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Die optimale Karriereseite

Stell Dir vor, Du bist auf einem Konzert und willst Dir unbedingt etwas zu trinken kaufen, aber Du findest in der Menschenmenge die Bar einfach nicht. Du irrst also umher und irgendwann triffst Du zufällig auf die Bar und kannst dein langersehntes Bier kaufen. Dennoch hast du das halbe Konzert durch deine Suche verpasst. Na, toll.

Nach dem kühlen Bier zieht es Dich natürlich auf die Toilette. Die Frau vor der Toilettentür fragt dann: „Würden Sie mir bitte Ihre Postleitzahl nennen für interne Marketingstatistiken?“  „Möchten Sie eine Kloflatrate einlösen?“ „Besitzen Sie schon eine Bonuscard?“  „Wollen Sie eine Klolektüre mitnehmen?“ Nein, Du möchtest einfach nur auf die Toilette. Doch leider ist von den zwei Toiletten eine verstopft. Also musst Du Dich nochmal an der Schlange für das andere Klo anstellen. Das wird Dir zu blöd und Du verkneifst Dir den Toilettengang bis Du zu Hause bist – das Konzert ist nämlich inzwischen gelaufen. Du gehst wütend und ein wenig enttäuscht nach Hause. Doch keiner nimmt Notiz von Deinem Ärger. Alle machen einfach so weiter wie bisher.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Würdest Du nochmal ein Konzert von diesem Veranstalter oder in dieser Location besuchen?

Sicherlich nicht.

Aber genauso ergeht es tagtäglich zahlreichen Bewerben auf deutschen Karriereseiten. Eine schlechte Usability, unverständliche bzw. langwierige Bewerberprozesse und Strukturen kosten nicht nur Zeit, sondern viele Unternehmen auch Bewerber, denen auf halbem Weg der Geduldsfaden reißt. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels sollte es niemals riskiert werden, wertvolle Kandidaten und Kandidatinnen noch auf dem Weg zur Bewerbung zu verlieren. Daher sollten bei der Karriereseite immer ein paar grundlegende Regeln beachtet werden, damit sich der Bewerber nicht folgendes fragen muss:

1. Gibt es überhaupt eine spezielle Karriereseite?

Viele Unternehmen unterschätzen die Notwendigkeit einer gut und ansprechend gestalteten Karriereseite. Die wichtigsten Informationen sollten dem Besucher sofort gut zugänglich und einfach dargestellt sein.
Auch ein häufiges Problem: Das Unternehmen hat nach zahlreichen Korrekturschleifen und Feedbackgesprächen zwar eine attraktive Karriereseite, aber diese kann sich in der Online-Suche nicht gegen die Konkurrenz anderer Unternehmen und Jobbörsen großen Jobbörsen durchsetzen.

Daher sollte neben einer attraktiven Karriereseite auch ins Employer Branding und in SEO investiert werden. Wir beobachten immer wieder, dass die wenigsten Karriereseiten für Suchmaschinen optimiert sind. Hier ist auf jeden Fall in Deutschland noch viel Luft nach oben.

2. Und bei wem bewerbe ich mich jetzt?

Für viele Unternehmen ist es wichtiger, sich möglichst glanzvoll und positiv zu präsentieren, als auf die eigentlich wichtigen Fragen der Bewerber zu antworten. Daher passiert es häufig, dass die Karriereseite recht inhaltsleer und eintönig auf die Kandidaten wirkt. Dabei wollen Bewerber durch die Karriereseite einen ersten Eindruck vom Unternehmen und dessen Arbeitsalltag bekommen. Dabei geht es weniger um „wir sind“ und „wir können“ und mehr um „du hast“ oder „du bist“. Dabei können vor zum Beispiel die Vorstellung der Mitarbeiter oder auch ein sogenanntes 360°-Video des Unternehmens helfen.

3. Kann ich mich auch über das Smartphone bewerben?

Die mobilen Zugriffe auf Stellenanzeigen und auch die Bewerbungen über Smartphones & Co. nehmen ständig zu. Die Realität zeigt: Bewerber möchten sich Stellenanzeigen auch mobil anschauen – sei es in der Bahn, dem Sofa oder im Restaurant. Eine gute Usability und eine an die mobilen Endgeräte angepasste Karriereseite ist unabdingbar. Unsere Gesellschaft wird zunehmend mobiler – warum werden es nicht auch unsere Web- und Karriereseiten?
Viele Unternehmen sagen jedoch, dass die verkleinerte Desktop-Ansicht ausreichend sei. Aber mal wirklich, wer hat sich nicht schon darüber beschwert, den klitzekleinen Text unnötig raus und rein zoomen zu müssen, damit die benötigte Information gefunden werden kann? Eine mobile Website ist somit nicht nur attraktiver für den Bewerber, sondern hebt das Unternehmen auch besonders hervor.

