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Mit LEGO zur Arbeitgebermarke

Wer kennt sie nicht? Die bunten LEGO-Steine, die über den Kinderzimmerboden verstreut, für so manchen schmerzhaften Auftritt gesorgt haben. Dabei wurde stundenlang nach „den richtigen“ Steinen gesucht, um die perfekte Ritterburg oder den Ponyhof zu bauen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt (Fun-Fact: Mit nur drei 2×4-Steinen können 1.600 Kombinationsmöglichkeiten gebaut werden). Unendliche Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten? Warum sollte das, was seit Jahrzehnten erfolgreich in Kinderzimmern auf der ganzen Welt praktiziert wird nicht auch im beruflichen Umfeld eingesetzt werden? Was, wenn uns LEGO-Steine dabei helfen könnten, kreativere Lösungen für die Entwicklung unserer Arbeitgebermarke zu finden?

Was ist LEGO Serious Play?

LEGO Serious Play hat seinen Ursprung Mitte der 1990er Jahre. Kjeld Kirk Kristiansen, damaliger CEO und Enkel des LEGO-Gründers Ole Kirk Christiansen, hatte die Idee dazu, nachdem ihm auffiel, dass die internen Meetings nichts von dem hatten, wofür LEGO steht: Kreativität. Besprechungen und Workshops sollten weg von schulartigem Frontalunterricht und sich zu kreativen Treffen entwickeln, in denen sich jeder Teilnehmer gleichberechtigt einbringt. Der (Achtung, Wortwitz) Grundstein für LEGO Serious Play war damit gelegt. Dabei gliedert sich die Methode in vier grundsätzliche Schritte:

  1. Challenge: Die Teilnehmer werden, von dem zertifizierten Moderator, mit einer Frage konfrontiert.
  2. Building: Alle Teilnehmer bauen ihr eigenes, individuelles Modell.
  3. Sharing: Jeder Teilnehmer stellt sein Modell der Gruppe vor.
  4. Reflection: Die Teilnehmer reflektieren ihre Modelle und erläutern ihre Intension.

Wie LEGO dabei hilft, eine Arbeitgebermarke zu entwickeln

Was macht mich als Arbeitgeber aus? Was ist meine Einzigartigkeit? Warum sollten sich Bewerber für einen Job bei mir interessieren? Im Zuge der Definition einer Arbeitgebermarke werden solche Fragestellungen häufig im Rahmen von Positionierungs-Workshops gestellt. Doch genau diese Fragen sind es, die die Teilnehmer solcher Veranstaltungen (oftmals Mitarbeiter verschiedener Fachbereiche) vor schier unlösbare Aufgaben stellen. Denn eine Antwort darauf zu finden ist schwerer als gedacht. In der Regel verliert man sich in Allgemeinplätzen: Flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien etc. Selbstverständlich sind das Faktoren, die dazu beitragen können, dass sich (potenzielle) Mitarbeiter angesprochen fühlen und das Außenbild des Unternehmens gesteigert wird. Doch eine konkrete Antwort darauf, wie ich als Arbeitgeber tatsächlich ticke und was mein Alleinstellungsmerkmal ist, bleibt aus.

Mit LEGO Serious Play wird das Spielerlebnis der Kindheit auf eine neue Stufe gehoben, indem die kreative Freiheit in den Arbeitsalltag übertragen wird. Durch diese Vorgehensweise werden die abstrakten Fragen nach „Werten“ und „Markenpersönlichkeit“ aus einem anderen Blickwinkel betrachtet: Wie kann man seinen Arbeitgeber und die Werte für die er steht, in einem Modell aus bunten Steinen visualisieren? Der spielerische Charakter fördert neue Ideen und die Kreativität. Die Teilnehmer bauen ihr eigenes Modell, das von der eigenen Geschichte stark beeinflusst ist. Somit entstehen viele neue Eindrücke und Impulse, die zur Markenbildung beitragen. Anschließend erklärt jeder Teilnehmer sein Bauwerk und erläutert weshalb das Modell mit diesen Steinen gebaut wurde und was damit ausgedrückt werden soll. Aber keine Sorge: Es gibt keine psychologische Analyse. Alle Modelle werden so verstanden, wie sie von ihrem Erbauer gedacht wurden.

Warum ist LEGO Serious Play so effektiv?

Einer der größten Vorteile der Methode ist eben diese Art der Beteiligung. In üblichen Meetings tragen, in Anlehnung an das Paretoprinzip, meist nur 20% der Teilnehmer 80% der Inhalte bei. Das bedeutet, dass ein Großteil der Anwesenden passiv sind und nicht mitwirken. Die LEGO-Methode trägt dazu bei, dass sich alle Teilnehmer aktiv beteiligen und ihre Sichtweise einbringen. Zudem ist die Hemmschwelle geringer, da (fast) jeder das LEGO-Prinzip kennt und sich leichttut, einfach drauf loszubauen. Das macht sich dann auch in dem Output eines Workshops bemerkbar. Schon nach kurzer Zeit kommt man zu erstaunlichen Ansichten und Lösungswegen, fernab des bereits genannten Arbeitgebermarken-Bullshit-Bingo. Das Ergebnis sind bunte Sichtweisen auf das eigene Unternehmen und Botschaften, die großartige Steilvorlagen für eine authentische und einzigartige Employer Brand geben.

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