

Laut verschiedenen Eye-Tracking-Studien ist die Unternehmensbeschreibung eine der am wenigsten gelesenen Abschnitte in der gesamten Stellenanzeige. Aus diesem Grund empfehlen wir, diesen Abschnitt am Ende der Stellenanzeige einzufügen. Du solltest den Bewerbern zuerst zeigen, um was es geht und was Du ihnen bietest, danach kannst Du über Dich sprechen und die Aufmerksamkeit von potenziellen Kandidaten bekommen.

In diesem Abschnitt können Arbeitssuchende auf der Grundlage ihrer eigenen Werte entscheiden, ob sie zu Deinem Unternehmen passen. Stelle Dir das als Verkaufsargument vor. Warum sollten diese Kandidaten für Dich arbeiten wollen?

Einige Informationen, die Du über die Firma erzählen kannst:

  • Was verkaufst Du/bietest Du an? Warum?
  • Wer ist Deine Zielgruppe?
  • Wo befindet sich Dein Unternehmen?
  • Welche Größe hat es? Wie viele Mitarbeiter arbeiten dort?
  • Was ist Deine Unternehmenskultur? Was sind Deine Werte?
  • Was macht Dich einzigartig?

Der Abschnitt sollte nicht zu lang sein, ein paar Zeilen reichen. Dies kann ein guter Bezugsrahmen für die Kandidaten sein.

Die Menschen möchten von Natur aus Teil von etwas Großem sein. Du kannst diesem Wunsch gerecht werden, indem Du deutlich machst welche Vision Dein Unternehmen hat und wie es die Welt verändern wird.

Fazit

Es lohnt sich in jedem Fall, wenn Du dir Zeit nimmst, Deine Stellenanzeige einmal komplett auseinander zu nehmen und zu optimieren. Das spart am Ende viel Zeit beim Sichten der Bewerbungen oder verschafft Dir überhaupt welche an Stellen, wo die Bewerber vorher ausgeblieben sind.

Wir empfehlen Dir unserer einfachen Struktur zu folgen und nur die relevanten Informationen anzugeben. Auf diese Weise können Kandidaten schnell entscheiden, ob sie an der Stelle interessiert sind und ob sie über die erforderlichen Fähigkeiten für den Job verfügen. So kannst Du sicherstellen, dass sich nur die besten Bewerber bewerben und Deine offenen Stellen schneller und effektiver besetzen!

Als kleine Hilfe für die Überarbeitung Deiner Stellenanzeigen, haben wir für Dich eine kostenlose Checkliste für das Verfassen von Stellenbeschreibungen erstellt. Melde Dich für unseren Newsletter an und erhalte Deine Stellenanzeigen-Checkliste.

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