Wenn Du mehr über Usability von Deiner Karriereseite wissen willst, dann solltest Du mal hier vorbeischauen!

Heute wird es zunehmend wichtiger, dass sich Bewerber auch über Social Media, also etwa XING oder LinkedIn, bewerben können. Dies bedeutet für die Kandidaten, dass sie weniger Formulare ausfüllen zu müssen, da die meisten Informationen aus dem Profil ausgefüllt werden. Dies verkürzt den Bewerberprozess enorm und kann die Kandidatenzahl steigern. Dennoch wird dieses Tool bislang in Deutschland nur von wenigen Unternehmen akzeptiert bzw. angeboten.

 

Hier einmal ein Positivbeispiel:

Beispiel_Anzeige
Beispiel_Stellenanazeige

4. Wo ist diese Datei denn jetzt hin?

Stell Dir vor, du sitzt in der Bahn auf dem Weg zurück nach Hause und findest plötzlich folgendes Stellenangebot:

jobtitel

Du klickst drauf und… der Download wird gestartet. Dabei stand da doch gar nicht „Stellenanzeige jetzt herunterladen“? Das mobile Datenvolumen wird strapaziert und viel schlimmer noch – Du findest die runtergeladene Datei auf Deinem Smartphone gar nicht mehr wieder. Und so klickt man womöglich nochmal drauf – und das ganze beginnt von vorn.

Der potenzielle Bewerber ist an diesem Punkt schon maximal genervt und hat ggf. gar keine Lust mehr, die Download-Datei zu suchen oder sich die Stellenanazeige an einem anderen Endgerät nochmal anzusehen.
PDF-Dateien sind für niemanden nützlich. Sie belegen Speicherplatz und der Bewerber muss zoomen und zusätzlich hin und her klicken, um die Stellenausschreibung einsehen zu können. Dies wird höchstwahrscheinlich gar nicht passieren. Du hast an diesem Punkt den Bewerber verloren.

Besser ist es daher, die aufgelisteten Jobangebote direkt zu verlinken und nur auf eine neue, mobil-optimierte Seite zu verlinken, als sie in eine externe Datei zu packen.

5. Warum funktioniert das hier nicht?

Angenommen, Du hast alles richtig gemacht. Eine ansprechende, einfach strukturierte Karriereseite. Großartige Stellenanzeigen, die super leicht und unkompliziert zu erreichen sind und Du hast den Bewerber von Deinem Unternehmen überzeugt. Hervorragend!
Jetzt ist der letzte Schritt, die Bewerbung einzureichen. Aber wie soll das aussehen?
Am Ende jeder Deiner Stellenanzeigen sollte gut ersichtlich sein, wie, in welcher Form und an wen die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden sollen.

Im besten Fall wird ein auffälliger Button mit einer Botschaft à la: „Bewirb Dich hier!“ platziert, der direkt zu einem Bewerbungsformular führt.
Wenn dieser Button nicht funktioniert oder gar nicht erst vorhanden ist, führt dies zu einer schlechten Candidate Experience und zu schlechten Bewerbungsquoten.

Wenn Du wissen willst, was es mit der Candidate Experience auf sich hat, dann schau doch mal hier vorbei!

6. Ich wollte mich doch nur bewerben. Was ist das denn hier jetzt?

Nichts ist nerviger als ein umständliches Bewerberverfahren. Auch wenn der Bewerber es jetzt schon bis zum „Bewirb Dich jetzt!“-Button geschafft hat ist alle Mühe mit einer Karriereseite vergeben, wenn nun ein umständlicher Login-Prozess beginnt. Nein. Der Bewerber möchte sich nicht für eine Bewerbung einen neuen Account machen, sich ein neues Passwort merken und weitere 10 Klicks machen müssen, um seine Unterlagen abschicken zu können. Undurchsichtige Passwortvergaben, unzählige Formularfelder und schier endlos erscheinende Datenschutzerklärungen geben dabei ihr Bestes. Mehr als ein Drittel der DAX-Unternehmen erzwingt einen solchen Bewerber-Login. Das ist nicht nur zusätzlicher Zeitaufwand, frustrierend und irritierend, sondern auch unnötig. Eine Einwilligung zur Poolspeicherung ist schließlich auch ohne Login möglich. Es gilt also weiterhin die Devise: Die Bewerbung und der Weg dorthin sollte dem Kandidaten so einfach und angenehm wie möglich gestaltet werden.

7. Warum wollen die das denn wissen?

Frei nach dem Motto: „Weniger ist mehr“ handeln leider die wenigsten Bewerberformulare. Was sind überhaupt die wichtigsten Informationen, die vom Bewerber benötigt werden? Ist es das Richtige, mögliche Einsatzorte als Pflichtfeld anzugeben? Oder die Frage danach, wie der Bewerber auf das Stellenangebot aufmerksam geworden ist? Ist es wirklich nötig verpflichtend zu fragen, welche Gehaltsvorstellungen der Bewerber hat, oder kann das nicht bis zum ersten Kennenlernen im Vorstellungsgespräch warten?
Es sollte also eher nach dem Motto: „In der Kürze liegt die Würze“ gehandelt werden, um den Bewerber positiv gestimmt zu halten.

8. Wie? Muss ich jetzt wieder von vorn anfangen?

Fehlermeldung_emplify_Beispiel

Sei ehrlich: Du hast Dir bei dieser Meldung auch schonmal gedacht: „Dann eben nicht!“
Es gibt wohl nichts Nervigeres als sich die ganze Mühe gemacht zu haben, alle (Pflicht-) Felder ausgefüllt zu haben und dann ist alles umsonst gewesen. Zeitbegrenzungen im Sinne von Time-Outs kommen beim Bewerber gar nicht gut an. Zugleich wird die Candidate Experience dadurch erheblich beeinflusst – auch wenn der Bewerber sich zu einem zweiten Versuch durchringen kann.
Daher solltest Du darauf achten, dass Deine Website von Bugs und ähnlichen fiesen Fehlerverursachern geschützt ist, damit Deine Bewerber auch Deine Bewerber bleiben.

9. Aber das will ich doch alles gar nicht hier!

Wenn die Karte an der Bar viel zu lang ist und 15 verschiedene Sorten Bier listet, wir aber nur diese eine ganz spezielle Sorte suchen, dann ist es mühselig, sich durch die anderen 14 Varianten zu kämpfen um zu schauen, ob das Lieblingsbier verkauft wird.

Eine Jobsuche sollte kein unnötiger Kampf sein. Die meisten Kandidaten wissen bereits, was sie suchen und wollen sich nicht durch endlose Joblisten quälen. Daher sollte jede Karriereseite mit vielen Jobangeboten unbedingt eine gut durchdachte Kategorisierungsfunktion sowie eine gut funktionierende Volltextsuche haben. Kategorien können dabei einfach gegliedert sein nach: Tätigkeitsfeld, Standort, Einstiegstermin und ggf. noch Karrierelevel sprich Azubi, Werkstudent, Jobeinsteiger oder höhere Qualifikation. Wichtig ist auch hier wieder die Nutzerfreundlichkeit, heißt, dass diese Kategorisierung auch auf den mobilen Endgeräten möglich sein sollte.

10. Wollen die mich vielleicht nicht? Gab es technische Probleme?

Es ist geschafft. Der Bewerber hat die Karriereseite schnell gefunden, auf den „Jetzt bewerben!“-Button gedrückt, das Formular ausgefüllt und abgeschickt. Und jetzt? Jetzt wartet er vergebens auf eine Bestätigung, aber es kommt nichts. Dies führt entweder dazu, dass sich der Bewerber sofort nach weiteren Stellen umschaut – und ggf. sogar eine attraktivere findet – oder mehrfach dieselbe Bewerbung abschickt.

Der Kandidat hat sich soeben die Mühe gemacht und sich die Zeit genommen, seine Informationen an Dein Unternehmen zu übermitteln – solltest Du Dich dann nicht auch bemühen und ihm wenigstens den Eingang der Bewerbung bestätigen?

Die Einrichtung einer automatischen Eingangsbestätigung ist mit einem Bewerbermanagementsystem ganz einfach. Sobald die Bewerbung im System eingegangen ist, wird diese keine zusätzliche Arbeit verursachen, aber den Kandidaten beruhigen und ihm ein gutes Gefühl geben.

Geschafft! Die Bewerbung ist eingegangen. Jetzt geht es darum, dem Bewerber eine möglichst positive Candidate Experience zu vermitteln. Wie das geht, erfährst Du hier!

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